Rund um die Wachau

Entdeckungen beiderseits der Donau

Wachau-Lesung beim Lions Club St.Stephan

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Das waren unsere Lesungen

Der Mai zählt zu den schönsten Jahreszeiten in der Wachau. Wie fein, dass wir genau in diesem Monat beim Lions Club St.Stephan in Wien mit einer Lesung aus unserem Wachau-Buch den Zuhörern noch mehr Gusto auf einen Ausflug in diese wunderbare Gegend machen konnten.

Der ehemalige Präsident des Lions Clubs St. Stephan Dr. Herbert Hochegger hatte uns zu der Wachau-Lesung eingeladen – so wie schon 2015, als unser Buch über das niederösterreichische Ötscherland erschienen war. Der jetzige Präsident Ing. Wolfgang Keiner hat uns nicht minder herzlich begrüßt. Unser Wachau-Buch ist ein Jahr nach seinem Erscheinen nach wie vor sehr gefragt. Es findet sich eben vielerlei Unbekanntes darin, das selbst eingefleischten Wachau-Kennern Aha-Erlebnisse verschafft. Doch auch über an sich bekannte Highlights erzählen wir auf sehr persönliche Weise, die auch diejenigen in die Wachau lockt, die sich zwischen Spitz und Krems zu Hause fühlen.

Ort des Wachau-Abends war ein Salon im Hotel Bristol, wo sich der Lions Club St. Stephan regelmäßig trifft und wo auch für das leibliche Wohl der Gäste stets bestens gesorgt ist. Ein passendes Ambiente für die Beschäftigung mit der Weltkulturerbe-Region Wachau, in der Gaumenfreuden ja auch eine wichtige Rolle spielen.

Weingut Lenuzza in Prepotto:
Liebe auf den ersten Blick

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Weinempfehlungen aus Friaul

Eine bezaubernde Liebesgeschichte: Der Sohn eines friulanischen Weinbauern aus Prepotto fährt nach Südafrika, um dort Weinbau-Erfahrungen zu sammeln. Dabei lernt er eine reizende junge Frau kennen. Es ist bei beiden Liebe auf den ersten Blick – amore a prima vista – und ohne Zögern folgt sie ihm in seine Heimat Friaul. Ein paar Monate später wird hier geheiratet. Das ist in Kurzform die Geschichte von Daniele Lenuzza und Tanika Paris-Lenuzza. Tanika hat sie uns bei unserem Besuch dieser Tage erzählt. Man darf also zweifellos das Motto des Weingutes ‚Venti di passione’ mit Stürme der Leidenschaft übersetzen und nicht nur auf den Wein beziehen!

Das Weingut Lenuzza in Prepotto bei Cividale im Weingebiet der Colli Orientali hat Danieles Großvater 1954 gegründet, unter der Führung seines Vaters Gianpaolo begann der Betrieb zu wachsen. Heute, da Gianpaolo, seine Frau sowie sein Sohn Daniele und Tanika sich gemeinsam um den Familienbetrieb kümmern, werden etwa 12 Hektar Weingärten bewirtschaftet. Seit 2014 wird biologisch gearbeitet. Tanika hat die Rolle der Export- und Digital-Marketing-Managerin übernommen.

Die Lenuzza-Weine sind uns schon einmal beim Friaul-Weintag in Wien (den Wolfgang Obermayer regelmäßig organisiert) aufgefallen. In der Trattoria ‚Da Mario’ in Prepotto haben wir immer wieder Weine dieses Betriebs serviert bekommen. Und erst kürzlich konnten wir beim Spargel-Fest in Cordenons bei Pordenone den Sauvignon von Lenuzza probieren. Auch bei unserem Besuch im Weingut werden wir beim Verkosten nicht enttäuscht: Der Spumante ‚Bolis’ (aus Chardonnay-Trauben) hat uns ebenso erfreut wie der Ribolla Gialla, der Friulano und natürlich der Wein, für den die Gegend von Prepotto so berühmt ist: der Schioppettino! Daniele nimmt sich auch Zeit, uns den Keller zu zeigen, trotz eines stressigen Tages, denn im Hof ist eine Füllanlage in Aktion. Es ist schließlich die Jahreszeit, neue Jahrgänge in die Flaschen zu bekommen. Wir sind schon neugierig!

Vigna Lenuzza, Via Brolo 51, 33040 Prepotto (Ud), Tel.: +39 0432 713236 oder mob. +39 340 3016862, Email: info@vignalenuzza.it, www.vignalenuzza.it

Das Weingut Zorzettig – ein Juwel
in den Colli Orientali

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Weinempfehlungen

Ob Friulano, Ribolla Gialla oder Sauvignon – wir sind zuletzt immer häufiger in verschiedenen Restaurants auf die Weine von Zorzettig gestoßen. Das hat gute Gründe: erstens sind sie ausgezeichnet, zweitens ist Annalisa Zorzettig als Chefin des Weingutes eine unglaublich engagierte Persönlichkeit. Wir haben sie besucht und sie als sehr sympathische, leidenschaftliche, moderne Winzerin und Managerin des Anwesens erlebt.

