Archiv für Oktober, 2013

Wenn man bei Nebel nicht daheim bleibt……

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch

Eine Stunde mehr geschlafen wegen der Zeitumstellung, morgens beim Blick in den nebeligen Garten kurz mit dem Gedanken gespielt den ganzen Tag einfach daheim zu bleiben………und dann fahren wir doch hinüber nach Cividale, wo immer am vierten Sonntag im Monat die Altstadt von einem Flohmarkt belebt wird. Diesmal weniger wegen des Regens. Aber dafür entdecken wir, dass die Osteria Alla Speranza am Foro Giulio Cesare nach einigen Monaten nun wieder offen und einen neuen Pächter hat. Die muss doch gleich per Aperitiv getestet werden: mit einem Ribolla Gialla Spumante vom Weingut Eugenio Collavini lässt sich das würdig tun.

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Für mittags hat uns Lino Casella zu einem Fest in seinen Weinkeller in Albana di Prepotto eingeladen. Er will mit Freunden darauf anstoßen, dass es genau 20 Jahre her ist, seit er nach Prepotto gekommen ist, um ein Weingut zu führen. Ein vielfältiges Buffet steht bereit, als wir und viele anderer seiner Freunde ankommen: Zum Beispiel Winzerkollegen wie Hilde Petrussa, Valerio Marinig , Denis Pizzulin, die „titolari“ von La Viarte. Aber auch die Familie Rieppi ist vertreten, von der Lino sein jetziges Weingut gepachtet hat. Wir lernen auch Linos Gattin, seine Schwester und seine Schwägerin kennen, plaudern mit der Apothekerin von Prepotto Adriana Romanutti und gratulieren Lino herzlich zum Erfolg, den er mit seinen Weinen erreicht hat. Wir lieben ja speziell seinen Schioppettino und den Tazzelenghe.

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Bald müssen wir zurück nach Varmo, nein, eigentlich nach Camino al Tagliamento, den wir haben Fabiola Ferrin versprochen vorbei zu schauen, wenn eine Delegation der Gemeinde Bleiburg samt Bürgermeister und eine der Gemeinde Maria Wörth samt Vizebürgermeister bei ihr und Paolo zu Gast sind. Paolo labt uns eingangs mit köstlichen Kaktusfrüchten aus Sizilien. Die Kärntner Delegationen sind an diesem Sonntag nach Codroipo zur großen Fiera di San Simone gekommen. Dieses Fest mit einem Markt im ganzen Ort führt regelmäßig die befreundeten Gemeinden aus Kärnten und auch Slowenien hierher in die friulanische Ebene. Erst ein Empfang der Gemeinde Codroipo für die Gäste, dann noch eine Wein-Verkostung bei Ferrins – das hebt Laune und Lautstärke der Gäste.

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Heyn in Friaul: Helmut Zechner und sein Team auf Betriebsausflug

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch

Dicht hängt der Nebel, es nieselt. Friaul zeigt sich an diesem Samstag von seiner grauen Seite. Die hat auch ihre Reize. Wenn man allerdings von einem sonnigen Kärnten ins nebelige Friaul kommt, so wie Helmut Zechner und sein Team der Buchhandlung Heyn in Klagenfurt, dann sind schon Extra-Reize zum Aufmuntern gefragt. Die versuchen wir zu bieten. Schließlich ist es doch etwas Besonderes, wenn Chef und Angestellte der als „beliebteste Buchhandlung Österreichs“ ausgezeichneten Buchhandlung Heyn ihren Betriebsausflug zu uns ins Friaul machen. Es ist die Folge einer Leser-Reise, die wir im Frühsommer für Heyn organisieren durften, und die offenbar großen Anklang gefunden hat. Damals hat der Besuch im Museo di Brazzà bei Moruzzo nördlich von Udine nicht nur Chef Helmut Zechner besonders interessiert. Und so hat er angeregt, als ersten Programmpunkt des Heyn-Betriebsausfluges wieder dorthin zu fahren.Dazu gehört, dass wir wieder mit einem Frühstück im Agriturismo La Roncolina gleich neben dem Castello Brazzà starten. Signora Ornella hat in der Nacht zuvor ihre bekannt guten Torten gemacht, die zum Capuccino so gut munden. Signor Carlo hilft mit, die Kärntner Gäste den Regen draussen vergessen zu lassen.

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Als wir dann hinüber zum „Spazio Brazza“ (wie das Museum genannt wird) spazieren, tropft es schon etwas weniger aus dem Nebel. Signora Rachel erwartet uns dort mit gewohnter Freundlichkeit. Die Geschichte der erstaunlichen Familie Savorgnan, einst eine der mächtigsten Adelsfamilien im Friaul, und ihrer jetzigen Repräsentanten Corrado Pirzio-Biroli und seines Bruders Roberto, erschließt sich im zweiten Stock des Museums. „Wirklich erstaunlich, afrikanische Kunst im Friaul zu finden“, meint Helmut Zechner. Die hat im 19.Jahrhundert Pietro di Brazzà Savorgnan gesammelt, der Entdecker und Gründer der Hauptstadt des Kongo Brazzaville. Im ersten Stock ist die Ausstellung des berühmten tschechischen Zeichners und Kinderbuch-Illustrators Stepan Zavrel für unsere Buchhändler aus Kärnten natürlich spannend. Einige von ihnen erkennen die Illustrationen und erinnern sich, das eine oder andere Zavrel-Buch selbst schon bei Heyn verkauft zu haben. „Toll, dass wir jetzt mehr über den Künstler erfahren!“ „Nehmen Sie sich doch jeder zur Erinnerung eine Ansichtskarte mit einer Zavrel-Zeichnung“, regt Signora Rachel freundich an.

