Terra Friulana

Unser Friaul

Varmo: Gabriella, die Königin der Rosen

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Garten, Pflanzen

„Kennt Ihr Gabriella und ihre Rosen? Nein? Dann muss ich Euch zu Ihr führen“, sagt Winzerin Fabiola Ferrin und begleitet uns nach Belgrado, einem Nachbarort unseres Wohnortes Varmo, zur Azienda „Profumo di Rose“, Duft der Rosen, wo sich Gabriella Pascutti einen Traum verwirklicht hat.

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Gabriella strahlt die Zufriedenheit eines Menschen aus, der mit seiner Arbeit glücklich ist. Bis vor 10 Jahren war sie Porzellanmalerin, dann hat sie geheiratet und sich einen Traum erfüllt: eine eigene kleine Azienda, wo sie Rosen zieht und als Schnittblumen verkauft. In zwei riesigen Folientunneln wachsen die verschiedensten Rosensorten. „Insgesamt sind es 5000 Pflanzen“, erzählt sie uns. Jeden Morgen ab 5 Uhr früh arbeitet sie hier. Das verlangt viel Einfühlungsvermögen in die Bedürfnisse der schönen Gewächse. „Man darf zum Beispiel nicht alle verblühten Rosen gleich tief unten am Trieb abschneiden. Bei einigen knipse ich nur die Blüte weg, die bekommen dann erst später jenen Schnitt, der sie neu austreiben lässt, mit neuen Knospen. Durch diese Staffelung habe ich immer gleichmäßig blühende Rosen.“ Wässern, Ungeziefer bekämpfen oder auch Mehltau – Gabriellas Rosenkinder nehmen sie ganz in Anspruch. Von April bis November kann sie ihren Kunden Rosen in Buketts und Gestecken anbieten. Nicht nur Private kaufen diese begeistert, auch Restaurants lassen sich von ihr prächtige Dekorationen aus Rosen anfertigen. Im Winterhalbjahr hält sie Kurse an der „Università della terza età“, also der Volkshochschule, zuletzt zum Beispiel im Korbflechten.

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Gabriellas Rosensträuße und Gestecke sind Ausdruck ihrer wunderbaren Kreativität. Immer lässt sie sich Neues einfallen, aus Materialien, die die Natur rundum eben gerade bietet. Sie befestigt zum Beispiel Gestecke in Rindenstücken oder in kleinen Körben, fügt Kräuter ein oder ein paar andere Blumen, die am Rande ihres Gartens wachsen, zieht auf ganz spezielle, dekorative Art Bast oder Tüll durch das Zellophan, das sie rund um die Sträuße bindet, und setzt – wie als ihr Markenzeichen – überall einen kleinen Marienkäfer dazu. Auf die Tür zu ihrem Rosengarten hat Gabriella ein paar Sätze aus ‚Alice im Wunderland’ geschrieben, die vom Gnom der Träume erzählen, der den Kindern Blumen bringt. Wenn Gabriella lacht, muss man einfach mitlachen und ihre Freude teilen über die Königinnen der Blumen. Und sie ist auch selbst eine Königin, die Königin ihrer Rosen.

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Azienda Agricola „Profumo di Rose“ von Gabriella Pascutti,Via Savorgnan 7, 33030 Belgrado di Varmo, Tel.: 0039 0432 778294

Una festa sui prati……
Unser nettes Gartenfest

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch

Vor genau drei Jahren haben Wolfgang und Carina Buchner bei uns in Varmo geheiratet – als erste Ausländer in diesem Ort übrigens. Wir haben ja im Buch „Unser Friaul“ davon erzählt. Zum Jahrestag musste natürlich wieder gefeiert werden. Und es war wieder ein schönes, lustiges, friulanisches Fest!

Garten und Buffet sind schön vorbereitet und dekoriert, mit Rosen von der Gärtnerin Gabriela Pascutti aus dem benachbarten Belgrado, mit viel Selbstgekochtem, außerdem Prosciutto und Roastbeef vom Fleischer Valentino Zanin aus Camino sowie einem großartigen Tiramisu, das Daniela gemacht hat. Außerdem gibt’s feine Weine aus der Franciacorta, von unseren Winzerfreunden Ferrin und Komjanc sowie aus dem Karst vom Winzer Milic. Am späten Samstagnachmittag ist alles bereit, die Gäste kommen.

