Archiv für Februar, 2014

Unser Friaul: Neuausgabe soeben erschienen

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Bücher, Friaul-Tagebuch

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Die aktualisierte und erweiterte Neuausgabe des Bestsellers „Unser Friaul“ enthält neue Kapitel, sowie neue Rezepte und Fotos.

„Unser Friaul“ führt die Leser an neue Schauplätze: Vom Tal der Uhren, dem Val Pesarina, über Sauris und die Grotten von Pradis bis zur Adria, neue Kapitel über Grado und Lignano sind ebenso zu finden wie neue Tipps zum Wein und Erfahrungen beim Organisieren einer Hochzeit für österreichische Freunde im Friaul.

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Italien im Ersten Weltkrieg zwischen Isonzo und Piave wird an Hand der Geschichte des Großvaters von Franz Hlavac mit persönlichen Dokumenten sowie der Beschreibung der heutigen Gedenkstätten nachgezeichnet.

Unser 2013er ist sehr gut geworden

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch

Der Profi ist zufrieden: unser Winzerfreund aus Retz, Manfred Ladentrog, stets auch eine Kontroll- und Beratungsinstanz für unseren friulanischen Wein, findet: alles bestens! Wir haben ihm von unserem 2013er Pinot grigio und dem Uvaggio (Gemischter Satz aus diversen autochtonen Sorten, die in unserem Weingarten im Friaul wachsen) zum Probieren gebracht. Die Computeranalyse ergibt: 12,5 Volumsprozent Alkohol, Säure 6%. Manfred gibt grünes Licht dafür, in der nächsten Zeit mit dem Abfüllen in die Flaschen zu beginnen.

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Ladentrog

Malborghetto: Trattoria Da Giusi

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Friaul-Tagebuch, Küche, Lokal-Empfehlungen in Friaul

Der Ort Malborghetto im mittleren Valcanale zwischen Tarvisio und Pontebba hat eine gotische Kirche, einen „Palazzo Veneziano“ mit Museum, einen prächtigen Blick auf die umliegenden Berggipfel und die Trattoria Da Giusi.

Ein Stopp zahlt sich also aus mehreren Gründen aus, auf alle Fälle aber wegen der wunderbaren Hausmannskost, die die Chefin Giuseppina Alsido und ihr Mann Alfredo Domenig auftischen. Dabei liest sich die Speisekarte abgesehen von der „Cucina tipica della Valcanale“ einigermaßen kriegerisch: Es gibt ein Menù della Grande Guerra, also ein Erster-Weltkriegs-Menü, ein Menu del Capitano (ein Menü des Kapitäns), L’ultima cena del Capitano Hensel (Das letzte Abendessen des Hauptmanns Hensel), Menù del Vicerè Eugène Beauharnais (Menü des Vizekönigs Beauharnais).

Das hat mit der Geschichte zu tun. Die von den Habsburgern in Malborghetto errichtete Festungsanlage wurde von einer österreichischen Einheit Hauptmann Friedrich Hensel 1809 vier Tage lang gegen die Franzosen unter Vizekönig Eugene de Beauharnais verteidigt. Zwar siegten am Ende die Franzosen und Hautmann Hensel fiel, aber es heißt, das durch Hensel aufgehaltene französische Korps sei deshalb zu spät zur Schlacht bei Aspern gekommen. Und die ging ja bekanntlich für Napoleon verloren. Zum anderen waren im Ersten Weltkrieg die Kämpfe im Valcanale, also auch in Malborghetto, besonders blutig, ehe 1919 der Ort durch den Friedensvertrag von St.Germain und die Grenzziehung bei Tarvis an Italien fiel. Was vielen der damals vorwiegend deutsch- und slowenischsprachigen Einwohner nicht besonders behagte.

Dieser Geschichte wird in der Trattoria Da Giusi durch Dokumente und Kriegsrelikte in Vitrinen Rechnung getragen, aber eben auch in der Namensgebung diverser Menüs auf der Speisekarte.

