Unser neues Buch ist da:
„Rund um die Wachau“

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Bücher, Küche, Niederösterreich Tagebuch, Weinempfehlungen

Es ist jedes mal wieder ein Glücksgefühl, wenn wir ein neues Buch in Händen halten, an dem wir lange gearbeitet haben. Diesmal haben wir die Wachau und besonders auch ihr Hinterland erforscht: „Rund um die Wachau. Entdeckungen beiderseits der Donau“ (Styria Verlag) ist unser siebentes Buch in sieben Jahren! Hoffentlich mögen es unsere Leser genauso wie wir!

190 Seiten voller Überraschungen sind es geworden. Denn auch wenn viele glauben, das Weltkulturerbe Wachau zu kennen, so lässt sich dennoch viel Verborgenes abseits bekannter Pfade entdecken. Das verknüpft sich mit all dem Genussvollen, das man doch an der Wachau geradezu voraussetzt. Es waren eineinhalb spannende Jahre, in denen wir diese Gegend mit Eifer erforscht haben, zweifellos eine der schönsten Landschaften Österreichs.

Der Dunkelsteinerwald und das Südufer mit der Römerstadt Mautern, der Nibelungengau im Westen der Wachau, das Nordufer mit den Highlights von Spitz über Weissenkirchen und Dürnstein bis Krems, aber dort auch das Ysper- und das Weitental, der Jauerling, die Hügel des südlichen Waldviertels – all das hat eine mehr als reizvolle Mischung aus Kultur- und Naturschätzen zu bieten. Gar nicht zu reden von der Kulinarik und den herrlichen Weinen, die sich beiderseits der Donau finden lassen.

Und wie es der Zufall so wollte, hielten wir an genau jenem Tag das erste Buch in der Hand, an dem beim Restaurant und Weingut Jamek in Joching im Herzen der Wachau der Weinjahrgang 2016 vorgestellt wurde, begleitet von einem Degustationsmenü. So haben wir dort unser fertiges Buch gleich gefeiert. Selbstverständlich kommt der Jamek im Buch auch vor.

Die gebeizte Lachsforelle mit Radieschen, Gurke und schwarzem Sesam, die Schwarzwurzeln mit den sauren Rüben, die gebratene Wachtelbrust mit Orangenpolenta, die rosa Beiriedschnitte mit Petersilien-Canelloni und geschmorter Urkarotte waren ein mehr als würdiges Festmenü.

Und natürlich haben wir unter den 2016er Weinen gleich wieder Favoriten ausgemacht: den Vierblattl Gelber Muskateller, den Ried Pichl Riesling Federspiel, den Ried Achleiten Grüner Veltliner Federspiel und den Ried Hochrain Weißburgunder. Die Fassproben vom Ried Liebenberg Grüner Veltliner Smaragd und dem Freiheit Riesling Smaragd geben Anlass zu besten Aussichten.

„Der 2016er hat weniger Säure und mehr Frucht als erwartet, aber die Menge ist geringer“, erläutert Herwig Jamek und erinnert an den Frost Ende April 2016, dem in vielen Weingärten 80 % der jungen Triebe zum Opfer gefallen waren. Der zweite Nachtrieb habe dann beim Veltliner doch noch Trauben gebracht, beim Weißburgunder in den betroffenen Rieden nicht. Und auch die Ernte sei schwierig gewesen. Wegen des vielen Regens habe die Lese 13 mal abgebrochen werden müssen. Gebläse zum Trocknen der Trauben seien eingesetzt worden. Wie auch immer: Trotz all dieser Hürden ist der Jamek-Wein 2016 wieder ein Genuss.

Unser Buch wird übrigens am 30.März im ORF-Landesstudio Niederösterreich in St.Pölten zum ersten Mal präsentiert. Details in unserer Rubrik „Lesungen“.