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Unser Freund Vanni hat natürlich wieder seine Ziehharmonika mitgebracht und die kleine Kyla, die Tochter der Fotografin Mayda Mason, bekommt auch gleich ihre Neugierde gestillt, wie das Instrument funktioniert. Wolfgang und Carina werden musikalisch begrüßt, denn Vanni hat inzwischen auf der steinernen Gartenbank Platz genommen und spielt auf. Aber nicht nur das: er hat sich eine Überraschung einfallen lassen und drei Freunde gefragt, ob sich nicht auch kommen wollen zum gemeinsamen Musizieren. Na, und die drei kommen wirklich und spielen gemeinsam mit Vanni friulanische Lieder. Aber nicht nur das: sogar ein Wienerlied haben sie im Repertoir. Sie bekommen von uns allen viel Applaus!

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Musik machen und Zuhören erzeugen natürlich Hunger. Deshalb rückt nun das Buffet in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Danielas Tiramisu wird vom „Brautpaar“ stilgerecht angeschnitten und dann von allen mit Begeisterung schnabuliert. Weiter geht’s mit der Musik, außerdem wird mit der kleinen Kyla Ring werfen gespielt. Abenteuer haben wir auch zu bieten: Carina streift einen Ohrwaschlkaktus und muss in der Folge „entstachelt“ werden. Wenigstens die Gelsen halten sich an diesem Nachmittag und Abend ziemlich zurück mit Attacken.

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Getanzt wird auch, und auf den bei Hochzeiten üblichen Ruf „Baci, baci! Küsse, Küsse!“ wird auch gebusselt. Als es dunkel wird, verwandeln viele Kerzen unseren Garten in ein besonders romantisches Paradies. Bürgermeister Sergio Michelin, der Wolfgang und Carina vor drei Jahren getraut hat, schaut noch auf ein Stündchen vorbei. Und zum Ausklang des Abends lassen wir im Weingarten noch drei Wunschlaternen steigen – in den italienischen Farben grün und weiss und rot.

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Mariazell: Franz Kerners
himmlische Lebkuchen

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Küche, Menschen

In der Konditorei und Lebzelterei Kerner, der ältesten von Mariazell in der Wiener Neustädterstrasse 8, nicht weit hinter der Basilika, herrscht das ganze Jahr Hochbetrieb. Auch im August ist der Duft des Lebkuchens eine überaus feine Sache, besonders wenn man wie wir bei unserem Ausflug mit unseren friulanischen Freunden Daniela und Rosano in Franz Kerners Backstube ein bisschen hinter die Kulissen schauen darf.

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Für unser Buch 2015 erschienenes Buch über das Ötscherland hatten wir ja auch Mariazell näher erforscht und danach dort das Buch präsentiert. Dabei sind wir auf Franz Kerner gestoßen, auch weil seine Konditorei gleich neben dem Kirchenwirt liegt, wo wir sehr gerne übernachten. Seit 1860 werden im Kerner-Haus feinste Mariazeller Honiglebkuchen hergestellt, fast 40 verschiedene Sorten. Diesmal haben wir gefragt, ob er uns zeigt, wo seine süßen Köstlichkeiten entstehen. Seine Zusage kam ganz schnell und so durften wir ein bisschen zusehen, wo und wie Franz Kerner und drei Mitarbeiterinnen mit Teig, Schokolade, Mandeln und vielem mehr für die Lebkuchen, aber auch mit Tortenböden und Cremes umgehen, als wäre alles eine Kleinigkeit. Was es natürlich nicht ist. Es verlangt schon viel Konditor-Kunstfertigkeit, um aus diesen Süßigkeiten kleine Kunstwerke für Auge und Gaumen zu machen.

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Für die klassischen „Fünfmandler“-Lebkuchen, also die mit den fünf Mandeln drauf, wird der Teig (mit ganz viel Honig drin) geknetet und ausgewalkt, dann wird die typische rechteckige Form mit den runden Ohren an den Ecken ausgestochen, die Mandeln werden draufgedrückt, dann kommen die Lebkuchen für fünf bis 10 Minuten ins das riesige Backrohr, um danach mit einer Zuckerlösung bestrichen zu werden. Von den runden Lebkuchen gibt es vielerlei Varianten, eben werden welche mit Schokoglasur überzogen. Am selben Tisch in der Backstube schneidet eine andere Dame Tortenböden und bereitet sie für die weitere Fertigstellung mit verschiedenen Cremes vor.

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Jetzt geht es an das Verzieren der beliebten Lebkuchenherzen. Eine der Mitarbeiterinnen von Franz Kerner schreibt in wunderschöner Schrift und unheimlich flott auf viele Herzen „Gruß aus Mariazell“. „Wollen Sie das auch probieren?“ Natürlich, gerne! Gisela und Daniela versuchen es mit italienischen „Saluti da Mariazell“, aber ihre Schriftzüge sind aber doch ziemlich zittrig. Egal, das selbst Ausprobieren macht viel Spaß, den Ausführenden wie den Zuschauern. Danke an Franz Kerner und seine Mitarbeiterinnen, die uns superfreundlich Zeit gewidmet haben!

