Rund um die Wachau

Entdeckungen beiderseits der Donau

Gaumenfreuden in Prepotto

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Friaul-Tagebuch, Küche, Menschen

Beim Fest „Appuntamento a Prepotto“ hat uns Marco Grassi einen Freund vorgestellt: Er heißt Gianpaolo Currenti und ist der Chef der Azienda Agricola Paolino. Bei einem gemeinsamen Mittagessen in Marcos Trattoria ‚Da Mario’ haben wir eine Menge Neues erfahren, über ihn, seinen landwirtschaftlichen Betrieb und über den berühmten Knoblauch des Resiatales (ein Seitental des Kanaltals).

Marco hatte Gianpaolo eingeladen, beim „Appuntamento a Prepotto“ mit einem Stand auf der kleinen Piazza dabei zu sein. Gianpaolos Azienda hat ihren Sitz im nahen Cividale, aber sein ganzer Stolz sind die Felder im Resia-Tal, auf denen er den dort so typischen Knoblauch anpflanzt. Dem ist auch eines der sieben Slow-Food-Presidii des Friaul gewidmet. Ein Slow-food-Presidio ist ein Netzwerk von engagierten Landwirten, Händlern, Köchen und qualitätsbewussten Verbrauchern, das sich um die Pflege und den Erhalt eines bestimmten, typischen Produktes bemüht, in diesem Fall um den ‚Aglio di Resia’. Italienisch heißt Knoblauch „aglio“, im resianischen Dialekt wird er „Strok“ genannt.

Gianpaolo Currenti erzählt, dass er aus den Knoblauch-Zehen, den Knoblauch-Blüten und den Stielen Aufstriche erzeugt beziehungsweise sie einlegt. Eine Probe dürfen wir gleich kosten, wirklich fein. Wenn der Knoblauch reif ist, herrscht – wie wir ja schon seit langem wissen – ein echtes G’riss um ihn. Schließlich hat der ‚aglio di Resia’ ja einen besonders aromatischen und doch milden Geschmack.

Aber die Azienda Paolino hat noch mehr zu bieten. Verschiedene Pesto-Arten, einen Aufstrich sogar aus Brovada, also den typischen, friulanischen gesäuerten Rüben, außerdem Olivenöl und aromatisierte Essig-Varianten, zum Beispiel Kaki-Essig oder Emolus-Essig (Emui werden auf friulanisch die kleinen, wilden Ringlotten genannt). „Ich verarbeite alles, Früchte, Kräuter, Blüten, ich werfe sicher nichts weg“, erzählt Gianpaolo Currenti stolz und knüpft damit an eine alte friulanische Küchentradition an. Diese Tradition der einst armen, bäuerlichen Bevölkerung war stets darauf ausgerichtet, alles Verfügbare zu verwerten. Mit seiner Azienda Paolino ist Gianpaolo damit erfolgreich. Etwas Besonderes sind auch seine Kräuter- oder Blüten-Auszüge, die zum Aromatisieren von Getränken und Speisen dienen. Und weil wir doch in Prepotto sind: Natürlich gibt’s unter den Wein-Gelee-Varianten der Azienda Paolino auch ein Gelee aus Schioppettino, dem in Prepotto heimischen Rotwein.

Azienda Agricola Paolino: Via Rualis, 52/2 I-33043 Cividale del Friuli (Ud)

Tel.mob.: +39 348 1316136 Email: strok.paolino@gmail.com

Ehrung für H.Petrussa und G. Hopfmüller
Premio „Schioppettino Donne “ in Prepotto

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Wein

Der Ort Prepotto nahe Cividale, berühmt für den herrlichen Rotwein Schioppettino, hat uns große Anerkennung zuteil werden lassen: Gisela durfte die Auszeichnung „Schioppettino Donne 2017“ entgegennehmen „per la promozione del territorio e delle ecellenze enogastronomiche“, also für das Fördern der Gegend und ihrer exzellenten Weingastronomie.

„Ich möchte Ihnen Anerkennung zum Ausdruck bringen für Ihr Bemühen, Prepotto und die Region mit allen Aspekten bekannt zu machen“. Mit diesen Worten hatte uns die Bürgermeisterin von Prepotto Mariaclara Forti im Mai eingeladen, an der Eröffnung der Veranstaltung ‚Appuntamento a Prepotto. Schioppettino, Tradizione e Cultura’ teilzunehmen. Gerne sind wir gekommen.

Ganz im Zeichen von „Schioppettino Donne“, also der Rolle der Frauen für den Schioppettino, stand dieser Nachmittag im Gemeinderatssaal des Rathauses von Prepotto. Bürgermeisterin Forti freute sich über den dicht gefüllten Saal. Mit uns hingegangen ist Marco Grassi von der Trattoria Da Mario, der einer der Initiatoren der Preisverleihung ist. Dabei ist auch eine Menge politischer Prominenz der Region wie zum Beispiel die Assessorin (Landesrätin) Mariagrazia Santoro, der Präsident der Provinz Udine Pietro Fontanini, der Consigliere Regionale (Landtagsabgeordnete) Vittorino Boem und einigen Bürgermeistern der Nachbargemeinden. Als Moderator begleitete der Journalist und Weinexperte Claudio Fabbro durch die Veranstaltung.

Zwei Anerkennungspreise wurden verliehen: einer an die Winzerin Hilde Petrussa, die seit vielen Jahren mit ihren Top-Weinen den Ruhm des Schioppettino höchst erfolgreich in die Welt trägt. Und einer an Gisela, die – wie Bürgermeisterin Forti betonte – „gemeinsam mit ihrem Mann Franz Hlavac durch drei Friaul-Bücher, die deutschsprachige Ausgabe der Zeitschrift Terra Friulana und zahlreiche andere Aktivitäten so viel für Friaul und speziell auch für Prepotto tut“. Der Preis – den Landesrätin Santoro gemeinsam mit Bürgermeisterin Forti überreichte – ist eine wunderschöne Keramikfigur der Künstlerin Stefania Zurchi aus Cividale.

Die bedeutende Rolle der Frauen für die Entwicklung und Verbreitung des Schioppettino, der als autochtone Rebsorte ja ausschließlich in Prepotto und Umgebung angebaut wird, unterstreichen auch Cristiana Cirielli und Antonella Cantarutti von der Vereinigung „Le Donne del Vino“, Liliana Savioli von „Vini Buoni d’Italia“ und Fabiana Romanutti, Chefredakteurin der Monatszeitschrift „q.b. quantobasta“. Dass Wein – in Maßen genossen – auch von Vorteil für die Gesundheit ist, das erläutert Fulvio Ursini von der Medizin-Schule der Universität von Padua in einem Vortrag.

Danach geht es dann hinüber zum Platz vor der Trattoria da Mario, wo umsorgt von Marco Grassi die Gäste fröhlich auf den Event anstoßen. Und ein delikates Abendessen, gezaubert von Marco Grassis Gattin Gioia, rundet den Tag wunderbar ab. Ein großes Danke an alle Beteiligten! Wir fühlen uns wirklich sehr geehrt!

Adresse

  • ARGE Hopfmüller-Hlavac
    Deublergasse 37
    A-1210 Wien

Kontakt

Gisela Hopfmüller

Franz Hlavac

  • +43 664 281 80 18

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