Der Betrieb liegt auf einem Hügel in Spessa di Cividale in einer der schönsten Gegenden des friulanischen Weinbaugebietes ‚Colli Orientali’. Annalisas Vater Giuseppe Zorzettig hat das Weingut 1986 gegründet, inzwischen umfasst es etwa 120 Hektar Weingärten. Jede Menge Auszeichnungen beweisen, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist. Annalisa, mit ihrem Bruder Alessandro und ihrer Tochter Veronika an der Seite, und mit Assistenz des Önologen Fabio Coser hat den Zorzettig-Weinen nicht nur im Friaul viel Anerkennung erarbeitet, der klassischen Linie mit den Etiketten, die grafisch interessant fließenden Wein darstellen, ebenso wie der Linie ‚Myò’. Die ist Annalisas liebstes ‚Kind’. „Für den Namen habe ich den Titel eines Gedichtes ausgesucht, den ein unbekannter Dichter im 14.Jahrhundert auf Friulanisch geschrieben hat, über seine Liebe zu einer Frau und zugleich zu seinem Land.“, erzählt Annalisa und ergänzt: „ ‚Myo’ bedeutet ‚mein’, erst ist er mein Wein, dann kann der, der ihn trinkt, sagen: es ist mein Wein. Un senso di condivisione! Die Bedeutung des Teilens ist auch in dem Wort enthalten.“

Und so probieren wir den Ribolla gialla, den Friulano und Pignolo aus dieser Myò-Linie und teilen die Freude über diese Weine gerne mit Annalisa. Ihre Tochter Veronika begleitet uns ein paar Schritte zur traditionellen, gemütlichen Küche des Hauses mit dem ‚fogolar’, der Feuerstelle, in den Keller mit den Holzfässern, dann zu den Weingärten und in die Kellerei. Und auch bei Veronikas Erzählen über die Arbeit im Weingut schwingt dieselbe Leidenschaft mit wie bei ihrer Mutter. Kein Wunder, dass die Zorzettig-Weine immer mehr Fans bekommen! Wir zählen auch dazu!

Azienda Zorzettig, Via Strada S.Anna 37, 33043 Spessa di Cividale (Ud), Tel.: +39 0432 71656, Email: info@zorzettigvini.it, www.zorzettigvini.it.

Torviscosa am ‚Befreiungstag’

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch

Ein Grabstein nahe der alten Kirche von Torviscosa trägt die Aufschrift: „Am 15.10.1944 wurde die blühende Jugend des Patrioten Primo Villa De Pol im Alter von 24 Jahren vom Hass der Nazifaschisten ausgelöscht.“ Ganz still ist es heute in dem Ort. Es ist Feiertag. Am 25.April, dem ‚Giorno della Liberazione’, wird in Italien der Befreiung vom Faschismus gedacht. Ein guter Tag, um sich mit der Geschichte von Torviscosa zu befassen, begleitet von Mareno Settimo, dem Kulturstadtrat, und seiner Gattin Lorena Zuccolo.

Der Ort ist eine am Reißbrett geplante Stadt, ein Produkt faschistischer Industriearchitektur, in den 1930er Jahren errichtet von einer Gesellschaft namens SNIA (Società Nazionale Industria Applicazioni). Eine riesige Fabrik samt landwirtschaftlichen Betriebsstätten, Direktoren-, Angestellten- und Arbeiterwohnhäusern, Mensa, Theater und Sportanlagen. Die Firma hatte mit Mussolini im Zuge der faschistischen Autarkiepolitik vereinbart, die Erzeugung von Zellulose und der Kunstfaser Viscose zu garantieren. Der alte Ort Torre di Zuino wurde zu Torviscosa (der Name wurde konstruiert aus Torre und dem Namen der hier erzeugten Faser Viscose). Heute ist Torviscosa ein architekturgeschichtlich interessanter Ort mit einem Dokumentationszentrum in einem in den 1960er Jahren errichteten ehemaligen Gästegebäude. Die Firma SNIA ist längst geschlossen, verschiedene Firmen haben sich auf dem Gelände angesiedelt.

Der neben der Kirche begrabene, junge Partisan Villa De Pol war einer derjenigen, die im Zuge der ‚Liberazione’, des Freiheitskampfes gegen den Faschismus, ihr Leben ließen. Nach ihm ist auch der Viale Villa, eine der Hauptachsen von Torviscosa, benannt, die vom Piazzale Marinotti (wo das Informationszentrum, das Theater und die Mensa stehen, benannt nach Franco Marinotti, dem Gründer von Torviscosa und SNIA-Generaldirektor) zum Sportgelände führt.

Gegenüber der Kirche wurde ein Park nach dem Carabinieri-Chef von Torviscosa Guglielmo Costanzo benannt. Dieser hatte sich 1943 nach dem Sturz Mussolinis um die Folgen wie die Flucht eines Großteils der Häftlinge aus dem zu Torviscosa gehörenden Arbeitslager des Villaggio Roma bemüht und sich 1944 den Partisanen angeschlossen. Er wurde verraten und von den Nazis nach Mauthausen gebracht, wo er im März 1945 umkam. Das Villaggio Roma liegt etwas nördlich von Torviscosa und der SS 14. Nur noch eine kleine Kirche ist aus jener Zeit erhalten, als hier das erste Arbeitslager für Kriegsgefangene in Italien eingerichtet war. In dem 1942 von SNIA Viscosa errichteten Lager waren etwa 1000 britische Soldaten aus Neuseeland und Südafrika interniert, die von den Italienern während des Afrikafeldzuges in El Alamein gefangen genommen worden waren. Sie mussten bis 1943 auf den Pfahlrohr-Feldern für die Viscose-Erzeugung arbeiten.

Torviscosa präsentiert sich als sehr spezieller Teil friulanischer Geschichte.

Adresse

  • ARGE Hopfmüller-Hlavac
    Deublergasse 37
    A-1210 Wien

Kontakt

Gisela Hopfmüller

Franz Hlavac

  • +43 664 281 80 18

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