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In der Konditorei, die von Kerners Tochter Stephanie betreut wird, müssen wir natürlich heftig die Tortenarten kosten, deren Entstehung wir in der Backstube so nah waren. Jeder von uns hat blitzartig seine Lieblingstorte gefunden: Ob Kaffeewürfel, Himbeercremetorte oder Bananentorte, alles schmeckt himmlisch. Daheim werden wir dann wieder einmal Kerners Lebkuchen genießen, wie wir es in unseren „Ötscher-Buch-Recherche-Zeiten“ öfter schon getan haben. Weil ja aber auch Mariazeller Konditoren mal Urlaub machen müssen, legen wir Franz Kerner zu diesem Zweck Friaul ans Herz und geben ihm unser jüngstes Opus, die Zeitschrift „Terra Friulana“ mit 160 Seiten über Friaul Julisch Venetien. Auf bald, in Mariazell oder in Friaul!

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Die Jubiläen des Bepi Della Mora

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Friaul-Tagebuch, Plfanzen

Dieser Tage hat uns in Varmo Bepi Della Mora besucht. Er wohnt im Nachbarort Santa Marizza und ist in der ganzen Gegend als ein besonders netter, kreativer Kopf bekannt. Er hat uns gezeigt, wie er den vergangenen Juni als seinen Jubiläumsmonat festgehalten hat.

Wenn Bepis alter blauer Ford Fiesta vor unserer Tür hält, dann gibt es stets etwas Besonderes zu erfahren. Diesmal hat Bepi eine Tafel mitgebracht. Darauf hat er festgehalten, dass das Jahr 2016 für ihn ein ganz besonderes ist: Er ist im Juni 90 Jahre alt geworden, seine Frau Elda ist heuer 80, heuer sind die beiden 60 Jahre verheiratet und der alte Ford hat genau 40 Jahre auf dem Rücken. „Alles zusammen: 270 Jahre!“, stellt Bepi stolz fest. Wir gratulieren und stoßen darauf mit unserem Wein an. „Saluti, cincin! Gratulation, Bepi!“ Seine Freunde haben ihm auf einem Stück Rinde auch einen netten Spruch gewidmet: „Danke Bepi, weil du uns unterhältst, weil Du uns etwas beibringst mit deinen Geschichten, die Du in Szenen darstellst! Die schönste sind deine 90 Jahre!“ Bepi hat es sich nämlich zur Gewohnheit gemacht an der kleinen Brücke über den Bach zwischen Varmo und Santa Marizza aus verschiedensten Materialien Figuren und Szenen zusammenzufügen, mit denen er Geschehnisse kommentiert, die ihn bewegen. Was alle Vorbeifahrenden heftig bewundern. Derzeit stehen dort zwei kleine Esel, die mit einer Kette verbunden sind, aber jeder zieht in eine andere Richtung. Und so kann keiner sein Futter erreichen. Darunter hat Bepi geschrieben: „Wenn es keinen Dialog gibt……“ Bepi bastelt gerne. Derzeit gerade Augen aus Marillenkernen. Die sollen Glück bringen. Er hat uns auch welche mitgebracht.

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Und Bepi wünscht sich ein Foto von der Tafel mit seinen heurigen Jubiläen, zusammen mit seiner Frau und dem Auto. Wir sind gleich Feuer und Flamme: „Natürlich kommen wir und machen so ein Foto!“ „Hoffentlich kann ich Elda davon überzeugen, sich fotografieren zu lassen“, macht er sich ein bisschen Sorgen. Aber die sind überflüssig. Als wir zwei Tage später zu ihm nach Santa Marizza kommen, sind gleich ein paar Fotos gemacht, wie er sie sich wünscht. Dann zeigt er uns wieder einmal die Räume, in denen er aus Stroh, Glas, Karton, Farbe und vielem mehr seine Figuren und Szenen bastelt. Seine Frau Elda ruft uns auf ein Glas Prosecco ins Wohnzimmer. Dort bekommen wir ein Buch gezeigt, in dem sich das Foto einer riesigen Schwarzpappel befindet. „Diesen Baum müssen wir noch anschauen“, sagt Bepi und schon fahren wir den kurzen Weg hin zu dieser Pappel. Sie ragt zwischen den Feldern auf wie ein Turm, prächtig und voller Kraft. Bepi hat ein Schild an den Stamm gehängt: „Umfang 4.50 Meter“. Er setzt sich auf die kleine Bank darunter und schaut mit ganz begeisterter Miene hinauf in die Baumkrone. Auch wir spüren die Ausstrahlung dieser herrlichen Baumes und fühlen uns sehr gut dabei. Möge der Baum Bepi und seiner Elda noch Kraft für viele weitere kreative Jahre geben!!!

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