Vorchdorfer im Friaul

Written by Gisela & Franz. Posted in Friaul-Tagebuch, Küche, Menschen

Im vergangenen Februar waren wir zu einem Friaul-Vortrag in Vorchdorf eingeladen, jetzt sind Vorchdorfer zu uns ins Friaul gekommen. Wir durften den Mitgliedern des Siedlervereines und des Heimatvereines Vorchdorf am ersten Tag unsere Gegend von Varmo und am zweiten Tag Gorizia und Umgebung zeigen.

Felix Lenzeder, Obmann des Siedlervereines Vorchdorf, hat die Reise ins Friaul organisiert, inklusive eines Besuches bei uns in Varmo. Unser Garten hat sich für die Besucher aus Oberösterreich mit der schönsten Rosenblüte herausgeputzt, die Tomaten wachsen auch schon sehr brav und die Reben in unserem Weingarten werden jeden Tag sichtbar länger. All das zeigen wir unseren Gästen mit viel Freude. Natürlich wird auch unser eigener Wein verkostet und unsere Bücher finden ebenfalls viel Interesse.

Wir haben das Mittagessen für die Gruppe im nahen Ort Bugnins in der Trattoria Da Bepo organisiert, ein bewährtes Ambiente, um sich mit typischen friulanischen Köstlichkeiten verwöhnen zu lassen. Anna, die Schwester des ‚Padrone’ Valentino Bert, umsorgt uns mit der Crew der Trattoria auch ganz großartig.

Von Speis und Trank fast überwältigt fahren wir gemeinsam zur nahen Villa Manin in Passariano bei Codroipo. Und alle finden: Napoleon hatte recht, als er über diese Villa des letzten Dogen Ludovico Manin (errichtet im 18.Jahrhundert) sagte: Für einen Fürsten zu groß, für einen Kaiser zu klein. In jedem Fall sind die Villa und ihr Park mit den riesigen, uralten Bäumen eindrucksvoll. Und auch an anderen Villen der Gegend, wie etwa der Villa Colloredo-Mels in Gorizzo, kommen wir noch vorbei.

Nach diesem kleinen Spaziergang ist die Weinkost im Weingut Ferrin in Camino al Tagliamento an der Reihe. Wie stets entsteht sehr rasch viel Begeisterung über die ausgezeichneten Weine von Paolo und Fabiola Ferrin, die gemeinsam mit ihrer Tochter Sara die Gäste umsorgen. Und wegen des tollen Preis-Leistungsverhältnisses der Ferrinschen Weine wandert auch gar manche Flasche in den Autobus, um nach Ende der Reise dann daheim in Oberösterreich noch die Gaumen zu erfreuen.

Am Tag zwei unserer gemeinsamen Zeit im Friaul ist Gorizia der Treffpunkt, die Stadt, die eine so turbulente Geschichte hat, über die Jahrhunderte hin und her gerissen als Grafschaft Görz, als Teil der Habsburger Monarchie, immer wieder von Venedig bestürmt, vom Ersten Weltkrieg gebeutelt und nach dem zweiten Weltkrieg 1947 durch eine undurchdringliche Grenze zwischen Italien und Jugoslawien zerrissen, eine Grenze, die sich erst durch den Beitritt Sloweniens zur EU 2004 in ihrer trennenden Hässlichkeit auflöste.

Wir erklimmen in Gorizia die Burg, erfahren im Museum dort viele historische Begebenheiten, bewundern dann unten im Ort die berühmten Palazzi Lanthieri und Strassoldo sowie den Dom, spazieren durch die Via Rastello vorbei am Denkmal für den Dichter und Philosophen Carlo Michelstädter bis hinunter auf die Piazza Vittoria mit der imposanten Barockkirche Sant’Ignazio. Natürlich muss dann noch vor dem Bahnhof aus der Zeit der Monarchie jener Punkt besichtigt werden, wo zum Gedenken an die einstige Grenze möglich ist, mit einem Bein in Italien und mit dem anderen in Slowenien zu stehen.

Nach so viel erlebter Geschichte geht es hinauf auf den Hügel von San Floriano, vorbei an Oslavia, der Gedenkstätte für den Ersten Weltkrieg, bis zur Osteria Korsic. Dort haben Adriana Korsic und ihr Mann Damjan Miklus für ein Mittagessen gesorgt, das alle mehr als zufrieden macht. In dieser Osteria ist man einfach immer aufs Beste umsorgt!

Dann fahren wir noch ein Stück über den slowenischen Teil des Collio, die Brda. Die Landschaft hier löst bei den Vorchdorfern sowohl Assoziationen zur Südsteiermark als auch zur Toskana aus. Kein Wunder, diese mit Weingärten, Kirsch- und Pfirsichbäumen überzogenen Hügel sind einfach wirklich wunderschön. Beim Schloss im Ort Dobrowo ist noch ein Kaffee-Stopp eingeplant. Der Bus hat schließlich eine Kaffeemaschine und an Nuss- und Mohnstrudel, Mohnkuchen und anderen süßen Köstlichkeiten mangelt es auch nicht, die Damen der Reisegruppe haben da vorgesorgt und daheim für die Reise gebacken. Jetzt ist es an der Zeit, uns zu verabschieden. Es hat uns viel Freude bereitet, ein bisschen etwas von unserer zweiten Heimat Friaul wieder einmal einer sehr interessierten Gruppe näher zu bringen. Danke für die schöne Zeit mitsammen! Am Bus steht geschrieben: Bin mal kurz weg! Hoffentlich sind sie bald wieder da in Friaul Julisch Venetien, unsere netten Vorchdorfer.

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