Terra Friulana

Unser Friaul

Aquileia: „Löwen und Stiere“
aus dem antiken Persien

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch

Ein prächtiger Dom mit Fußbodenmosaiken aus dem 4.Jahrhundert, wunderbare Ausgrabungen aus der Römerzeit – Aquileia ist ein vielbesuchtes Juwel in der friulanischen Ebene. Derzeit sind dort zusätzliche Attraktionen im Archäologischen Nationalmuseum zu bewundern: Die Ausstellung „Leoni e tori“ (Löwen und Stiere) zeigt noch bis zum 30.September Hauptwerke der Kunst aus dem antiken Persien.

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Löwen gelten als Symbol der Sonne, des Lichts und des Tages, der Stier steht für die Kräfte der Natur und der Nacht. Die vor-islamischen Zeiten der Achemeniden (6.-4.Jh. v.Chr.) und der Sassaniden (3.-7.Jh.n.Chr.) brachten wunderbare Kunstwerke hervor, die an dieser Symbolik orientiert waren. Der goldene Becher mit einem geflügelten Löwen als Fuß aus dem 5.Jahrhundert vor Christus steht normalerweise im Nationalmuseum von Teheran /Iran. Jetzt ist er eines der 25 Prunkstücke der Ausstellung in Aquileia. Beeindruckend auch andere Skulpturen und Terrakotta-Gegenstände mit Löwen- und Stierformen. Zum Beispiel eine Bronze-Basis gebildet aus drei Löwen, ebenfalls aus dem 5. vorchristlichen Jahrhundert, stammt aus Persepolis.

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Die altpersische Residenzstadt Persepolis war die größte und schönste Stadt der Welt, als Alexander der Große sie im Jahr 330 vor Christus zerstörte – aus Rache für die Zerstörung der Akropolis in Athens im Jahr etwa 150 Jahre zuvor. Aquileia, 181 v.Chr. gegründet, war für das römische Reich von ähnlich grosser Bedeutung wie Persepolis für das antike Persien. Seit 1979 zählen die Ruinen von Persepolis auch zum UNESCO-Weltkulturerbe, Aquileia ist seit 1998 UNESCO-Welterbestätte.

Das archäologische Nationalmuseum Aquileia will mit der Ausstellung auch eine Kampagne zur Unterstützung der vom Terrorismus bedrohten Archäologie unterstützen. Zusammenarbeit mit Städten soll gefördert werden, deren Kulturerbe Opfer von Kriegen oder Terror geworden ist.

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Doch auch die regulären Ausstellungsstücke des Archäologischen Museums sind mehr als sehenswert. Vielerlei Fundstücke von den bis heute erfolgreichen Grabungen in Aquileia erzählen von der römischen Geschichte der Stadt.

Grado: Lagunenimpressionen

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Küche

Sie hat eine ganz eigene Magie, die Lagune von Grado! Das Wasser, das in vielen Tönungen schimmert, die kleinen Inseln mit den Casoni, die auffliegenden Möwen, Reiher und Enten, die Fische, die sich an flachen Stellen Nahrung suchen, die Stille, die sich ausbreitet, wenn kein Bootsmotor zu hören ist – all das verbindet sich zu einer faszinierenden Mischung, die zu erleben sich mehr als lohnt. Luisa Tomasini und ihr Mann Alfredo, die das Hotel Marea in Grado betreiben, haben uns Gelegenheit gegeben, die Lagune zu entdecken. Ein wunderbares Erlebnis!

