Archiv für März, 2014

Kärntner Paneuropa-Gruppe in Cividale
und im Weingut Paolo Rodaro

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch

Ein Samstag wie im Bilderbuch: strahlende Sonne über Friaul, in der Wärme dieses Frühlingstages lebt auch eine der geschichtsträchtigsten Städte auf: Cividale, einst von Julius Caesar als Forum Julii gegründet, im 6.und 7.Jahrhundert von den Langobarden geprägt, danach von den Franken. Hierher führt heuer ein Ausflug einer Gruppe der Kärntner Paneuropa-Bewegung. Deren Obmann Klaus Lukas hat uns wieder eingeladen, unsere Friaul-Bücher zu präsentieren und über den Ort und die Region zu erzählen.

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Treffpunkt ist mittags das Ristorante „Al Monastero“, das für traditionsreiche friulanische Küche steht. Wir weisen die Kärntner Gäste auch auf die Wandbilder hin, die einen Vorraum zieren: Der friulanische Wandermaler Jacun Pitor (1851 – 1935) hat sie gemalt, eine ganz urtümliche Form naiver Malerei mit Szenen aus dem ländlichen Leben. Aufgekocht wird im Ristorante dann vielerlei von Cjalsons und Risotto über Filet mit Spargel bis zur Gubana. Zwischen Haupt- und Nachspeise lesen wir aus „Friaul erleben“ über den wenig bekannten cividalesischen Osterbrauch „Gioco del truc“. Unter den Gästen ist auch Prof.Roland Adunka, der Leiter des Auer-von-Welsbach-Museums in Althofen/Kärnten. Er schenkt uns sein Buch über Carl Auer von Welsbach (der ja u.a. 1885 den Glühstrumpf für Gas-Lampen erfunden hatte), schreibt uns eine Widmung und lädt uns ein nach Althofen zu kommen. Wir machen ihm mit einem Friaul-Buch Lust auf weitere Ausflüge.

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Dann begibt sich die Gruppe auf eine Stadtführung, ehe es zum Weingut Rodaro geht. Dort haben „Padrone“ Paolo und Marketing-Chefin Lara Boldarino alles für eine feine Degustation vorbereitet. Nach einer Kellerführung gibt es Friulano, Refosco, Refosco Romain (die Visitkarte des Hauses Rodaro), Schioppettino und danach den süßen Verduzzo zu verkosten. Wie nicht anders zu erwarten finden die Weine große Zustimmung. Wir plaudern mit Paolo über unser Kochbuch-Projekt. Da holt er seine Tante Dina herbei und die erzählt, wie sie „patate lesse con formaggio“, gekochte Kartoffeln mit Käse zubereitet, ein Gericht, das seit Paolos Jugendtagen zu seinen Lieblingsspeisen zählt. Wieder etwas für „Unsere Friaul-Rezepte“!

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Die Zeit verfliegt und um etwa 19 Uhr ruft der Bus-Chauffeur zum Aufbruch zurück nach Kärnten. Aber es ist klar: die Gäste wollen bald wieder ins Friaul, nach Cividale und auch zu Rodaro kommen!

Die Arbeit am nächsten Buchprojekt:
„Unsere Friaul-Rezepte“

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Küche, Rezepte

Viele der Leser unserer bisherigen Bücher haben gefragt: „Können Sie nicht noch mehr friulanische Rezepte schreiben?“ Das tun wir wirklich mit viel Freude. Denn wir essen ja selbst gerne gut und besonders gern entsprechend den Traditionen von Friaul-Julisch-Venetien.

Wir sind in dieser Region auf „una incredibile cultura di mangiare“ gestoßen, eine unglaubliche Kultur des Essens. Zwischen den Bergen Karniens und dem Meer hat sich über die Jahrhunderte eine Küche entwickelt, die nicht weniger abwechslungsreich ist als es diese nord-östlichste Region Italiens insgesamt ist. Die „cucina povera“ der einst armen ländlichen Bevölkerung lebt ebenso weiter wie die bunte Fischküche an der Küste. Von magenfüllenden Speisen wie Polenta oder Frico bis zu modernen Gemüse- und Fisch-Gerichten reicht die Palette.

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Die Rezepte haben wir in unseren vielen Jahren im Friaul zusammengetragen. Bei Freunden und Bekannten, Hausfrauen und ProfiköchInnen, in Trattorien und auf Märkten haben wir vieles erforscht. Wir haben uns bekochen lassen und die Rezepte selbst zu kochen ausprobiert. Wie viele andere sind wir keine Profis in der Küche, deshalb war es uns wichtig, einfach Nachzukochendes zu sammeln.

