111 Orte

in Friaul und Julisch Venetien, die man gesehen haben muss

Frühling 2021 in Friaul : Wunderschön, aber mit vielen Hindernissen

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles

In unserem friulanischen Garten blühen ersten Obstbäume, Veilchen, Narzissen und Kamelien lachen aus vielen Gartenecken, die Rosen treiben wie wild aus. Der Weingarten ist fertig geschnitten, die verbleibenden Triebe entsprechend der Tradition mit Weidenästchen gebunden. Viele der hohen Bäume haben auch einen Schnitt bekommen. 

Eine arbeitsreiche Zeit liegt hinter uns. Nach vier Wochen Aufenthalt in unserem Zweitwohnsitz Varmo (Provinz Udine) sind wir nun wieder in Wien. Jetzt müssen sich unsere Muskeln nach dem „Gartenarbeitsmarathon“ erholen. Aber nach Ostern geht es hoffentlich wieder in „unser“ Friaul – so es die Corona-Situation zulässt. 

Diese Situation ist im Moment schwierig. Bei unserer Einreise vor etwa vier Wochen war Friaul Julisch Venetien noch leichter zugänglich. Es reichte ein negativer Antigen-Test (nicht älter als 48 Stunden) und das Mitführen einer „Selbsterklärung“ über den Grund der Einreise. Da war die Region „gelbe Zone“. Italien teilt seine Regionen je nach Höhe der Infektionszahlen in unterschiedliche Farben ein: Gelb bedeutet normales Sicherheitsrisiko mit einigen Bewegungsfreiheiten innerhalb der Region, offenen Geschäften und zumindest tagsüber bis 18 Uhr geöffneten Restaurants und Bars. Orange bedeutet mittleres bis hohes Sicherheitsrisiko, die Restaurants und Bars sind geschlossen, nur Abholen von Speisen ist möglich, die Geschäfte sind geöffnet. Rot heißt höchstes Sicherheitsrisiko (nun definiert durch einen Rt-Wert von über 1,25 und eine 7-Tage-Inzidenz von über 250), alle Schulen, Geschäfte (außer Lebensmittel, Apotheke, Zeitung), Friseure und Restaurants sowie Bars und auch alle Kultureinrichtungen sind geschlossen. Immer gilt ein generelles Ausgangsverbot von 22 – 5 Uhr.

Weil in den vergangenen zwei Wochen in Friaul Julisch Venetien die Infektionszahlen wieder stark in die Höhe gegangen sind (mit einem Rt-Wert von derzeit über 1,3 und einer Inzidenz von über 500 Infizierten pro 100.000 Einwohnern in 7 Tagen), ist die Region ab Montag, 15.März, „rote Zone“, für mindestens zwei Wochen. Das heißt zum Beispiel auch, nur noch die wichtigsten Einkäufe innerhalb der eigenen Gemeinde sind erlaubt, es darf nicht einmal mehr innerhalb der Gemeinde ein anderer Haushalt besucht werden, nur Spaziergänge von Menschen, die im selben Haushalt leben, sind erlaubt.

Inzwischen hat Italien auch die Einreiseregeln deutlich verschärft. Seit 14.2. muss beim Grenzübertritt ein negativer Antigentest (nicht älter als 48 Stunden) und eine Selbstdeklaration mitgeführt werden, nach 48 Stunden in Italien ist dort bei der örtlichen Gesundheitsbehörde ein weiterer Test durchzuführen, zusätzlich sind 14 Tage Quarantäne Pflicht, danach ist noch ein Test durchzuführen. Die Einreise in orange oder rote Zonen, also derzeit auch nach Friaul, ist nur in Ausnahmefällen (Rückkehr an den Wohnort, Erreichen eines Arbeitsplatzes, gesundheitliche Gründe) erlaubt.  

Rote Zonen sind derzeit: Lombardei, Piemont, Emilia Romagna, Venetien, Friaul Julisch Venetien, Latium, die Marken, Basilikata, Kampanien und die autonomen Provinzen Trient und Bozen. Alle anderen Regionen sind orange Zonen, bis auf Sardinien, das wegen seiner geringen Infektionszahlen weiße Zone bleiben kann. Diese Einteilung gilt vorerst für zwei Wochen, wird aber sicher verlängert. 

