Friaul für alle Jahreszeiten

Trüffel-Fest in Muzzana

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Küche

Die Einheimischen wissen es, sonst aber wenige: In Muzzana del Turgnano, mitten im friulanischen Küstengebiet nahe Marano Lagunare, nur vier Kilometer vom Meer entfernt, wachsen weiße Trüffel (Tuber magnum pico). Immer Ende November findet deshalb auch ein Trüffel-Fest statt, auf friulanisch ‚Trìfule in Fieste‘. Heute wurde es eröffnet. Wir waren dabei und haben Duft und Geschmack dieser phantastischen Knolle genossen!

Die Vereinigung ‚Muzzana Amatori Tartufi’ pflegt das Wissen um den kostbaren Pilz, der etwas südlich des Ortszentrums in einem Wald zu finden ist. Dieser ‚Silva lupanica‘ ist ein Rest jenes Urwalds, der sich in der Antike über große Teile der friulanischen Ebene erstreckte, vom Fluss Livenza im Westen bis zum Isonzo im Osten. Davon ist, vor allem wegen der Abholzungen des 19.und 20.Jahrhunderts, wenig übriggeblieben, gerade einmal diese 300 Hektar Laubwald hier bei Muzzana. Der größere Teil mit 163 Hektar heißt ‚Bosco Baredi / Selva di Arvonchi’ und ist öffentlich zugänglich. Der zweite, ‚Coda di Manin’ genannt, ist in Privatbesitz. In beiden Wäldern wachsen Eichen, Hainbuchen, Ahorn, Eschen, Ulmen, Erlen, auch ein paar wilde Apfel- und Kirschbäume. Und es wachsen dort auch Trüffel. Nur die Bewohner von Muzzana dürfen im Selva di Arvonchi auf die Suche danach gehen, begleitet von Trüffelhunden der Rasse Lagotto Romagnolo, ‚Wasserhund der Romagna‘.

Zum Trüffel-Fest konnten die Präsidentin der ‚Muzzana Amatori Tartufi‘ Anna Maria Viola und Vizepräsident Giovanni Del Giuglio viele Trüffelfreunde begrüßen. Doch auch die Consiglieri Regionali (Landtagsabgeordnete) Mauro Bordin und Franco Iacop sowie der Vizebürgermeister von Muzzana Massimiliano Paravano nahmen an der Eröffnung teil.

Dass sich daran auch ein feines Trüffel-Essen in dem großen Festzelt anschloss, ist logisch und sehr genussvoll: Frische weiße Trüffel über Polenta gerieben und auch über Tagliatelle, dann noch ein Tartar mit Trüffel-Creme schmeicheln dem Gaumen außerordentlich. Die Stände entlang der Straßen des Ortszentrums erfreuen sich ebenso regen Zuspruchs, sowohl die mit Trüffelprodukten aus anderen Trüffelgegenden Italiens wie den Marken, Umbrien und der Toskana, aber auch jene mit verschiedensten regionalen Erzeugnissen wie zum Beispiel mit Honig aus Muzzana, Käse aus Karnien, Pitina und anderen Fleischspezialitäten aus Spilimbergo, eingelegten Zwiebeln aus Cavasso Nuovo oder Olivello Spinoso/Sanddorn-Marmeladen aus Mortegliano. Das Fest ist auch noch Sonntag, 25.11. zu besuchen, dann heißt es wieder warten auf die Trüffelsaison 2019.

Friaul in Kötschach-Mauthen:
Netzwerken für Alpe-Adria

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Das waren unsere Lesungen

Sie sind weit über Kärnten hinaus bekannt für ihr Engagement im Alpe-Adria-Raum: Iris und Andreas Lanner, die Herausgeber des Magazins „Meine Freizeit“, haben in Kötschach-Mauthen wieder einmal einen erfolgreichen Abend organisiert, bei dem wir unser Buch „Friaul für alle Jahreszeiten“ vorstellen durften. Mit dabei war das friulanische Winzerehepaar Paolo und Fabiola Ferrin aus Camino al Tagliamento / Friaul sowie Peter Burian, der auf seinem Weingut Col di Stella bei Vittorio Veneto feinen Prosecco erzeugt. Ort der genussreichen Handlung war das Hotel Restaurant Erlenhof der Familie Guggenberger.

Zahlreich vertreten waren Mitglieder der regionalen Lions-, Rotary- und Soroptimisten-Clubs, die sich einerseits engagieren, um die Unwetter-Opfer des Gailtals finanziell zu unterstützen, die aber andererseits auch vielfältige Kontakte in die Nachbarregionen Friaul und Venetien pflegen. Bei ihnen stieß unser Buch auf viel Interesse, weil darin – wie wir gesagt bekamen – Kultur- Natur und Enogastronomie gleichermaßen ihren wohlrecherchierten, Interesse weckenden Platz haben.

