Rund um die Wachau

Entdeckungen beiderseits der Donau

23.1.: Tag des Friauler Weines in Wien

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Wein

Der “Tag des Friauler Weines” in Wien ist seit Jahren ein großer Erfolg. Heuer findet er am 23.Jänner von 14.30 bis 20.30 Uhr statt. Veranstalter Wolfgang Obermaier hat wieder die Ovalhalle des MuseumsQuartiers Wien als Veranstaltungsort ausgewählt.

Für private Besucher besonders interessant ist das Angebot an Gästezimmern in den Weingütern im Friaul. Viele Winzer haben in den letzten Jahren ein touristisches Angebot aufgebaut und bieten Zimmer für lange Wochenenden oder Urlaube in der Region zwischen Alpen und Adria an.

Tickets an der Kassa (kein Vorverkauf, keine Bankomatkassa): 20 €, Abendkarten (ab 19 Uhr) u. Studentenkarten (mit Ausweis, bis 27 Jahre) 15 €. Glaseinsatz 5 €.

Die Produzenten knüpfen jedes Mal erfolgreich Kontakte zu potentiellen Wiederverkäufern in Wien und in den umliegenden Bundesländern. Heuer nehmen zum ersten Mal folgende 6 Betriebe teil

Cantina Produttori Cormons aus Cormons, Scarbolo di Scarbolo aus Cividale, Ronchi San Guiseppe aus Cividale, Le Due Torri di Antonio Volpe aus Corno di Rosazzo, Alfieri Cantarutti aus S.Giovanni al Natisone und der Balsamicoerzeuger Midolini aus Manzano.

Zu diesem Ereignis freuen wir uns auch auf den Besuch von “alten” Bekannten aus Prepotto wie Anna Muzzolini von Iole Grillo, Hilde Petrussa von Vigna Petrussa, Paolo Petrussa, Fam. Pizzulin vom Weingut Denis Pizzulin und Valerio Marinig vom gleichnamigen Betrieb in Prepotto. Mit dabei auch Colli die Polanis, sowie die Brüder Stanig.

Aus San Florian del Collio kommen: Roberto und Raffaela Komjanc, die Betriebe Humar, Korsic und Edi Skok. Aus Cividale La Magnolie, Castello Sant Anna, Stroppolatini und Ronc di Gugliemo. Weitere Produzenten: Zorzon aus Brazzano di Cormons, Corelli Paolini aus Faedis, Borgo di Sappori Cencig aus Spessa di Cividale und I Magredi aus S.Giorgio della Richinvelda.

Die Teilnehmerliste mit näheren Informationen zu den Ausstellern finden Sie auf der Homepage des Veranstalters Wolfgang Obermaier.

www.weintage.at

Auch wir, Gisela Hopfmüller und Franz Hlavac, wurden von Wolfgang Obermaier eingeladen, weil wir als Wahl-Friulaner mit mehreren Büchern und Publikationen über die authentische Genuss-Kultur der Menschen im Friaul bekannt geworden sind und im Friaul sogar als „Ehrenbotschafter“ geschätzt werden.

Ebensee: Von Kripperln und Glöcklern

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Menschen

Die ‚Kripperlroas’, das von Haus zu Haus Gehen, um Krippen anzusehen, hat in Ebensee in Oberösterreich eine lange Tradition. Da wir dort einen Vortrag über Friauler Krippen halten durften, muss die Gelegenheit genützt werden: Am Tag danach begeben wir uns auf die ‚Krippenreise’. Es darf aber auch ein ausgiebiger Blick auf den Brauch des ‚Glöcklerlaufes’ nicht fehlen. Dank der kundigen Führung von Dr.Franz Gillesberger und seiner Gattin Renate ein unglaublicher Tag voller großartiger Eindrücke!

