Rund um die Wachau

Entdeckungen beiderseits der Donau

Wachau-Lesung in Wr.Neustadt

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Das waren unsere Lesungen

Diesmal waren bei unserer Lesung auch Gäste dabei, die die Wachau bisher noch gar nicht besucht haben. Das wird sich für sie jetzt ändern, denn auch in Wiener Neustadt konnten wir wieder viel Lust auf diese wunderbare Weltkulturerbe-Landschaft an der Donau machen.

Immer wieder sind wir gerne in der Thalia Buchhandlung am Hauptplatz in Wiener Neustadt zu Gast. Filialleiterin Helga Pamminger und ihre Mitarbeiter haben offenbar soviel Spaß an unseren Besuchen bei ihnen wie wir, wenn wir zu ihnen kommen. Gemeinderätin Erika Buchinger gab uns in Vertretung von Bürgermeister Klaus Schneeberger die Ehre. Sie und die anderen Gäste spendeten uns viel Lob, übrigens auch für unsere Bücher der vergangenen Jahre über das Friaul. Natürlich haben wir für unsere Gäste auch Wachauer Wein mitgebracht (von Tanzer/Thallern und Pomassl/Weissenkirchen), der nach der Lesung mit viel Freude gemeinsam verkostet wurde. Den Tag mit Wachauer Veltliner ausklingen zu lassen war doch für alle genussvoll.

Wachau-Lesung in Krems
Volles Haus, tolle Musikbegleitung

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Das waren unsere Lesungen

Das ‚Haus der Regionen’ an der Donaulände in Krems-Stein ist ein beliebter kultureller Treffpunkt. Eingeladen von der ‚Volkskultur Niederösterreich’ durften wir dort eine Lesung aus unserem Buch „Rund um die Wachau“ gestalten, begleitet von Wachauer Musik des Trios ‚Smaragd’. Ein sehr gut besuchter, abwechslungsreicher Abend!

Über 100 Gäste sind gekommen, um zu hören, was wir über die Wachau und die Gegenden rundum zu erzählen und zu lesen wissen. Der Geschäftsführer der ‚Volkskultur Niederösterreich’ Dr.Harald Niemeczek eröffnet den Abend und begrüßt die Besucher, darunter auch der Kremser Alt-Bürgermeister Erich Grabner, der Nationalratsabgeordnete Walter Rosenkranz und die Leiterin der Musikschule Wachau Maria Rupf. Von Lehrern dieser Musikschule kam auch die musikalische Begleitung. Es ist wirklich genussvoll, dem Ensemble ‚Smaragd’ mit Johanna Unterweger (Gesang und Cello), Wolfgang Walter (Violine) und Günther Eggner (Gitarre) zu lauschen.

Der Abend – bestens organisiert von Johanna Stangl – ist für uns eine besondere Herausforderung, denn natürlich kennen die Kremser ‚ihre’ Wachau sehr gut. Aber es gelingt uns auch diesmal, selbst den Kennern Neues nahezubringen. Das war den Rückmeldungen des Publikums in der Pause und nach der Veranstaltung eindeutig zu entnehmen und freut uns sehr. Danach war noch Zeit für ein gemütliches Beisammensein, auch mit unserem Ex-ORF-Kollegen Gerhard Vogl, der ja für das Wachau-Buch ein Interview über seine Heimatstadt Krems gegeben hatte.

Varmo: Franco De Giusti ist gestorben

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch

Aus Varmo erreicht uns in Wien eine sehr traurige Nachricht: Unser Nachbar Franco De Giusti ist gestorben. Gestern schlugen in Varmo – so haben uns Freunde berichtet – nachmittags die Glocken vom Kirchturm auf jene Weise, die dem ganzen Ort einen Todesfall signalisiert. Heute dann der Aushang: Franco ist seiner schweren Krankheit erlegen.