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Aber keine Sorge, was dabei auf den Tisch kommt, ist auch durchaus bodenständig. Das Carne Salada (gepökeltes Rindfleisch) mit geräuchertem Ricotta und den gemischten Aufschnitt genauso wie die Pappardelle mit Wildschweinragout oder die Bohnen-Krautsuppe, um nur die Beispiele zu nennen, die wir zuletzt genossen haben. An diesem Mittag gerieten an einem Nebentisch ein Kärntner Ehepaar ins Schwärmen über die Gnocchi und auf der anderen Seite ein Arzt aus Milano über den ihm bis dahin unbekannten „Kaiserschmorn“.

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Dass hinter uns an der Wand die Kopie einer Rechnung aus dem Jahr 1749 für den aus San Floriano del Collio nach Malborghetto hing, hat der Historie eine nette Perspektive hinzugefügt. Der aktuelle Hauswein lässt sich übrigens auch sehr angenehm trinken.

Antica Trattoria „Da Giusi“

Via Bamberga, 19

33010 Malborghetto (Ud)

Tel.: 0039 0428 60014

Email:info@dagiusi.it

www.dagiusi.it

Trattoria „Da Bepo“ in Bugnins

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Lokal-Empfehlungen in Friaul

Für uns hat „Da Bepo“ in Bugnins besondere Bedeutung: Es war jene Trattoria, in die uns vor nun schon mehr als 12 Jahren der Makler Enzo Toso zum Abendessen einlud, nachdem wir tagsüber bei einem Notar in Udine den Kaufvertrag für das Haus in Varmo unterschrieben hatten.

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Schon damals war uns der „titolare“, also der Chef, Valentino Bert als ein überaus freundlich und um das Wohl seiner Gäste besorgt aufgefallen. Oft und gern waren wir in der Folge wieder hingefahren. Doch Valentino, der von Beruf Architekt ist, hatte zwischenzeitlich andere Pläne, als weiter das Lokal zu führen. Seine Schwester, die in der Küche gemeinsam mit der Mutter und auch im Service mit dabei war, hat an sich auch einen anderen Beruf, sie ist Postbeamtin in Varmo. Und so wurde das Lokal verpachtet. Mit dem Ergebnis, dass nicht nur wir, sondern auch andere Gäste ausblieben. Nach einer Weile wurde der Pächter gewechselt, das besserte die Lage allerdings nicht ausreichend. Und so waren wir wirklich froh, als wir Anfang des Jahres erfuhren, dass Valentino Bert die Trattoria nun wieder selbst führt. „Leider habe ich es nicht geschafft, Euch zur Wiedereröffnung einzuladen“, bedauerte Bert Valentino heftig, als wir unlängst mit den Ferrins erstmals wieder bei „Da Bepo“ aufgetaucht sind. „Da waren wir in Wien, aber jetzt sind wir ja da!“ „Darüber bin ich wirklich froh“, findet Valentino. Er wohnt inzwischen mit seiner Lebensgefährtin und einer 5jährigen Tochter in Pordenone, in der zweiten Wochenhälfte ist er aber immer in Bugnins. Seine Schwester ist neben ihrem Job bei der Post auch wieder mit dabei, eine bewundernswerte Arbeitsleistung, auch wenn die Trattoria ausschließlich Freitag Abend, Samstag Abend und am Sonntag geöffnet ist. Aber da ist sie jetzt wieder bis zum letzten Sessel gefüllt. Mit unseren Freunden Daniela und Rosano sowie Schwiegersohn Ivan und seinen drei Söhnen Samuele, Matteo und Franz’ Patenkind Tommaso sind wir nun auch wieder gerne hingefahren (Samara, Danielas Tochter und Mutter der drei prächtigen bambini, konnte leider wegen einer ausgewachsenen Grippe nicht mit).

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Das Angebot der Trattoria stimmt wieder: Produkte der Gegend wie Prosciutto und Salame, Masorin (eine Wildentenart), Gans (unter anderem als köstliches Ragout mit Papardelle), Polenta und Baccalà (Stockfisch), Kräuter-Risotto, Frico, frisches Gemüse aus dem eigenen Garten. Und im Fasching gibt es als Nachspeise Fritelle und Crostoli. Die Tradition lebt: seit mehr als 50 Jahren gibt es die Trattoria „Da Bepo“, jetzt wieder in der allseits geliebten Form!

Trattoria „Da Bepo“

Località Bugnins

33030 Camino al Tagliamento (Ud)

Tel.: 0039 335 242573 oder 0039 0432 919013

Email: bert.valentino@gmail.com
www.dabepo.it