Rund um die Wachau

Entdeckungen beiderseits der Donau

Peter Krackowizer: Ein besonderer Buchtipp

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Presse, Über uns geschrieben

Varmo ist „ein Dorf mit vier Katzen“ und doch lernten Fr. Hopfmüller und Hr. Hlavac erst nach einigen Jahren Franca Maldini, die Witwe des Dichters Sergio Maldini, kennen. Die beiden hatten sich vor Jahren ein Haus in Varmo gekauft und bereisen seither die Umgebung dieses Ortes, der sich ziemlich zentral in der furlanischen Tiefebene im Dreieck Pordenone – Udine – Portogruaro befindet.

„Al Molino di Glaunicco“, „Perdon di Barbana“ und Esel-Rennen

Auf über 200 Seiten berichten die beiden von ihrem Hauskauf, den ersten Versuchen als Winzer, den Freundschaften mit den Furlanern und von ihren Ausflügen. Sie entdecken die Welt des Montasio-Käses, die verträumten Villen, das Esel-Rennen in Fagagna, das „Perdon di Barbana“ in der Bucht von Grado oder Villa und Park Manin und vieles mehr. Sie lassen den Leser an einer italienischen Hochzeit, Taufe und Familienfest teilhaben und besuchen einen Herzog. Viele Kleinigkeiten des alltäglichen Lebens und der Region werden von beiden beschrieben, wie beispielsweise die ‚Risorgive‘, die unterirdischen Quellen, die allerorts zu Tage treten oder Lokale in ihrer Umgebung, in denen sich ‚Gott und die Welt‘ treffen. Da freute es mich ganz besonders das Restaurant „Al Molino di Glaunicco“ in Camino al Tagliamento als einen solchen freundlichen Treffpunkt ausführlich beschrieben zu finden. Ich kenne Lokal und die Besitzer, Elda und Gino, seinen Bruder Renato (der einst beim Fußballclub Udine spielte, so erzählte er immer) sowie ihre beiden hübschen Töchter, schon seit Ende der 1980er Jahre. Eine Einkehr in diesem Restaurant war meist der krönende Abschluss einer Gruppengreise und nicht wenige meiner Kunden besuchen seither immer wieder die alte Mühle, die liebevoll restauriert ist und durch dessen Garten Bäche ihre Wege finden.

Kritische Autoren, die es aber auch verstehen, Stimmungen zu beschreiben

Aber die beiden Autoren lassen auch kritische Überlegungen zu Gesehenem und Gehörtem einfließen. Wie im Beitrag über den berühmten „Sohn des Friaul“, Pier Paolo Pasolini oder über den Besuch beim Enkel des Pietro Badoglio, der die Geschichte Italiens im Ersten und Zweiten Weltkrieg nicht unwesentlich mitbestimmt hatte. Was mir auch gleich aufgefallen ist und mir sehr gefällt: Sehenswürdigkeiten, Personen oder Eigenheiten werden nicht nur kurz erwähnt, sondern auch so beschrieben, dass der unbedarfte Leser auch versteht, worin die Bedeutung oder das Besondere liegt. Darüber hinaus verstehen es die beiden Autoren, Stimmungen und Gefühle der Menschen sehr gut zu beschreiben und dem Leser „rüberzubringen“, wie beispielsweise bei ihren Schilderungen vom Eselrennen.

Rezepte von Einheimischen verraten…

Jedem Kapitel ist eine kleine Übersicht von Adressen der erwähnten Sehenswürdigkeiten, Lokalen oder Schlösser angefügt. Dazwischen gibt, ich nehme jetzt einmal an, von Fr. Hopfmüller, Rezepte aus der Region: wie man Limoncino oder Feigenmarmelade macht, die hervorragend zu dem toskanischen Schafskäse Pecorino passt, Polenta, Ravioli oder Kürbisbrot u.a. Zahlreiche Bilder, größtenteils von sehr guter Aussagekraft, untermalen die einzelnen Kapitel und zeigen ein modernen, lebendiges Bild dieser Provinz in der nordwestlichen Region Italiens.

Ein wunderbares Buch über „meine zweite Heimat“

Es ist eine interessante Erfahrung, die ich selbst seit Jahrzehnten immer wieder mache: Ausländer können zutreffender und lebendiger über das Leben und Eigenheiten fremden Länder berichten als Einheimische – „Betriebsblindheit“ vielleicht bei einheimischen Autoren? Jedenfalls ist dieses Buch mit Abstand das Beste, das ich in den letzten Jahren über „meine zweite Heimat“ Friaul in Händen habe und sicher nicht mehr hergebe!

 

Lust auf ein zweites Leben in Friaul

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Über uns geschrieben

Kleine Zeitung Kärnten

Zwei ehemalige ORF-Größen laden zu Entdeckungsreisen fernab von Touristenrouten.

Bis vor Kurzem waren sie ORF-Stars, jetzt haben sie ihr „zweites Leben“ in Worte gefasst und bebildert. Gisela Hopfmüller, lange Jahre Leiterin und Moderatorin des Polit-Magazins „Report“ und danach Wissenschaftschefin, und ihr Mann Franz Hlavac (bis 2009 Leiter des TV-Wirtschaftsmagazins „Eco“, zuvor „Schilling“) locken in „Unser Friaul“.

Das Buch (Styria regional, 24,95 Euro) des Journalistenpaares ist natürlich kein gewöhnlicher Reiserführer, macht aber sehr sympathisch Lust auf Entdeckungsreisen fernab von Collio und Meer. „Kennt’s ihr das Eselsrennen von Fagagna?“ ist eine beliebte Hlavac-Fangfrage, der dutzende persönliche Tipps folgen. Von außergewöhnlichen Gewässern, wunderbaren Fleischhauern, Dichterwitwen wie Franca Maldini und – naturalmente -Wein. 2002 haben Hopfmüller und Hlavac ihr Traumhaus in Varmo gefunden, die erste eigene Weinernte ergab 45 Liter, „die eigentlich nicht zu trinken waren“, erzählen sie. Mittlerweile sind beide geprüfte Weinbaufacharbeiter.

von Uschi Loigge

Adresse

  • ARGE Hopfmüller-Hlavac
    Deublergasse 37
    A-1210 Wien

Kontakt

Gisela Hopfmüller

Franz Hlavac

  • +43 664 281 80 18

Folgen Sie uns auf