Wir sind wirklich sehr traurig. Denn Franco und sein Bruder Luciano zählten stets zu unseren wirklich außergewöhnlich netten Nachbarn in Varmo. Wir haben sie nicht nur als Menschen, sondern auch ihre Arbeit als Tischler in unseren mehr als 15 Jahren in Varmo überaus schätzen gelernt. Wie oft haben wir miteinander ein Gläschen getrunken, wir haben in der Tischlerei bewundert, was da eben gearbeitet wird. Franco und Luciano haben nicht nur zu alltägliche Dinge wie das Tor unserer Garage großartig gemacht, sie waren auch unglaublich kreativ. Sogar ein Fernsehteam des ORF Kärnten ist im vergangenen Jahr angereist, um einen Beitrag über die De Giusti zu drehen, als eben ein riesiger, an die drei Meter hoher, hölzerner Korkenzieher entstanden war. Wir fühlen sehr mit Francos Frau Edda und mit seinem Bruder Luciano und können sehr gut nachvollziehen, wie schwer für beide die Zeit ohne Franco nun sein wird.

Zuletzt war Franco unglaublich stolz darauf, eine uralte Laden-Kredenz restauriert zu haben. Mitte Dezember vergangenen Jahres hat er sie uns in der Werkstatt gezeigt. Kurz vor Weihnachten stellte sich heraus, dass Franco schwer krank war. Auch wenn wir mit der ganzen Familie gehofft haben, dass er geheilt werden könnte: die Hoffnung war vergebens. Unser Ort Varmo hat eine seiner prägenden Persönlichkeiten verloren!

Friaul: Neustart für die Cantina Produttori Cormons

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Wein

Für gute Weine ist Cormons, die kleine, hübsche Stadt im friulanischen Collio, bekannt. Die Cantina Produttori Cormons war über viele Jahre ein Vorzeige-Weinbaubetrieb, eine Kooperative von 120 Mitgliedsweinbauern mit insgesamt etwa 385 Hektar Weingärten. Ende der 1960er Jahre wurde diese Cantina gegründet. Der ‚Vino della Pace’ war ab 1985 berühmt, sowohl wegen seiner Qualität als auch wegen der Künstleretiketten. Schon seit einer Weile war es aber ruhig um den Betrieb geworden. Zu ruhig. Jetzt wird ein Neustart angegangen. Wir waren auf einen Betriebsbesuch in der Cantina.

„Wir haben sehr gute Produkte, aber es hat sich ein bisschen Staub auf die Cantina gelegt“. Das sagt Andrea Russo. Seit etwa einem halben Jahr ist der Marketingexperte aus Genua der Generaldirektor der Cantina Produttori Cormons. Russo hat sich zum Ziel gesetzt, genau diesen Staub wegzublasen. Mit noch mehr Bemühen um Qualität und mit neuem Marketing inklusive neuer Optik. Die bisher für die Cantina typische konische Flaschenform wird Schritt für Schritt durch die typische Collio-Flasche ersetzt. Die Etiketten sollen in den nächsten Monaten optisch ganz dezent und modern werden. Aus dem bisher typischen Wappen wird ein reduziertes Logo, kleine Häuschen, die das Miteinander, auch das der Mitglieder der Kooperative, symbolisieren. Bei der Öffentlichkeitsarbeit wird Russo von dem bekannten Weinexperten und –journalisten Stefano Cosma unterstützt.

Abgesehen von den Weingärten der vielen ‚soci’, der Mitglieder, wachsen rund um die Cantina auf 2,5 Hektar etwa 600 verschiedene Rebsorten der ganzen Welt in der ‚Vigna del Mondo’, dem Welt-Weingarten. Von 1985 bis 2012 wurde aus diesen Trauben der bekannte ‚Vino della Pace’, der Friedenswein, gekeltert. Weinfässer und die Etiketten der jährlich etwa 15.000 Flaschen ‚Vino della Pace’ wurden von bekannten Künstlern gestaltet. Jedes Jahr wurde der Wein an die Mächtigen der Welt, auch den Papst, als Friedensbotschaft verschickt. Viele Flaschen, die inzwischen ihren Wert ordentlich gesteigert haben, lagern noch in der Cantina. Jetzt soll der ‚Vino della Solidarietà’ in den Mittelpunkt treten, die Bedeutung sozialer und ethischer Werte symbolisierend.