In diesen Tagen sind wir an der Arbeit für einen wichtigen Teil dieses Kochbuches: die Fotos. Wir haben die junge Fotografin Mayda Mason aus Latisana gebeten, die schwierige Aufgabe zu übernehmen, ein fröhliches Titelfoto zu machen und viele der Speisen so zu fotografieren, dass einem das Wasser im Mund zusammenrinnt. Das macht sie mit großem Können und bewundernswerter Phantasie.

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Und so haben wir in den letzten Tagen viel gekocht, von morgens bis abends, wie am Schnürchen entstand ein anregendes Foto nach dem anderen. Unsere Freundin Daniela hat fürs Foto gleich auch ihre wunderbaren Fritelle (frittierte Teigbällchen) gebracht. Natürlich haben wir das Gekochte aber gemeinsam mit Mayda dann auch genussvoll gegessen. Quasi als Belohnung für die viele Arbeit.

Zwischendurch gibt es Fotoabstecher zu befreundeten Profiköchen in Restaurants und Trattorie, wo einige unserer Lieblingsrezepte herstammen und für uns zu Fotozwecken zubereitet wurden. Zum Beispiel bei uns im Ort in der Locanda Vil di Var, wo der Padrone und Küchenchef Roberto Marchesan eine wunderbare „Trilogie vom Tunfisch mit gemischtem Gemüse“ zubereitet. Seine Geschäftspartnerin Andreina Satta, die gemeinsam mit ihrem Mann Gianni Zedda stets mit Charme und Energie um die Gäste bemüht ist, hat zum Gelingen der Fotos auch maßgeblich beigetragen.

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Natürlich dürfen in unserer Rezeptsammlung auch Gerichte nicht fehlen, die uns und andere Gäste im Ristorante „Da Toni“ in Gradiscutta di Varmo verwöhnen. „Padrone“ Aldo Morasutti, seine Frau Lidia und ihre Tochter Elisabetta führen das Ristorante mit dem hübschen Beinamen „del buon ricordo“, also „zur guten Erinnerung“ mit viel Zuwendung für die Gäste und haben uns gerne auch in einige ihrer Küchengeheimnisse eingeweiht. So konnte Mayda Mason bei unserem „Foto-Besuch“ auch überaus appetitanregende Fotos von Gerichten machen, die Küchenchef Roberto Cozzarolo aus traditionellen Rezepten weiterentwickelt, etwa La Panade, eine Brotsuppe mit Fenchel-Samen zubereitet oder ein Kohl-Risotto mit Gänseleber oben drauf. Und Robertos Maismehl-Kekse sind für Naschkatzen namens Mayda und Gisela auch eine Verführung!

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Und auch die Küchenkünste im Ristorante „Al Molino“ in Glaunicco / Camino al Tagliamento werden in unserem Kochbuch nicht fehlen. Das „Al Molino“ wird ja seit bald 30 Jahren von der Familie Del Negro geführt, von Elda, ihrem Mann Gino, den beiden Töchtern Moira und Romina und Ginos Bruder Renato. Als wir zu ihnen zum Fotografieren kommen, hat Romina alles perfekt vorbereitet, ihr Mann Daniele Flebus ist der Herr der Küche und zeigt uns gemeinsam mit Michele Tomasi, wie friulanische Gaumenfreuden entstehen: Als antipasto/Vorspeise Frico croccante mit Käsecreme und Speck, als „primo piatto“ Cjalsons mit Spinat, Rosinen und Zimt und dann noch als „dolce“ die süßen frittierten Cjalsons, mit denen einst „nonna Letizia“, also Großmutter Letizia (Ginos Mutter) die Familie erfreute. Während Mayda fotografiert, zeigt Franz wieder einmal seine Qualitäten im Umgang mit kleinen Kindern: Rominas 2jährige Tochter Magdalena und deren 6 Monate altes Brüderchen spielen begeistert mit dem „zio“, dem Onkel aus Österreich.

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In den nächsten Wochen werden wir noch viele Tage gemeinsam mit Fotografin Mayda Mason verbringen, um die Rezepte in unserem Friaul-Kochbuch mit möglichst vielen schönen Bildern illustrieren zu können.

Einiges haben wir natürlich auch selbst in den vergangenen Monaten fotografiert, der erfolgreiche Reportage-Charakter unserer Bücher wird ja auch bei der Rezeptsammlung einfließen.

Wann Sie „Unsere Friaul-Rezepte“ dann bekommen können? Das Buch wird im September erscheinen!