Friaul: Ärzte-Senioren entdecken Cividale

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Friaul-Tagebuch, Küche, Weinempfehlungen

Einen interessanten, „Magen- und Herz-erfrischenden Tag“ im Friaul durften wir einer Gruppe von Ärzte-Senioren vermitteln. Ein kulturell spannender Besuch in der Langobardenstadt Cividale, ein Mittagessen in der Trattoria Da Mario in Prepotto und eine Weindegustation bei Hilde Petrussa in Albana di Prepotto – so ein Herbsttag verfliegt im Nu.

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Bereits im Vorjahr begrüßten wir Mitglieder des Vereins Niederösterreichische Ärzte-Senioren bei uns im Friaul. Obmann MR Dr.Gerhard Weintögl und seine Gattin Lore haben so einen Ausflug nun schon ein zweites Mal angeregt und vorbereitet. Heuer waren die Ärzte-Senioren und ihre Freunde neugierig, Cividale näher kennenzulernen.

Und so begleiteten wir sie als Reiseführer zunächst in den Tempietto Longobardo, jenes wichtigste erhaltene Monument der Langobardenzeit in Italien. Die Langobarden (Langbärte), ein elbgermanischer Stamm, ist im Jahr 568 ins Friaul gezogen und hat hier ein Herzogtum errichtet. Cividale, das von Julius Caesar um etwa 50 vor Christus gegründete Forum Julii (das auch Friaul den Namen gab) war über 200 Jahre lang Sitz langobardischer Herzöge und auch teilweise des Königs, dessen Reich bis ins Piemont und nach Mittelitalien reichte. 776 hat dann Karl der Große dem Langobardenreich ein Ende bereitet. Der Tempietto Longobardo in Cividale ist jedenfalls das kunsthistorisch bedeutendste erhaltene Zeugnis dieser Langobardenzeit in Italien; ebenso wichtig der nach einem Langobardenkönig benannte Ratchis-Altar und das nach dem Patriarchen Calixtus benannte Taufbecken, beides im Museo Cristiano in Cividale. Lauter hervorragende Beispiele der Kunst der Langobardenzeit.

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Der riesige Dom von Cividale aus dem 16.Jahrhundert als erste Kirche in Friaul im toskanisch beeinflussten Renaissance-Stil, die Teufelsbrücke „Ponte del Diavolo“ über dem Fluss Natisone als ein Wahrzeichen von Cividale, die Altstadt mit ihren mittelalterlichen Bauten, aber auch Palazzi aus der Zeit der Venezianer (ab 1420), der Habsburger (ab 1797) und des Königreichs Italien (ab 1866) – all das zu bestaunen macht gemeinsam mit einer sehr interessierten Gruppe viel Freude.

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Der so über den Vormittag langsam aufgebaute Hunger wurde in der Trattoria „Da Mario“ in Prepotto hervorragend bekämpft. „Padrone“ Marco Grassi, seine Frau Gioia und Schwiegertochter Anna haben alle schwelgen lassen: Toc in braide (weiche Polenta mit Käsecreme), Kürbisgnocchi mit geräuchertem Ricotta, Orzotto mit Salsicca und Schioppettino, dann die Spezialität des Hauses „Maialata“ (ein mit Niedertemperatur gegarter Schweinebraten auf rohem Fenchel), und als Dessert ein Strudel – einfach köstlich. Dazu waren Sauvignon und Schioppettino von Valerio Marinig eine prächtige Weinbegleitung.

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Mit derart guter Unterlage versehen ließ sich dann auch die Weindegustation bei Hilde Petrussa in Albana di Prepotto ordentlich genießen: Hilde Petrussa und ihr Mann sind ja erst nach ihrer Pensionierung zu Winzern geworden, vor etwa 20 Jahren, aber inzwischen spielen sie mit der großartigen Qualität ihrer Weine in der obersten friulanischen Liga mit. Vigna Petrussa ist eine Top-Marke: der Friulano, der Richenza (eine Cuvee aus Friulano, Malvasia Istriana, Rhein-Riesling und Picolit), der Refosco und vor allem der Schioppettino sowie der Süßwein Picolit sammeln regelmäßig Auszeichnungen ein und mundeten auch diesmal vorzüglich. Einen feinen Friaul-Tag durften wir da als Reisebegleiter gestalten! Hat wieder Spaß gemacht!

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