Bezüglich der Weinqualität betont Generaldirektor Russo: „Wo wir gut sind, müssen wir noch besser werden. Wo wir aufholen müssen, soll das konsequent geschehen“. Was in den Weingärten der Mitglieder passiert, regelt ein detaillierter Verhaltenskodex, der die Traubenqualität garantieren soll. Das schließt auch ein, die Schädlingsbekämpfung auf das Nötigste zu reduzieren. Acht Wetterstationen helfen mit, dieses Ziel zu erreichen. Sie zeichnen Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Niederschlagsmenge auf, die gesammelten Daten werden im zentralen Computer der Cantina Produttori Cormons ausgewertet, daraus die in den Weingärten nötigen Maßnahmen abgeleitet.

Als wir die Cantina besuchen, führt uns Signora Cinzia durch den Betrieb. Es werden gerade von vielen Mitgliedern der Kooperative Trauben angeliefert. Erst wird die Qualität getestet, dann wird das Traubengut zum Rebeln und Pressen gebracht, der Most kommt in die riesigen Gärtanks. High-Tech überwacht nicht nur die Gärung, sondern dann auch die weitere Behandlung. Aber auch zahlreiche Holzfässer stehen für etliche der Weine bereit. Eindrucksvoll auch die riesigen Autoclaven, die Tanks für die Spumante-Erzeugung. Verschiedenste Spumante-Sorten werden produziert. Wir haben einige in der Folge verkostet und den Pinot Chardonnay Spumante Brut (aus Pinot bianco- und Chardonnay-Trauben, der 36 Monate im Stahltank bleibt und dann noch 6 Monate in der Flasche reift, ehe er auf den Markt kommt), den Ribolla Gialla Brut sowie den Verduzzo Friulano Spumante Dolce zu unseren Favoriten erklärt.

Doch auch die vielen anderen Weinsorten, autochtone (von Friulano bis Malvasia, von Refosco bis Schioppettino) wie internationale, sind durchwegs ansprechend. Und das Preis-Leistungsverhältnis ist sehr in Ordnung. Im Verkaufsshop der Cantina steht jedenfalls eine riesengroße Auswahl zur Verfügung. Alles eine gute Basis für den Aufbruch in die neuen Zeiten der Cantina Produttori Cormons!

Cantina Produttori Cormòns, Via Vino della Pace 31, 34071 Cormons (Go), Tel.: +39 0481 62471, Email: info@cormons.com, www.cormons.com

Ein bunter Sonntag
in San Vito al Tagliamento

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Garten, Küche

Unglaublich, was es in San Vito am Tagliamento alles zu entdecken gibt! Selbst für uns, die wir schon oft in diesem Ort waren! Palazzi, Museen, Ausstellungen und dazu waren an diesem ersten September-Sonntag noch Straßentheater und Flohmarkt angesagt. Was für eine bunte Mischung!

Der Flohmarkt immer am ersten Sonntag im Monat hat auf der Piazza del Popolo einen edlen Rahmen. Die Palazzi rundum und die Kirche San Lorenzo spiegeln die jahrhundertealte Geschichte des Ortes. Der Palazzo Altan Rota ist heute das Rathaus, dahinter öffnet sich ein malerischer Park. Oft haben wir hier im Schatten der Bäume die Kühle gesucht. Jetzt bemerken wir entsetzt, dass der Sturm vom 10.August große Schäden angerichtet und einige der riesigen Bäume entwurzeln oder abgebrochen hat. Es ist zum Weinen!