Für Ostern hat sich die italienische Regierung zu noch strengeren Maßnahmen entschieden, das ganze Land wird zur roten Zone und zwar von 3. bis 5.April (Karsamstag bis Ostermontag). Da sind sogar Verwandtenbesuche sehr stark eingeschränkt (nur einmal am Tag in der eigenen Gemeinde nur einen anderen Haushalt mit zwei Personen, Kinder ausgenommen).

Zurück zu Grenzregelungen: Wer von Italien nach Österreich einreisen will, braucht einen negativen Test (nicht älter als 48 Stunden) und die Online-Registrierung auf der Homepage des Gesundheitsministeriums (Pre-Travel-Clearance). Das wird an der Grenze kontrolliert. Am österreichischen Wohnort muss man dann 10 Tage in Quarantäne, hat aber die Möglichkeit, nach 5 Tagen einen weiteren Test zu machen. Ist der negativ, endet damit die Quarantäne.

Wir sind nun also in Wien in dieser Quarantäne, haben uns aber für kommenden Donnerstag schon einen Testtermin gebucht.

Aus all dem ist leicht zu erkennen: ein Osterurlaub bei unseren südlichen Nachbarn ist heuer nicht möglich. Kein Wunder also, dass besonders unsere Kärntner Freunde, die wir auf unserer Rückfahrt nach Wien angerufen haben, traurig sagten: Friaul liegt so nah, aber für uns ist es derzeit unerreichbar.

Friaul 2020: Wahre Freundschaften und Hoffnung für 2021

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles

Das abgelaufene Jahr war coronabedingt ein ungewöhnliches, aber es hat uns, die wir seit 2002 einen Nebenwohnsitz in Friaul haben, auch wunderbare Erlebnisse gebracht. Wir haben die Intensität von Freundschaften dort noch viel stärker als sonst erlebt. Und obwohl wir das Frühjahr wegen der Corona-Reisesperren nur eingeschränkt genießen konnten, haben der Sommer und der Herbst uns mit reichen Ernten beim Wein, den Oliven, Kiwis und mit gutem Gemüse durchaus entschädigt. 

Nach unserer Weingartenarbeit im Februar kam auch in Friaul Julisch Venetien die Corona-Notstandsperiode.  Hier zeigte sich zwar nur begrenztes Ansteckungsprofil und man hielt die Situation unter Kontrolle. Die Situation war die beste aller Regionen Norditaliens.  Für uns bedeutete die Grenzsperre aber von Wien aus das friulanische Frühjahr zu verfolgen. Und in dieser Krise hat sich gezeigt, wie wahre Freundschaften funktionieren. Unser Garten, der Weingarten, das Haus und vieles mehr wurden von den Freunden, die wir seit etwa 20 Jahren kennen, gepflegt und betreut. Sie haben uns per Telefon und Mail und mit vielen Fotos mitgeteilt, das alles ok sei und ihre Arbeit für uns  Freunde ganz selbstverständlich sei.

Wir haben uns in dieser Zeit mit einem Buchprojekt in Österreich beschäftigt, weil da die Reisebestimmungen weniger hart waren wie in Friaul. Als wir Mitte Juni wieder ungehindert einreisen konnten, haben wir besonders gemerkt, wie sehr uns Friaul, seine Menschen, die tolle Landschaft und das gute Essen abgegangen sind. 

Abgegangen sind uns auch die österreichischen Garten- und Kultur-Freunde, die uns 2020 in Varmo besuchen wollten, aber nicht kommen konnten. Ebenso haben wir den direkten Kontakt mit unseren Lesern vermisst, weil Corona die Präsentationen unserer Bücher verhindert hat.  Und als im Sommer unser erstes Buch in italienischer Sprache erschienen ist (111 Luoghi del Friuli Venezia Giulia che devi proprio scoprire….die Übersetzung der 111 Orte in Friaul hat die Tochterfirma des Kölner Emons-Verlages in Rom übernommen) hat sich wenig später  die Corona-Situation  auch im Friaul verschlechtert.  Somit waren auch keine Präsentationen in italienischer Sprache möglich, die ab Oktober geplant waren. 

Jedenfalls war trotz allem im Sommer Gelegenheit mit unseren Freunden Daniela und Rosano einen mehrtägigen Ausflug nach Kärnten zu machen und sie dabei unter anderem zum Großglockner zu führen. Ein tolles Erlebnis: die Franz Josefs-Höhe im Juli bei +22 Grad!