Privathäuser in Ebensee öffnen bis zum 2.Februar, Maria Lichtmess, den Gästen ihre Pforten, um die raumfüllenden, wunderschönen Landschaftskrippen zu zeigen. Ein Prospekt hilft dem Besucher bei der ‚Kripperlroas’ und Franz Gillesberger ist als Führer durch die Ebenseer Krippenwelt überaus gefragt. Schon die Ebenseer Pfarrkirche wartet mit der ersten außergewöhnlichen Krippe auf. Sie stammt aus der Schnitzschule der berühmten Barock-Bildhauerfamilie Schwanthaler. Deshalb sind die Figuren von besonderer Qualität und wir finden im Zug der Könige gleich unseren Lieblingselefanten.

Jetzt führen uns die Gillesbergers von Haus zu Haus. Zum Beispiel zu Günther Neuhuber, der wegen seiner Liebe zur Krippe extra das Schnitzen lernt. Die Krippe der Familie Scheck hat als Besonderheit nicht nur ungarische Soldaten zu bieten – weil ein Vorfahre dort selbst als Soldat war – sondern der kleine Kohlenmeiler kann auch tatsächlich zum Rauchen gebracht werden.

Die Krippe von Sepp Zehentleitner hat die wohl außergewöhnlichste Szene einer ‚Flucht nach Ägypten’ zu bieten, mit den Räubern Desmas und Gesmas und einer unglaublichen Fülle wilder Tiere. Franz Vogl ist der Spezialist für den Bau von Krippenhäusern, die sich so vielfältig in allen Krippen hier finden. Er bestückt nicht nur seine eigene Krippe mit den liebevoll aus Balsaholz gebauten Häuschen, sondern auch die vieler anderer im Ort.

Rudolf Loidl ist der Vorgänger von Franz Gillesberger als Leiter des Ebenseer Museums. Loidl schnitzt für seine Krippe ebenfalls selbst und fertigt auch die für die Region typischen Masken. Er und seine Gattin Hilda stärken uns mit einen Schnapserl für unsere weitere ‚Kripperlroas’. Derlei Stärkung erfährt Fortsetzung sowohl bei Toni Putz, bei dem wir eine aus Südtirol stammende Schnitzkirche bewundern dürfen, als auch bei Gerhard Preiner. Auch er schnitzt selbst, nicht nur für die eigene Krippe, sondern auch für andere. Aus der Fülle der hübschen Figuren erwerben wir einen schlafenden Hirten und einen kleinen Wolf mit Lamm im Maul.

In Ebensee wird aber nicht nur der Krippen-Brauch liebevoll gepflegt, sondern auch der des Glöcklerlaufes. Deshalb steht bei Max Höllmoser nicht nur eine schöne, alte Krippe, sondern er ist auch ein leidenschaftlicher Glöckler. Beim Glöcklerlauf ziehen immer am 5.Jänner die Glöckler verschiedener Gruppen – Passen genannt – mit ihren meist riesigen, durch Kerzen von innen beleuchteten Kappen durch den Ort, große Kuhglocken tragen die Glöckler an einem Gürtel um die Taille. So sollen – so sagt die Tradition – die bösen Geister vertrieben und die guten geweckt werden. Dieser Brauch hat in Ebensee seinen Ursprung, hat sich von hier aus über das Salzkammergut verbreitet und ist inzwischen sogar UNESCO-Kulturerbe.

Max Höllmoser ist ein Meister des Bauens von Glöcklerkappen. Eine aufwendige Arbeit ist es, die nötigen Holzgestelle zu konstruieren und dann mit buntem Papier die Ornamente und die figuralen Szenen zu kleben. Dutzende solcher Kappen hat Höllmoser in einem großen Raum stehen, von Kindergröße bis zu ganz großen, die schon gut 15 Kilogramm wiegen können, in jeder von denen stecken etwa 600 Arbeitsstunden.

Für heuer ist ja der Ebenseer Glöcklerlauf schon Geschichte, aber im Museum sind die Glöckler das ganze Jahr zu bestaunen. Und bei Höllmoser ist wohl das ganze Jahr Glöcklersaison. Und das weckt in Franz die Lust, auch einmal so einen Kappe zu probieren, fürs Erste eine in Kindergröße. Sieht wirklich toll aus! Und als Erinnerung erwerben wir eine kleine Glöckler-Lampe. Die wird auf jeden Fall dazu beitragen, dass unsere Erinnerung an diesen wundervollen Tag, den wir dank Franz und Renate Gillesberger in Ebensee erleben durften, ganz lebendig bleibt!