Einen anderen Garten samt Park wollen wir erstmals erforschen, den des Palazzo Tullio Altan in der nahen Via Antonio Altan. Immer nur am ersten Sonntag des Monats ist er geöffnet. Ein klassischer italienischer Garten mit Buchsbaumhecken und Statuen öffnet sich gleich hinter dem Palazzo, eingefasst von einer halbrunden Mauer mit Resten von Fresken aus dem 18.Jahrhundert. Dahinter ein Park im englischen Stil. Den können wir allerdings nur durch das Gittertor hindurch betrachten, denn wegen der auch hier vom Sturm gefällten Bäume ist der Zutritt derzeit nicht möglich.

In einem Nebengebäude dieses Palazzo ist das ‚Museo della Vita Contadina’ (Museum des bäuerlichen Lebens) untergebracht. Wir hatten ja schon in unserem Buch ‚Friaul erleben’ erwähnt, dass man hier auch vieles über die Seidenraupenzucht erfahren kann, die über Jahrhunderte in Friaul eine zusätzliche Einkommensmöglichkeit für die Bauern war.

In einer Parallelgasse, der Via Marconi, ist diesmal auch das alte Castello mit dem Museo Civico Archeologico geöffnet. Dieses Gebäude ist wie die eben erwähnten Palazzi mit der Geschichte der Adelsfamilie Altan verbunden, war aber zuvor einer der Wohnsitze der Patriarchen von Aquileia. Das Stiegenhaus mit dem riesigen Murano-Luster ist Zeuge einstiger Pracht. Eine Fülle von Freskenresten, von den Wänden abgenommen, restauriert und auf Paneelen wieder aufgezogen, geben Einblicke in das mittelalterliche Leben.

Bellazoia: Gala-Eröffnung
des Weinguts Tenimenti Civa

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Wein

Vor einem Jahr hat Valerio Civa ein neues Weingut in Bellazoia bei Povoletto nördlich von Udine ins Leben gerufen. Tenimenti Civa ist ein Betrieb mit 43 ha Weingärten. Jetzt wurde er offiziell mit einem großen, prominent besetzten Gala-Abend eröffnet. Wir durften auch dabei sein.

Wein von hoher Qualität für den Großvertrieb herzustellen, das hat sich Valerio Civa vorgenommen. Er stammt aus Parma und hat bisher mit seiner Firma Effe.ci.Parma italienische Weine großer Marken in die ganze Welt exportiert. Seine 30 Jahre Erfahrung wollte er auch in ein eigenes Weingut einbringen und fand ‚seinen’ idealen Platz dafür in Bellazoia bei Povoletto nahe Udine. Internationale Sorten wie Sauvignon, Chardonnay, Pinot Grigio, Merlot oder Cabernet, aber vor allem auch autochtone friulanische Sorten wie Friulano, Refosco und Schioppettino wachsen in den Weingärten. Besonders aber will Valerio Civa mit dem Ribolla Gialla einen Schwerpunkt setzen. Als ‚fermo’, also als normaler Wein ausgebaut, aber auch ‚spumantizzato’.

Mehr als 200 Gäste sind zu dem Inaugurationsfest eingeladen. Wir freuen uns auch dabei zu sein. Der Ribolla Gialla Spumante mundet allen gleich zum Auftakt. Nicht nur viele Prominente der friulanischen Weinwelt sind gekommen, auch die Präsidentin der Region Friaul Julisch Venetien (bei uns hieße es Landeshauptfrau) Debora Serracchiani ist da und wir haben auch Gelegenheit uns ihr vorzustellen. Enos Costantini, der uns bei der Produktion der deutschsprachigen Ausgabe der Zeitschrift ‚Terra Friulana’ im Vorjahr betreut hat, darf natürlich nicht fehlen, er ist schließlich d e r Experte für die Geschichte des friulanischen Weines und speziell des Ribolla Gialla. „Il vino ha bisogno di cultura e la cultura ha bisogno del vino“ (der Wein braucht Kultur und Kultur braucht den Wein), befindet Enos dann als einer der Redner am Podium.

Adresse

  • ARGE Hopfmüller-Hlavac
    Deublergasse 37
    A-1210 Wien

Kontakt

Gisela Hopfmüller

Franz Hlavac

  • +43 664 281 80 18

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