Im Zeichen der Kräuter

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Friaul-Tagebuch, Küche, Plfanzen, Wein

Ennio erzählt über Kräuter und was sie können, Ennio kocht und Ennio führt einen Kräuterspaziergang – mit Ennio Furlan in die Welt der Wildkräuter einzutauchen ist, immer ein Erlebnis. Diesmal stand ein Sonntag in der Azienda Ferrin ganz in diesem Zeichen.

Eine ganze Gruppe Interessierter widmet Ennio ganz ihre Aufmerksamkeit. Man kann von ihm, dem Kräuter- und Pilzexperten jede Menge lernen. Ennios eigentlicher Beruf ist Koch. 47 Jahre seines Lebens hat er höchst erfolgreich in den renommiertesten Trattorie und Ristoranti des Friaul aufgekocht. Dass er jetzt theoretisch in Pension ist, daran denkt weder er noch tun es die, die ihn kennen. Er hat einen Terminkalender wie ein Generaldirektor – so gefragt ist er, als Koch und Ratgeber bei einer Fülle von kulinarischen Veranstaltungen, als Führer bei Kräuter- oder Pilzwanderungen, als Vortragender. Erstaunlich, dass Ennio auch noch Zeit findet zum Bücherschreiben. Die Bücher „Erbe…. e dintorni“ und „Funghi…..e dintorni“ spiegeln seine ganze Leidenschaft für diese Themen wieder. Ein drittes Buch erscheint demnächst.

Die Jubiläen des Bepi Della Mora

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Friaul-Tagebuch, Plfanzen

Dieser Tage hat uns in Varmo Bepi Della Mora besucht. Er wohnt im Nachbarort Santa Marizza und ist in der ganzen Gegend als ein besonders netter, kreativer Kopf bekannt. Er hat uns gezeigt, wie er den vergangenen Juni als seinen Jubiläumsmonat festgehalten hat.

Wenn Bepis alter blauer Ford Fiesta vor unserer Tür hält, dann gibt es stets etwas Besonderes zu erfahren. Diesmal hat Bepi eine Tafel mitgebracht. Darauf hat er festgehalten, dass das Jahr 2016 für ihn ein ganz besonderes ist: Er ist im Juni 90 Jahre alt geworden, seine Frau Elda ist heuer 80, heuer sind die beiden 60 Jahre verheiratet und der alte Ford hat genau 40 Jahre auf dem Rücken. „Alles zusammen: 270 Jahre!“, stellt Bepi stolz fest. Wir gratulieren und stoßen darauf mit unserem Wein an. „Saluti, cincin! Gratulation, Bepi!“ Seine Freunde haben ihm auf einem Stück Rinde auch einen netten Spruch gewidmet: „Danke Bepi, weil du uns unterhältst, weil Du uns etwas beibringst mit deinen Geschichten, die Du in Szenen darstellst! Die schönste sind deine 90 Jahre!“ Bepi hat es sich nämlich zur Gewohnheit gemacht an der kleinen Brücke über den Bach zwischen Varmo und Santa Marizza aus verschiedensten Materialien Figuren und Szenen zusammenzufügen, mit denen er Geschehnisse kommentiert, die ihn bewegen. Was alle Vorbeifahrenden heftig bewundern. Derzeit stehen dort zwei kleine Esel, die mit einer Kette verbunden sind, aber jeder zieht in eine andere Richtung. Und so kann keiner sein Futter erreichen. Darunter hat Bepi geschrieben: „Wenn es keinen Dialog gibt……“ Bepi bastelt gerne. Derzeit gerade Augen aus Marillenkernen. Die sollen Glück bringen. Er hat uns auch welche mitgebracht.

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Und Bepi wünscht sich ein Foto von der Tafel mit seinen heurigen Jubiläen, zusammen mit seiner Frau und dem Auto. Wir sind gleich Feuer und Flamme: „Natürlich kommen wir und machen so ein Foto!“ „Hoffentlich kann ich Elda davon überzeugen, sich fotografieren zu lassen“, macht er sich ein bisschen Sorgen. Aber die sind überflüssig. Als wir zwei Tage später zu ihm nach Santa Marizza kommen, sind gleich ein paar Fotos gemacht, wie er sie sich wünscht. Dann zeigt er uns wieder einmal die Räume, in denen er aus Stroh, Glas, Karton, Farbe und vielem mehr seine Figuren und Szenen bastelt. Seine Frau Elda ruft uns auf ein Glas Prosecco ins Wohnzimmer. Dort bekommen wir ein Buch gezeigt, in dem sich das Foto einer riesigen Schwarzpappel befindet. „Diesen Baum müssen wir noch anschauen“, sagt Bepi und schon fahren wir den kurzen Weg hin zu dieser Pappel. Sie ragt zwischen den Feldern auf wie ein Turm, prächtig und voller Kraft. Bepi hat ein Schild an den Stamm gehängt: „Umfang 4.50 Meter“. Er setzt sich auf die kleine Bank darunter und schaut mit ganz begeisterter Miene hinauf in die Baumkrone. Auch wir spüren die Ausstrahlung dieser herrlichen Baumes und fühlen uns sehr gut dabei. Möge der Baum Bepi und seiner Elda noch Kraft für viele weitere kreative Jahre geben!!!

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