Vortrag über Friaul-Krippen
im Krippenort Ebensee / OÖ

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Das waren unsere Lesungen

Es ist bekannt, dass viele Ebenseer Friaul-Fans sind. Und Krippen-Fans sind sie sowieso, denn der Ort ist ja berühmt für seine wunderbaren Landschaftskrippen mit den kunstvoll geschnitzten Figuren. Deshalb war es uns eine besondere Freude, dort einen Vortrag über die Krippen in unserer zweiten Heimat Friaul halten zu dürfen. Der Direktor des Museums Dr.Franz Gillesberger hatte uns dazu eingeladen. Und der Vortragsraum konnte die vielen Interessierten kaum aufnehmen, so groß war der Andrang. Selbstverständlich hatten wir – wie schon bei unseren Friaul-Lesungen in vergangenen Jahren – Weine vom Weingut Ferrin, Montasio-Käse und dazu unsere selbstgemachte Feigenmarmelade mitgebracht. Und unsere Friaul-Bücher natürlich!

Vor Veranstaltungsbeginn konnten alle die Krippenausstellung im Ebenseer Museum genießen. Auch unsere private, kleine Krippe aus dem Friaul darf in einem der Schaukästen stehen und zeigt, dass die Typen der italienische Krippenfiguren – vom Pizzabäcker bis zum Melonenverkäufer – sich zum Teil doch deutlich von den alpinen Szenen der traditionellen Ebenseer Krippen unterscheiden. Gleich neben unserer friulanischen Krippe steht eine moderne Ebenseer Krippe, die von Klaus Müllegger geschnitzt wurde und dadurch auffällt, dass die Szene praktisch ‚umgedreht’ wurde, damit man die Hl.Drei Könige von vorne sehen kann.

Franz Gillesberger und seine Gattin Renate sind immer großartige Gastgeber, für uns und für die Zuhörer. Wir fühlen uns als Freunde aufgenommen. Deshalb machte es wirklich besonderen Spaß zu erzählen und mit vielen Bildern zu zeigen, wie intensiv in Friaul die Krippenkultur gepflegt wird. Ob traditionell gebaute Krippen mit kleinen Figuren und friulanischen Bauernhäuschen, ob Krippen im Freien mit lebensgroßen Figuren oder die kunstvolle Sandkrippe – die stilistische Vielfalt ist groß, wohl auch, weil eine so klassische Krippenbautradition wie in Ebensee im Friaul nicht existiert. Dafür dominiert enorme kreative Vielfalt. Wir haben uns sehr gefreut, dass wir die Besucher damit merkbar überraschen konnten. Oft bekamen wir an diesem Abend gesagt: „Wir wussten gar nicht, wie viele und schöne Krippen man in Friaul sehen kann. Da müssen wir unbedingt hin!“

Dass nach so einem Vortrag friulanischer Wein nicht fehlen darf, ist sonnenklar. Paolo und Fabiola Ferrin, Winzer in Camino al Tagliamento, konnten zwar nicht persönlich kommen und ihren Wein zur Degustation anbieten, aber sie hatten uns welchen mitgegeben. Und so schlüpfte Franz ersatzhalber in die Rolle des ausschenkenden Winzers und wird den Ferrins viel Lob der Ebenseer nach Friaul zurückbringen. Dazu hatten wir den berühmten friulanischen Montasio-Käse mitgebracht, zu dem unsere selbstgemachte Feigenmarmelade so besonders gut schmeckt. Eine feine Abrundung dieses besonderen Friaul-Abends. Danke an die Gillesbergers, dass sie das alles möglich gemacht haben!

Adresse

  • ARGE Hopfmüller-Hlavac
    Deublergasse 37
    A-1210 Wien

Kontakt

Gisela Hopfmüller

Franz Hlavac

  • +43 664 281 80 18

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