Neben diesen unseren friulanischen ‚Text-Delikatessen‘ sorgten auch einige Produzenten aus dem Gailtal für reiche Genüsse: Etwa die ausgezeichneten Brote und Kräcker vom „Slow Food Stiefelbäck“ Matitz, die Fisch-Vorspeisen vom „Fischrat Karl Zankl“, die Nudelgerichte des Erlenhof-Hausherrn Franz Guggenberger, das Dessertbuffet von Konditormeister Erich Semmelrock, das Bier der Biermanufaktur Loncium und die Edelbrände von Harald Kristler aus dem Lesachtal. Und sowohl die Ferrins mit ihren friulanischen Weinen als auch Peter Burian mit seinen venetischen Prosecco-Varianten haben viele neue Freunde gefunden. Und der frisch gefallene Gailtaler Schnee durfte das Seine zur Kühlung der Weine beitragen. So wurde eine Menge von der Vielfalt sichtbar, die die Alpe-Adria-Region zu bieten hat.

Damit aber nicht genug der Lanner’schen Aktivitäten: Die ‚Meine Freizeit‘-Herausgeber hatten am Tag danach auch eine Diskussionsrunde zum Thema „Tourismusfaktor Kulinarik – regionale Produkte aus Kärnten und Slow Food als Erfolgsgarantie“ in den Warmbaderhof in Warmbad Villach geladen. Da durften wir kulinarischen Erfahrungen aus dem Friaul, die sich ja auch in unserem Buch finden, in eine Expertenrunde einbringen. Es diskutierten auch der Kärntner Agrar-Landesrat Martin Gruber, der Geschäftsführer der Tourismusregion Villach Georg Overs, der auf Ernährungsfragen spezialisierte Präventivmediziner Dr.Georg Lexer, Landwirtschaftskammer Vizepräsident und Geschäftsführer der Bäuerlichen Direktvermarkter Anton Heritzer, der Sous Chef des Warmbaderhofes, der Obmann der Kärntner Wirtshauskultur Ludwig Graber und der Naturpark-Manager Mag. Robert Heuberger. Die inhaltlichen Schwerpunkte dieser Diskussion, aber auch ein Bericht vom Alpe-Adria-Abend mit unserer Buchpräsentation in Kötschach-Mauthen werden in der nächsten Ausgabe des Magazins „Meine Freizeit“ nachzulesen sein.

Friaul in Bayreuth: Schon
Richard Wagner liebte Italien

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Das waren unsere Lesungen, Menschen

Etwa 700 km trennen Friaul Julisch Venetien von Bayreuth, der Richard-Wagner-Stadt mit den berühmten Festspielen im nordbayrischen Franken. Doch auch dort finden sich Fans unserer friulanischen „Zweitheimat“ …. und solche, die es werden wollen. Die Deutsch-italienische Gesellschaft hatte uns eingeladen, Friaul und unser Buch „Friaul für alle Jahreszeiten“ zu präsentieren. Gerne sind wir nach Bayreuth gefahren und sind gleich mehrfach beim ersten Stadtrundgang Statuen von Wagner und seinem Hund Russ begegnet. Im Iwalewa-Haus im Herzen der Stadt erlebten dann mehr als 90 Gäste einen Friaul-Abend, der alle Stückerln spielte. Wir haben die Region, das „piccolo universo“ zwischen den Bergen und dem Meer, nach Bayreuth und in die Herzen der Zuhörer geholt.

Herman Schirmer, stellvertretendender Vorsitzender der Deutsch-italienischen Gesellschaft, ist ja oft in Friaul, weil er und seine Frau Elfi die Gegend so mögen und auch weil er für seine Landsleute immer wieder enogastronomische Köstlichkeiten mit nach Bayreuth nimmt. Deshalb wurde unser Friaul-Vortrag auch von Weinen unserer Winzerfreunde Ferrin, vom köstlichen Prosciutto Valentino Zanins, beide aus Camino al Tagliamento, und auch von Baccala begleitet, den Christian Zoratto in Codroipo auf traditionelle Weise weichhämmert. Catia Lomer, die Vorsitzende der Gesellschaft, und Elmar Schmid, auch er ist Stellvertretender Vorsitzender wir Schirmer, kümmerten sich auch um die Gäste, die sich allesamt gerne virtuell in den Süden entführen ließen. Schließlich liebte ja auch Richard Wagner Italien. So durfte auch Musik nicht fehlen, allerdings keine wagnerische, sondern italienische, wofür Ciprian Odoi am Klavier und die Sängerin Iris Meyer sorgten.