Wein-Fest in Bertiolo
mit süßer Überraschung

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Weinempfehlungen aus Friaul

„Fahren wir trotz des Regens nach Bertiolo?“ will unsere Freundin Daniela mittags wissen. Natürlich! In der Enoteca ist es ja trocken und vielleicht hört der Regen doch auf. Er wird zumindest weniger, als wir gemeinsam mit Daniela und Rosano in Bertiolo, das etwa 10 Kilometer von Varmo entfernt liegt, ankommen.

„La Festa del Vino Friulano“ in Bertiolo ist nicht nur eine der traditionsreichsten Weinveranstaltungen im Friaul, es ist auch das jeweils erste Wein-Fest im Jahreslauf, immer an drei Wochenenden im März. In der Enoteca gibt es heuer Weine von 54 Produzenten zu kosten, eine Jury hat in verschiedenen Kategorien die besten Weine ermittelt.

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Ehe wir unsere eigene Degustation dort starten, treffen wir Danielas Tochter Samara, ihren Mann Ivan und die drei Söhne Samuele, Matteo und Tommaso, der ja Franz’ Patenkind ist. Unser aller hungrige Mägen harren der Antwort auf die Frage: wo gibt es guten Frico? Diese friulanische Spezialität aus Kartoffeln, Käse, Zwiebeln und im konkreten Fall auch Speck findet sich in bester Qualität beim Stand der Fussballfreunde des Ortes Pozzecco.

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Nach dieser ordentlichen Unterlage nehmen wir uns die Enoteca und diverse Weinproben vor und haben rasch unsere Favoriten gefunden: Den Ribolla gialla spumante von Pitars in San Martino al Tagliamento und den Ribolla gialla spumante von Forchir in Provesano. Draußen ist es inzwischen sonnig geworden. Franz macht den Kindern eine große Freude und schenkt sowohl dem kleinen Tommaso als auch dem 8jährigen Samuele und dem 5jährigen Matteo je einen Luftballon.

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Einen kleinen Stopp gibt es für einen Espresso in der Bar am Hauptplatz, in der sich dutzende Männer vor dem Fernsehschirm scharen wegen des Fußball-Matchs Udinese gegen Sassuolo. Ein Aufheulen! Udinese hat das Siegestor geschossen. Ivan entdeckt in der Zeitung ein Bild seines Vaters Gianni Cucchiaro, der heute in Gemona als besonders verdienter, langjähriger Unternehmer geehrt wird. Gratulation!

Samuele und Matteo sind nun schon ganz wild aufs Autodrom nebenan auf der Piazza. Samuele erweist sich als talentierter Pilot, Matteo hat als Beifahrer seinen Spaß.

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Aber der Höhepunkt des Nachmittages passiert bei der „Pesca di beneficenza“, der Wohltätigkeitstombola. Jedes Los ist eine rote Nummer, also ein Gewinn, steht neben der Tür zu lesen. Der erste Preis ist ein lebendes Schwein. Jeder von uns Erwachsenen kauft ein paar Lose, Matteo und Samuele dürfen sie öffnen: Limonade, Nudeln, Tunfisch-Dosen, zwei Flaschen Rotwein und ähnliches sind die Gewinne. Matteo schaut ein wenig betrübt, weil er immer nur kleine Mineralwasserflaschen gewonnen hat. Also geht Daniela mit ihrem Enkel nochmals zur Kasse und erwirbt mit und für Matteo noch zwei Lose. „Wir zwei gewinnen jetzt das Schwein“, sagt Daniela zu Matteo. Dann machen alle riesengroße Augen: Matteo hat das Los mit der Nummer 2 in der Hand, also den zweitgrößten Preis gewonnen. Der ist zwar kein Schwein, aber ein mehr als 10 Kilogramm schweres, riesengroßes Schokolade-Osterei. Matteo ist glückselig, sein Bruder Samuele nicht minder und auch Daniela strahlt, weil die Kinder jetzt eine ungeheure Freude haben (der kleine Tommaso allerdings verschläft den Trubel im Kinderwagen). Samara fragt in scherzhafter Verzweiflung: „Und was tun wir jetzt mit 10 Kilogramm Schokolade?“ Ivan hilft das Riesen-Ei aus dem Raum der „Pesca di beneficenza“ heraus und dann nach Hause zu befördern.