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Im Hafen Mandracchio holen uns Luisa und Alfredo mit ihrem Boot ab. Die Sonne strahlt, das Meer ist spiegelglatt, als es hinaus geht in die Lagune in Richtung Westen. Zur Begrüßung gibt’s gleich einmal Prosecco und Luisa hat auch gebackene Sardinen und Garnelen mit Schinken mitgebracht. Wunderbar! Auf den Pfählen, die die Wasserstraße markieren (sie werden ‚briccole’ genannt) sitzen Möwen und beäugen die Menschen, die in ihren Booten unterwegs sind. Ein dreifacher Pfahl ist die Basis für eine Madonnenstatue, ‚Ave Madonnina’ steht zu ihren Füßen geschrieben, sie möge den Menschen am Meer Schutz geben. Vorbei an der Isola Ravaiarina geht es in die Lagune hinein, vorbei an langgezogenen Sandbänken, ‚barene’ genannt. Ein Inselchen reiht sich an das andere, bewachsen sind sie mit Gräsern und Sträuchern, manche auch mit Bäumen wie Tamarisken und auch Pinien. ‚Mote’ nennen die Gradeser diese kleinen Inseln. Auf vielen stehen Casoni, die ehemaligen Fischerhäuschen, die einst alle mit Schilfstroh gedeckt waren. „Schaut dort drüben“, sagt Luisa, „das war früher der Casone von Pasolini“. Diese Insel heißt ‚mota Safon’, weil ein ‚sifone’, ein artesischer Brunnen, hier trinkbares Süßwasser fließen lässt. Es war der friulanische Maler Giuseppe Zigaina, der Pasolini 1949 die Lagune von Grado gezeigt hatte. Von der Einfachheit und Faszination des Ambientes beeindruckt hat Pasolini dann auf Safon 1969 einige Szenen seines Filmes „Medea“ mit Maria Callas gedreht. Irgendwo weiter links liegt ‚Morgo’, jene Insel, die 1905 die Familie des österreichischen Malers Josef Maria Auchentaller gekauft und darauf eine Landwirtschaft namens ‚Peterhof’ errichtet hatte. Auchentallers Frau Emma betrieb ja seit 1904 in Grado sehr erfolgreich die Pension ‚Fortino’. Die landwirtschaftlichen Produkte von ‚Peterhof’ kamen den Gästen des ‚Fortino’ zugute.

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Luisa und Alfredo fahren mit uns auf die Insel Anfora, die fast an der Grenze zwischen der Lagune von Grado und der Lagune von Marano Lagunare liegt. Hier betreibt Mauro Tognon mit seinen zwei Söhnen die Trattoria Ai Ciodi. Im Sommer herrscht hier immer viel Betrieb. Die Trattoria ist ein überaus beliebter Zielpunkt für alle, die gerne guten Fisch essen. Der ‚suaso’, eine Art ‚rombo’, also Steinbutt, den wir bekommen, ist auch tatsächlich ein Genuss. Mauro Tognon ist ein sehr geselliger Mann. Drinnen im Haus zeigt er uns ein riesiges Foto von Kaiser Franz Josef vor einem erlegten Hirsch. Nein, natürlich nicht hier aus der Lagune, hier gibt es ausschließlich Wildenten zu jagen. Aber die Monarchie ist eben auch in der Lagune präsent. Auf ein anderes Foto, das ihn mit der Schauspielerin Erika Pluhar zeigt, ist Mauro besonders stolz. Denn Teile des Filmes „Laguna“ sind 2012 hier bei ihm auf Anfora gedreht worden. Erika Pluhar spielte nicht nur in dem Film, auch für Buch und Regie zeichnete sie verantwortlich. Und Mauro Tognon war zur Filmpräsentation nach Wien eingeladen, wie er begeistert erzählt. Er findet, ohne Limoncino dürfen wir nicht gehen. Also: Cin cin! Grazie Mauro! Eine Flasche Wein für die Rückfahrt gibt er uns auch mit. Erst spazieren wir aber noch auf der Insel Anfora herum. Luisa zeigt uns den renovierten Casone, der ihrer Familie gehört und wo sie viel Zeit ihrer Kindheit verbracht hat. Dann überqueren wir einen Damm, der zur Nachbarinsel Porto Buso hinüber führt. „Hier war einst eine Kaserne der Guardia di Finanza, also der Finanzpolizei. Die überwachte diesen Kanal vor Porto Buso, der von der Lagune hinaus ins Meer führt,“ erzählt Luisa. Heute sind die kleinen Gebäude verfallen und die Insel dschungelartig überwuchert.

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Es wird Zeit für die Rückfahrt. Noch einige Blicke auf das malerische Ambiente, das Schwemmholz, die lilafarbenen Blüten des Strandflieders, ‚limonio’ oder auch ‚fiuri de ta’po’ genannt. Dann geht es zurück nach Grado. Ein riesiges Danke an Luisa und Alfredo, die sich trotz ihrer vielen Arbeit im Hotel Marea Zeit genommen haben, uns ‚ihre’ Lagune zu zeigen!

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Sommerabend in Grado
mit Präsentation Terra Friulana

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Das waren unsere Lesungen, Friaul-Tagebuch

Ein klassischer Sommerabend in Grado: Spazieren im Ort, reges Strandleben, Urlaubsgenüsse. Und dazu die Präsentation unserer Zeitschrift Terra Friulana – Tiere furlane. Auch hier in Grado sind ja viele deutschsprachige Gäste, die mit unseren 160 Seiten über Friaul Julisch Venetien bestimmt Lust darauf bekommen, auch das überaus interessante Hinterland von Friaul Julisch Venetien zu erforschen.