Solcherart auf Bayreuth und Musik eingestimmt schlüpften wir am Tag nach der Präsentation in die Rolle von Touristen. Herman Schirmer und seine Elfi zeigten uns das wunderbare Markgräfliche Opernhaus, eines der wenigen erhaltenen Barocktheater aus dem 18.Jahrhundert, weiters die Klaviermanufaktur Steingraeber und nicht weit entfernt das Brauhaus Mann (eine wirklich noch ganz urtümliche Gastwirtschaft).

Natürlich musste auch ein Blick auf und in das Festspielhaus am Grünen Hügel geworfen werden mit seiner riesigen Bühne und dem seltsam angeordneten Orchestergraben, ganz im Zeichen der Optimierung der Akustik. Wagners Wohnhaus in Bayreuth, die Villa Wahnfried, ist – egal ob man nun Wagner-Fan ist oder nicht – ein hochinformatives Museum, zu dem auch das Haus Siegfried Wagners gehört, in dem die Beziehungen der Familie Wagner zum Nationalsozialismus penibel aufgearbeitet sind. Im Park der Villa Wahnfried sind Richard Wagner und seine Frau Cosima (eine Tochter von Franz Liszt) begraben. Die Steinplatte, die die Gruft abschließt, ist unbeschriftet. Doch auf einem kleinen Steinschild gleich daneben steht zu lesen, dass hier auch Wagners Hund, ein Neufundländer namens Russ, begraben ist.

Unterwegs für „Servus, Srecno, Ciao“
mit einem TV-Team des ORF-Kärnten

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Wir sind on air

Die Sendereihe „Servus, Srecno, Ciao“, die im ORF Kärnten-TV jeden Samstag über den Alpe-Adria-Raum berichtet, ist schon mehrfach ausgezeichnet worden für das erfolgreiche Engagement um Begegnungen mit den Nachbarn Italien und Slowenien. Aus Anlass unseres neuen Buches „Friaul für alle Jahreszeiten“ kamen nun Redakteurin und Moderatorin Iris Hofmeister mit Kameramann Heribert Senegacnik und seinem Assistenten ins Friaul, um mit uns zu drehen.

Auch wenn es an diesem Montag fallweise wie aus Kannen geschüttet hat, gerieten dennoch die Drehorte – ausgewählt aus unserem Buch – zum Erlebnis. Start war in Spilimbergo. Iris Hofmeister ist durch unser Buch aufmerksam geworden auf die Osteria Al Bachero. Die hat eine sehr spezielle Tradition: 1897 gründete der aus Apulien stammende Seemann Antonio Laurola eine Osteria mit angeschlossenem Weinhandel. Von Anfang an war die Osteria ‚Al Bachero’ bekannt für ihren Baccalà, den Stockfisch, zubereitet nach einem alten Rezept apulischer Matrosen. Seit 1975 wird das Lokal von Enrico Zavagno geführt. Er und seine Söhne Michele und Stefano pflegen die Baccalà-Tradition erfolgreich weiter.

Dann führte unser Weg nach Sequals nordwestlich von Spilimbergo in die Villa Carnera. Sie war das Wohnhaus von Primo Carnera, dem ersten italienischen Boxweltmeister. 1933 erkämpfte er diesen Titel im Schwergewicht. Die Villa ist heute ein Museum. Der Kulturstadtrat von Sequals Francesco Serra und auch Bürgermeister Enrico Odorico nahmen sich viel Zeit, um das TV-Team mit spannenden Informationen zu versorgen.

Am Weg in Richtung Süden führte die Fahrt dann über den Tagliamento. Das sonst meist trockene Schotterbett präsentierte sich wegen des in den Bergen anhaltenden Starkregens „in piena“, also als reißender Strom, was natürlich auch gefilmt werden musste.

In Codroipo schließlich ein Stopp im Molino Zoratto, der Mühle der Familie Zoratto, wo nicht nur biologisch angebautes Getreide und Mais auf uralten, schonend arbeitenden Maschinen vermahlen wird, sondern auch der getrocknete Stockfisch, der Baccalà, mit einem durch Wasserkraft betriebenen riesigen Hammer weichgeschlagen wird – übrigens der letzte Ort in Italien, wo das noch so geschieht. Christian Zoratto zeigte genau, wie das gemacht wird.

Der Beitrag, den Iris Hofmeister aus diesem Drehtag mit uns gestalten wird, soll am Samstag, 4.November, in der ORF-Kärnten-Sendereihe „Servus, Srecno, Ciao“ auf Sendung gehen, um ca.19.15 Uhr im Anschluss an „Kärnten Heute“. Herzlichen Dank an die Kollegen.

Adresse

  • ARGE Hopfmüller-Hlavac
    Deublergasse 37
    A-1210 Wien

Kontakt

Gisela Hopfmüller

Franz Hlavac

  • +43 664 281 80 18

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