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Jetzt hat der Regen fast aufgehört. Im Bus geht es weiter nach Prepotto. Dort, in den Colli orientali, ist das Laub der Weingärten schon ganz bunt gefärbt. Ein paar Sonnenstrahlen lassen das Rot und Gelb intensiv aufleuchten. In der Trattoria “Da Mario“ haben Marco Grassi und seine Gioia ein Menü vorbereitet, das „alle Stückerln spielt“: nach einem fruchtigen Ribolla Gialla Spumante vom Weingut Ca’ Ronesca im nahen Dolegna als Aperitiv zaubert Gioia in der Küche für uns Kürbis-Gnocchi, Orzotto mit Salsiccia und dem in Prepotto beheimateten Rotwein Schioppettino, butterzart bei ganz niedriger Temperatur gebratene Stelze, nicht minder gelungene Maialata (Schweinsbraten) mit frischem und gedünstetem Fenchel und als Dessert die Gubana mit der Grappa-Creme. Friulano von Valerio Marinig und Schioppettino von Lino Casella begleiten dieses mehr als gelungene Mittagessen. Derlei Köstlichkeiten genießen nicht nur wir. Marco und Gioia haben ja viele österreichische Gäste. An diesem Mittag kommt auch Evelyn Rupperti mit Mann und Freunden. Sie ist Autorin beim Styria-Verlag so wie wir.

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Der Nebel hängt weiter über der Landschaft, aber es regnet nicht mehr, als wir nun hinüber in die Brda fahren. Dieser slowenische Teil der Weinhügel ist den meisten nicht wirklich bekannt, aber auch bei Nebel ist rasch zu erkennen, dass sich künftige „Forschungsreisen“ dorthin lohnen würden. Wir regen einen Stopp beim Schloss von Dobrovo an. Da wird auf der Terrasse die nebelige Landschaft wohlwollend betrachtet und für Fotos posiert. Über den Ort Medana fahren wir durch die Hügel, um bald wieder die Grenze zu überqueren und den nächsten Programmpunkt anzusteuern: Besichtigung und Weinkost bei unseren Winzerfreunden Komjanc in Giasbana bei San Floriano del Collio. Roberto und Raffaella und der 8jährige Mosè erklären ihren Wein beziehungsweise wie er aus den Trauben entsteht und bieten vielerlei zum Verkosten an. Eine Betriebsausflugs-Erfahrung, die rasch zeigt: Auch die Welt des Weines ist spannend, nicht nur die Welt der Bücher, die der Alltag bei Heyn ist.

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Raffaella hat auch eine Jause aus lauter Spezialitäten der Gegend vorbereitet – von Salami über geräucherter Gänsebrust und Käse bis zur süßen Potizza. Und Robertos Vater Alessio bietet eine kleine Olivenöl-Degustation an und überzeugt damit nicht nur Helmut Zechner, den begeisterten und gerühmten Hobby-Koch. Dann brechen unsere „Heyn-Freunde“ mit herzlichem „Grazie, danke für den schönen Tag!“ zur Heimreise auf.

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Wir bleiben noch einen Moment bei den Komjanc, denn Roberto läßt uns noch etwas vom 2013er probieren, der in den Stahltanks dabei ist Wein zu werden. D.h. die Gärung ist schon fertig und manches Aroma in Duft und Geschmack ist schon erkennbar, das den neuen Jahrgang für den Gaumen erfreulich machen wird. Kein Zweifel, Friulano und Malvasia werden wieder sehr feine Weine. Aber Roberto läßt uns auch etwas von einem ganz besonderen Merlot probieren. „Nicht mehr als ein Kilogramm Trauben habe ich pro Rebe reifen lassen“, erklärt uns Roberto. Dass das, was aus diesen Trauben entsteht, schon jetzt, kurz nach der Gärung, enormes Potential erkennen läßt, ist also kein Wunder. Aber Roberto wird zweifellos aus diesem Potential einen außergewöhnlichen Merlot entstehen lassen.

