Terra Friulana

Unser Friaul

Aquileia: Magie der Glasperlen

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch

Glasperlen als Talismann, Glasperlen als Zahlungsmittel, Glasperlen als Schmuck – seit der Mitte des zweiten Jahrtausends vor Christus lassen Glasperlen ihre Magie spielen. Das tun sie auch in einer kleinen, aber feinen Ausstellung im Archäologischen National-Museum in Aquileia nahe Grado.

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Aquileia ist an sich um diese Jahreszeit ebenso verschlafen wie die ganze Gegend. Aber ganz allein den Dom und dann das Museo Archeologico Nazionale anzuschauen, so wie wir das an diesem sonnigen, aber eiskalten Jännertag konnten, das hat schon was. Besonders, wenn in dem Museum auch noch wunderbare Glasperlen zu sehen sind, besonders solche aus Venedig und Murano. Die unterschiedlichen Techniken der Herstellung werden den Besuchern in einem Film erklärt. Zum Beispiel: Die bunten Perlen wurden entweder aus erhitzten, dünnen Glasstäben gezogen und dann nachgeschliffen. Oder es wurden bei den Millefiori-Perlen von den Glasbläsern mehrfarbige Teilchen von Glasstäben auf einen Glaskörper aufgesetzt und zu einer Perle gepresst.

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Millionen solcher Perlen wurden bis heute hergestellt und sind in aller Welt gefragt. Lange fanden sie auch als Zahlungs- beziehungsweise Tauschmittel Verwendung. Doch die Brillianz der Farben und Formen macht besonders die Schmuckketten überaus attraktiv. Glas ist eben ein ganz besonderes Material für ganz besondere Dinge. Bis zum 31.Jänner 2017 (Dienstag bis Sonntag von 8.30 bis 19.30 Uhr) ist die Glasperlen-Ausstellung im zweiten Stock des Museums noch zu sehen.

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Eiszeit in Grado

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch

Wirklich eine Seltenheit: die Lagune von Grado ist an einigen Stellen vereist. In den letzten Tagen wurden selbst hier am Meer bis zu minus 11 Grad gemessen. Was wunderschön anzusehen ist, macht manchem Gradeser aber Sorgen.

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Es ist ein prächtiges Naturschauspiel, das Eis in der Gradeser Lagune. Auffallend ist außerdem, dass der Wasserstand besonders niedrig ist, selbst in Flut-Stunden. Ob das mit dem tagelangen Nordwind zu tun hat, der das Wasser hinaus aufs offene Meer gedrückt hat? Der besonders niedrige Wasserstand wird auch bei einem Spaziergang entlang der Promenade in Grado deutlich. Noch nie haben wir so viele Sandbänke vor den Stränden und noch nie die Felsen am Rand so weit aus dem Wasser stehen gesehen. Muschelsammler kommen jetzt so leicht auf ihre Rechnung wie sonst nie.

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Die Fischerboote am Canal del Porto sind fest vertäut. Winterruhe für die Fischer. Bei einzelnen Booten wird für ein paar Minuten der Dieselmotor angeworfen, offenbar um ein Einfrieren des Diesels zu verhindern. Die Fischernetze liegen fest winterlich verpackt am Kai. Am Fischmarkt ‚Zero Miglia’ prangt ein Schild: „Oggi per mancanza di prodotto la pescheria rimane chiusa“ (Mangels Ware bleibt die Fischhandlung heute geschlossen“. Die Fischzüchter haben Sorgen. Denn die Fische in den Aquakulturen sind wegen der großen Kälte in Gefahr. In den Zeitungen waren schon Berichte von einem Sterben von Goldbrassen und Wolfsbarschen zu lesen. Die flachen Wasser in den Kulturen frieren zu – ein Todesurteil für die Fische. Bleibt die dringende Hoffnung auf wärmeres Wetter. Für Reisende, die die Einsamkeit lieben, ist nun die ideale Zeit in Grado: Nur ganz wenige Hotels und Restaurants haben geöffnet. Spazierengehen wird zur Idylle, Besucher sind in diesem eisigen Gradeser Januar eben eine rare Spezies.

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Ein paar Kilometer Land einwärts sind die kleinen Kanäle fest zugefroren, was auf den ersten Blick nicht zu sehen ist, es scheint einfach das Wasser glasklar zu reflektieren. Aber ein kleiner Stein draufgeworfen und es steht fest: das ist Spiegeleis! Wie wohl der Nutria, der von einem Kanal zum anderen über die Straße huscht, damit umgeht?

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Epifanie-Feuer bei Ferrin

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch

Die Feuer zu ‚epifania’, also am Dreikönigstag oder am Abend zuvor, haben im Friaul eine lange Tradition. Es heißt, an der Richtung, die der Rauch nimmt, lässt sich erkennen, wie das neue Jahr wird. In diesem Jahr waren wir beim ‚pignarul’ (wie diese Feuer auch genannt werden) im Weingut Ferrin in Camino al Tagliamento dabei. Und um es gleich festzuhalten: Der Rauch weist auf ein gutes 2017 hin!

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Um 18 Uhr entzündet Paolo Ferrin den großen Haufen aus Strohballen und Bambus. Obenauf sitzt die Befana, Fabiola Ferrin hat die lustige Hexe für den Feuerhaufen gebastelt. Rasch steht der Haufen in Flammen. Der Rauch zieht Richtung Nordosten. Paolo meint: ein gutes Zeichen. Ein Sternenhimmel ohne eine einzige Wolke wölbt sich malerisch über der Szenerie. Katze Sissi und Hund Rex inspizieren furchtlos das Feuer und mischen sich unter die Besucher. Es ist ziemlich kalt, minus 2 Grad zeigt das Thermometer. Da frieren die diese Temperatur wenig gewohnten Einheimischen mehr als wir. Wärmen können sich alle mit ‚vin brulè’, also Glühwein. Und dann auch drinnen im Verkostraum, wo der zweite Teil des Abends über die Bühne geht. Die Künstlergruppe ‚I contemporanei 3000’ (Die Zeitgenossen) stellt sich und ihre Arbeiten vor, literarische Texte genauso wie Bilder und Skulpturen. Damit hat im neuen Jahr jener Reigen kultureller Veranstaltungen begonnen, für die die Azienda Ferrin inzwischen bekannt ist. Nach dem offiziellen Teil offerieren Fabiola, Paolo und Tochter Sara ihren Gästen wie üblich einen Imbiss und ihre feinen Weine. Ein in jeder Hinsicht genussvoller Auftakt für 2017!

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Adresse

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    A-1210 Wien

Kontakt

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Franz Hlavac

  • +43 664 281 80 18

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