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Das Velarium, eine Freiluft-Bühne beim GIT-Strand in Grado, ist diesmal der Ort der Präsentation, organisatorisch begleitet von Leonardo Tognon, dem Event-Verantwortlichen der GIT, Grado Impianti Turistici. Um 18 Uhr genießen noch viele den Strand, trotz des frischen Windes. Aber Interessierte lassen den Samstag bei unserer Veranstaltung ausklingen. GIT-Präsident Alessandro Lovato begrüßt die Gäste, der Vizebürgermeister von Grado Matteo Polo ebenso. PromoTurismoFVG-Marketingdirektor Bruno Bertero weist auf die Besonderheit hin, dass da zwei österreichische Journalisten einen Blick eröffnen, der anders ist, als hätten Einheimische über Friaul Julisch Venetien geschrieben. Herausgeber Enos Costantini streicht die Vielfalt der Region heraus. Das tun wir dann auch auf deutsch. Wir geben einen Überblick über die vielen Themen, die wir in der Zeitschrift beschrieben haben, und lesen Kapitelteile über Gorizia, Aquileia und Grado. Letzteres war ja einst als Hafen von Aquileia gegründet worden und mutierte nach Jahrhunderten zu einem der beliebtesten Urlaubsorte der Österreicher.

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Auch diesmal sind wieder Freunde unter den Zuhörern: die Scheibbser Bürgermeisterin Christine Dünwald, die Winzerfamilie Roberto und Raffaella Komjanc aus San Floriano del Collio und auch Winzerin Alberta Bulfon aus Valeriano bei Pinzano. So wird dann nach Ende der Veranstaltung noch ein Glas Friulano am Strand bei den „Antiche Terme“ genommen und danach im Zentrum von Grado bei den römischen Ausgrabungen in der Trattoria Vittoria ein überaus gemütliches Abendessen genossen. So sollen Sommerabende am Meer sein!

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Terra Friulana – Präsentation in Lignano

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Das waren unsere Lesungen, Friaul-Tagebuch

Die Terrazza Mare ist eines der Wahrzeichen von Lignano. Das war schon so, als wir in unseren Kindertagen noch Sandburgen am Strand gebaut haben. Dass wir jemals auf dieser Terrazza eine Präsentation machen können, hat damals sicher niemand geahnt. Umso größer unsere Freude, dass die Gemeinde Lignano uns zur Vorstellung unserer deutschsprachigen Terra-Friulana-Ausgabe in den neugestalteten Ausstellungsbereich der Terrazza eingeladen hat.

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Ennio Polat, der Verantwortliche für das Büro Freizeit, Tourismus und Sport der Gemeinde Lignano hat uns auch freundlich begrüßt. Der Marketing-Direktor Bruno Bertero und Diana Candusso sind als Vertreter von Promoturismo Friuli Venezia Giulia gekommen. Der Herausgeber von Terra Friulana – Tiere Furlane Enos Costantini leitete launig ein mit Hinweisen auf die vielfältigen Verbindungen zwischen Friaul Julisch Venetien und Österreich in Vergangenheit und Gegenwart. Begleitet von den Bildern in der Zeitschrift haben wir dann über die Kapitel erzählt, in denen wir die Region beschrieben haben, und einiges über Lignano abseits des Strandlebens auch vorgelesen. Das war vor allem für die deutschsprachigen Gäste bestimmt, die zu dem Abend gekommen waren.

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Aber auch friulanische Freunde haben es sich nicht nehmen lassen, dabei zu sein: Der Winzer Paolo Rodaro aus Spessa di Cividale, das Winzer-Ehepaar Paolo und Fabiola Ferrin aus Camino al Tagliamento sowie unsere Freunde aus Varmo Rosano und Daniela Asquini. Mit dabei auch die beiden Holländer Ad Smets und Sjaak Verweij, die bemüht sind, ihren Landsleuten in den Niederlanden die Schönheit Friauls nahezubringen.

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Dass so ein Abend nicht auskommen kann, ohne einen Drink in der Bar auf der Terrazza Mare und auf der Piazza beim Brunnen ist selbstverständlich!

Adresse

  • ARGE Hopfmüller-Hlavac
    Deublergasse 37
    A-1210 Wien

Kontakt

Gisela Hopfmüller

Franz Hlavac

  • +43 664 281 80 18

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