Herbst-Ernte in Varmo

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch

Das Wetter ist erstaunlich: Vormittags hat es schon 18 Grad, es ist aber nebelig. Nachmittags scheint die Sonne und das Thermometer zeigt 23 Grad. Franz hatte unrecht, als er vor einer Woche diagnostiziert hat: Das war wohl das letzte Rasenmähen für heuer. Keine Rede davon: in der feuchten Wärme wächst das Gras beim Haus genauso fröhlich vor sich hin wie im Weingarten. Woran wir aber erkennen, dass es doch Ende Oktober ist: die Oliven gehören geerntet! Und da gibt es d i e große Überraschung: Auf den dreijährigen Trieben unseres alten, im eiskalten Winter 2009 abgefrorenen Olivenbaumes entdecken wir tatsächlich die ersten Oliven, drei Stück sind es! Wir jubeln! Denn das bedeutet, dass die jungen Triebe, die aus dem untersten Teil des alten Stammes gekommen und jetzt schon etwa zwei Zentimeter dick sind, erstens überhaupt tragen und zweitens wohl in den kommenden Jahren mehr als drei Oliven zu bieten haben werden! „Antimo“ – so hatten wir unseren Alt-Olivenbaum getauft nachdem ihn der Gärtner per Kran gepflanzt hatte, weil er so aussah wie die alten Olivenbäume bei der Kirche Sant’Antimo südlich von Montalcino in der Toscana – unser „Antimo“ also belohnt uns dafür, dass wir ihn liebevoll gepflegt haben, als ihn der Frost beinahe umgebracht hatte. Und von den sieben jungen, vor drei Jahren gepflanzten Olivenbäumen haben auch fünf ganz brav Oliven produziert. Nicht sehr viele, aber immerhin sind es mehr als ein halbes Kilo, die wir heuer in Salzlake legen und in etwa drei Monaten mit viel Freude verspeisen können. Der Nebel verziert die Spinnweben auf den Olivenbäumen ganz malerisch mit Wassertröpfchen. Wenn die Spinnen jetzt noch so so aktiv sind, mag das wohl heissen, dass es noch eine Weile warm bleibt. So sagt man jedenfalls.

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Im Gemüsegarten reissen wir nun endlich die meisten Tomatenpflanzen aus, nicht ohne zuvor noch eine Steige voll geerntet zu haben. Die Tomaten an der Wand des Gartenhauses und die neben den Bitterorangen an der Hauswand gleich bei unserem Sitzplatz haben auch noch einiges zu bieten. Diese Pflanzen dürfen noch bleiben, denn an solch geschützten Plätzen werden wir wohl die letzten Tomaten noch in etwa 14 Tagen ernten können.

Die Pfefferoni- und Paprikapflanzen biegen sich noch von der Last ihrer Früchte. Auch ihnen behagt das ungewöhnlich warme Wetter. Da werden noch ein paar Gläser Peperoncini und Peperoni (also Pfefferoni und Paprika) in agrodolce (süßsauer) eingelegt werden.

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Aber nicht nur wir ernten. Die Eichkätzchen, die ja an sich den ganzen Sommer lang unseren Garten zu „ihrem“ erklärt haben, balgen sich um die Nüsse unserer Walnussbäume. Nur manchmal haben sie die Ruhe, auf der Zypresse beim Gartentor innezuhalten und uns zu beäugen, etwa wenn wir vor dem Haus im Freien noch ein verspätetes Mittagessen genießen. 25.Oktober, 15 Uhr, 23 Grad. So könnte von uns aus die kühle Jahreszeit weitergehen!

„Friaul erleben“ in Salzburg

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Das waren unsere Lesungen, Friaul-Tagebuch

Eines der schönsten Geschäfte von Salzburg in einem der ältesten Häuser von Salzburg – ein wahrlich feines Ambiente für die Präsentation unseres Buches! Beim „Roittner im Ofenloch“ ist normalerweise alles zu finden, was für gehobene Tisch- und Küchenkultur nötig ist. Weil aber Mag.Heinz Roittner auch ein Italien- und Friaul-Fan ist, durften wir – so wie schon mit dem ersten Buch „Unser Friaul“ – einen Abend mit „Friaul erleben“ gestalten. Unsere Winzerfreunde Roberto Komjanc und seine Frau Raffaella sind auch wieder mitgekommen ins „Ofenloch“ und haben die Gäste mit einer Degustation ihrer Weine erfreut. Friaul-Freunde, die auch mit unserem Buch schon in der Region unterwegs waren, drängten sich beim „Roittner“ genauso wie angehende Friaul-Freunde. Es kamen viele Roittner-Kunden, eine Bekannte von einer „Warmbad-Villach-Kur“ oder Journalistenkollege Herwig Steinkellner von den Salzburger Nachrichten. In den SN wird von unserem Friaul-Abend auch Notiz genommen. Fotograf Christian Leopold (Andreas Kolarik Fotografie) läßt uns für ein Bild im Buch blättern. Buchhändler Stierle versorgt die vielen Interessierten mit „Friaul erleben“. Und der Komjanc-Wein findet auch wieder einmal begeisterten Zuspruch. Dass wir am Nachmittag bereits im ORF-Radio Salzburg bei Moderatorin Cornelia Deutsch live in der Sendung „Ihr Nachmittag“ über unser friulanisches Leben erzählen durften, hat unserem Salzburg-Besuch eine sehr schöne, zusätzliche Facette gegeben.

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