Danach haben wir im August Giselas Geburtstag bei Daniela und Rosano im Garten gefeiert, Flavio, Michael, Anna und Karin sind auch zu diesem kleinen Fest gekommen. Und wir haben uns gerne erinnert, wie wir Giselas 60er im Weingut Ferrin bei Fabiola und Paolo mit 80 Freunden gefeiert hatten.

Nun sind die Corona-Regeln in Friaul wieder streng, insgesamt sind die Infektonszahlen aber nach wie vor weniger besorgniserregend als in anderen Teilen Italiens. Doch die Regierung in Rom hat landesweit starke Beschränkungen beschlossen. Die Einreise von Ausländern ist nur möglich, wenn danach eine 14tägige Quarantäne angetreten wird.Vom 21. Dezember bis zum 6. Januar 2021 ist das Reisen zwischen verschiedenen Regionen (einschließlich in die bzw. aus den autonomen Provinzen Trient und Bozen) verboten, mit Ausnahme von beruflichen Reisen, Notlagen oder gesundheitlichen Gründen.  Am 25., 26. Dezember und 1. Januar 2021 sind Reisen sogar zwischen verschiedenen Gemeinden verboten, mit den gleichen Ausnahmen. Die Skianlagen in Friaul-Julisch-Venetien sind jedenfalls bis zum 6.Jänner alle geschlossen. Danach werden von Rom aus weitere Bestimmungen verlautbart

Wir wollen ab Ende Jänner wieder in den geliebten Zweitwohnsitz fahren und freuen uns darauf die Reben und Bäume zu schneiden und dann mit der Arbeit im Garten zu beginnen. 

Wir freuen uns auch schon auf den April, dann wird unser neues Buch erscheinen, das Giselas Heimat gewidmet ist: 111 Orte in Kärnten, die man gesehen haben muss. Bei einigen der Orte werden unsere Leser durchaus Bezüge zur Nachbarregion Friaul entdecken.  

Buon Anno ! Ein gutes, gesundes, möglichst virenfreies Jahr 2021! Das wünschen wir allen!!!!

TV-Star Harald Krassnitzer und wir im Karst

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles

Für eine zweiteilige ORF – „Land der Berge“-TV-Sendung über den Alpe-Adria-Trail wanderte Schauspieler Harald Krassnitzer vom Großglockner bis Muggia bei Triest. Das Filmteam hat uns als Experten für Friaul Julisch Venetien eingeladen,  beim Dreh am Rilke-Weg in Duino und in Prosecco-Contovello dabei zu sein. Gerne haben wir mit Rat und Tat assistiert. Auf einer Terrasse mit prachtvollem Ausblick aufs Meer hat Harald Krassnitzer Gisela interviewt und dabei mit ihr über die Region, die Wiederentdeckung der Langsamkeit durch das Wandern und die Veränderungen gesprochen, die Corona in der Gesellschaft auch in Friaul Julisch Venetien mit sich bringt. 

Die Gastfreundschaft der Bevölkerung hat sich dann in Contovello auch spontan gezeigt: Wir wurden von zwei Männern sehr freundlich auf ein Glas Wein in einen malerischen Kellerraum voller Erinnerungsstücken an vergangene Zeiten eingeladen. Einer von ihnen – man glaubt es kaum in diesem Dorf weit ab von moderner Hektik – hat sofort diagnostiziert: „Questo Signore conosco dalla TV!  Tatort, vero? Diesen Herrn kenne ich vom Fernsehen! Tatort, nicht wahr?“  

Es war uns eine Freude nicht nur dem TV-Team unsere Bücher zu signieren, sondern besonders auch Harald Krassnitzer unsere „111 Orte in Friaul und Julisch Venetien, die man gesehen haben muss“ zu widmen – er hat schließlich am 10.September seinen 60.Geburtstag.

Diese „Land der Berge“-Sendung wird im Frühjahr 2021 in ORF III und auch in 3sat ausgestrahlt werden. Bestimmt ein Erfolg!

Kärnten – Friaul: Der Sommer 2020 – eine außergewöhnliche Zeit

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles

Seit dem 16.Juni ist das Reisen nach Friaul wieder möglich. Danach hat sich unser Sommer auf ganz besondere Weise entwickelt: Im Garten und im Weingarten in Friaul, den unsere Freunde Rosano, Daniela, Paolo und Adriano in der Zeit unserer Abwesenheit bestens gepflegt haben. Und in Kärnten bei Recherchen für ein neues Buchprojekt! Und doch schwebt Corona beziehungsweise Covid 19 nach wie vor über allem. Es gilt: Immer vorsichtig und wachsam sein, aber viel Schönes trotzdem genießen. 

Beginnen wir mit einer Premiere: Erstmals erscheint am 20.August eines unserer Bücher in italienischer Sprache: Der Emons-Verlag hat das über seinen italienischen Tochter-Verlag Emons Libri e Audiolibri in die Wege geleitet. Und so wird aus den „111 Orten in Friaul und Julisch Venetien, die man gesehen haben muss“ nun auch „111 Luoghi del Friuli Venezia Giulia che devi proprio scoprire“. Nicht nur wir freuen uns sehr darauf, auch unsere vielen Freunde in Italien!!!! Bald ist es soweit !!! Beim jeweiligen Lieblingsbuchhändler ist die italienische Ausgabe bereits zu bestellen.

Mit derlei Reise-Ratgeber können dann auch alle unsere italienischsprachigen Leser zu Entdeckungen aufbrechen, so wie es bisher unsere deutschsprachigen Leser konnten.In Hitzezeiten zum Beispiel in die karnischen Berge, zu einem Besuch in Paularo und dem Musikmuseum Mozartina, nach Zuglio zum höchstgelegenen botanischen Garten Friauls oder nach Sauris, nicht nur des Schinkens wegen, sondern auch, um den Lumiei-Stausee und die herrliche Landschaft rundum zu entdecken.  

Wer gerne lange wandert, kann vom Ort Sappada aus auf einem der uralten Pilgerwege nach Kärnten zur Wallfahrtskirche Maria Luggau im Lesachtal aufbrechen. Sappada, auch Plodn genannt, auf 1300 Meter Seehöhe ist ja eine deutsche Sprachinsel ganz im Norden Karniens und gehört seit 2017 nicht mehr zur Region Venetien, sondern zur Region Friaul. Immer schon ein El Dorado für Wanderer.  

. Im Zentrum des Ortsteils Cima Sappada kann die Wanderung Richtung Norden bei der Kirche St.Oswald oder bei der alten Säge „Veccia segheria Cottrer“ starten. Durch das Valle di Sesis führt der Weg über die Sorgenti del Piave (die Quellen des Flusses Piave) am Fuß des Monte Peralba zum Refugio Calvi auf 2164 Meter Höhe. Dafür sind schon einmal drei Stunden Wegzeit zu veranschlagen. Am Passo di Sesis (2.312 Meter) ist der höchste Punkt der Wanderung erreicht, bergab geht es über das Pladener Joch und über die österreichische Grenze. Nach etwa eineinhalb Stunden ist das Hochweißsteinhaus erreicht. Über das Frontal geht es nun bis zur Wallfahrtskirche Maria Schnee in Maria Luggau. Der Legende nach wurde sie gegründet, als eine arme Bäuerin eine Vision der Gottesmutter hatte, die ihr den Bau einer Kirche auftrug. Sie soll das Gnadenbild erworben haben, das noch heute das Herz der Basilika ist. 

Immer am dritten Wochenende im September gehen Pilger aus Sappada diese Wallfahrt nach Maria Luggau. Es sind nicht wenige, oft etwa 500, die an dieser bedeutendsten Luggau-Wallfahrt des Jahres teilnehmen. Sie geht auf ein Gelöbnis im Jahr 1804 zurück, das von der Madonna Schutz vor der Rinderpest erbat. Jedenfalls müssen die Pilger gut zu Fuß sein, denn sie sind von Sappada nach Maria Luggau insgesamt etwa acht Stunden unterwegs. Und dann müssen sie ja auch wieder zurück.

Auch auf weniger schweißtreibende Weise ist Maria Luggau und insgesamt das Kärntner Lesachtal eine Reise wert. Wir waren vor kurzem mit unseren Freunden Daniela und Rosano dort und haben dieses wohl naturbelassenste Tal Kärntens, übrigens die erste Slow-Food-Travel-Region Österreichs, sehr genossen.

Adresse

  • ARGE Hopfmüller-Hlavac
    Deublergasse 37
    A-1210 Wien

Kontakt

Gisela Hopfmüller

Franz Hlavac

  • +43 664 281 80 18

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