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Dort versammeln sich die Erwachsenen rund um den Küchentisch und schauen begeistert zu, wie die drei Buben dem Riesen-Ei zuleibe rücken. Es ist ein ungeheures Hallo: Weg mit der glänzenden Hülle, das Ei wird mit Energie zertrümmert, Matteo und Tommaso stecken die Köpfe in das Ei, um herauszufinden, ob da noch eine Überraschung drin steckt. Die ist nicht sehr spannend, nur ein Schlüsselanhänger. Die Unmengen von Schokoladestücken werden in dem Plastik-Eimer gesammelt, der kurz davor noch der Sockel vom Ei war. Matteo mag sich aus der blau-silbernen Folie gar nicht mehr auswickeln, er ist in dem Moment zweifellos der Allerglücklichste.

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Wir kommen über dieses „Schokolade- Abenteuer“ noch bei der Heimfahrt mit Daniela und Rosano aus dem Lachen nicht heraus. Hinten am Horizont ballt sich das nächste Gewitter zusammen. Aber dort links…..ein wunderschöner Regenbogen. Wie hat man uns als Kindern seinerzeit gesagt: Wo der Regenbogen am Boden beginnt, ist ein Topf mit Gold zu finden….ein Glückssymbol. Heute haben wohl Matteo und Daniela den Beginn des Regenbogens und mit dem Riesen-Ei ihren Glückstopf gefunden!

Rivignano: Tag des Veilchens
bei Mirella Collavini

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Garten, Plfanzen

Am späten Samstag Nachmittag schickt Giordano Turco ein SMS: „Morgen findet in Rivignano ‚una mostra delle viole’ in der Villa von Signora Collavini statt, sie lädt Euch dazu ein!“ Wir zögern erst: Für morgen ist doch Regen angesagt?! Als wir kurz danach vor unserem Haus stehen, bleibt ein Lieferwagen stehen und ein Mann steigt aus: „Ich bin Claudio De Monte. Sie kommen doch morgen in die Villa Collavini, Giordano hat Sie ja schon informiert?! Die Ausstellung ist unter Dach, es gibt auch bei Regen viel zu sehen.“ Wir sagen also zu und fahren Sonntag Vormittag mit Giordano und seiner Frau Giuliana die vier Kilometer nach Rivignano hinüber. Es regnet in Strömen und der Wind bläst heftig. Die Villa Collavini ist wunderschön und Signora Mirella Collavini begrüßt uns herzlich. „Ein Gläschen Prosecco mit Veilchensaft ?“ „Danke, sehr gerne“!

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Wir bringen Signora Collavini auch etwas speziell Passendes mit: Eine Flasche der Rotwein-Cuvee namens ‚Viola‘ von unseren niederösterreichischen Winzerfreunden Ladentrog! Wie für diesen „Dies Violae“ (Tag des Veilchens) gemacht! Im Italienischen wird das Wort „viola“ sowohl für Veilchen als auch für Stiefmütterchen verwendet, entsprechend der lateinischen Bezeichnung für die Pflanzenfamilie „Violaceae“, der beide ja angehören.

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Beide – Veilchen wie Stiefmütterchen – werden in der Villa Collavini speziell gepflegt. Signora Mirella hat viele verschiedene Sorten gesammelt beziehungsweise aus Samen gezogen. Claudio De Monte fragt: “Kennen Sie die Viola di Udine? Diese duftenden Veilchen haben eine gefüllte Blüte und waren schon am Kaiserhof der Habsburger sehr beliebt.“ Richtig, uns fällt ein, dass ja Kaiserin Elisabeth Veilchen liebte, als frische Blüten und auch kandiert. Diese kandierten Veilchen gibt es doch bei uns in Wien nach wie vor. Haben wir nicht noch eine dieser berühmten kleinen Dosen zu Hause? Natürlich! An einem Tag wie heute leiden jedenfalls die zarten Veilchen „di Udine“ im heftigen Regen und ihren Duft können wir uns auch nur vorstellen.

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Signor Claudio führt uns in den Garten der Villa. Zwar schüttet es immer mehr, aber dieser Garten ist trotzdem ein Erlebnis, mit seinen üppigen Pflanzen, den riesigen Bäumen, vielen Buchsbaumsträuchern, einer Rosengalerie, einem Teich und vielem mehr. Drinnen in einem der Räume werden gerade einige Gäste in der Kunst des Flechtens von Weiden-Herzen unterwiesen. Nebenan lernen wir Franco Fontanel kennen, er ist als Gärtner und Dekorateur in San Martino al Tagliamento tätig.

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„Da ist Feruccio Carassale, auch er wollte Sie kennenlernen“, stellt uns Signor Claudio einen freundlichen Herrn vor, der mit Fotoapparat und Stativ auf der Schulter durch die Tür kommt. „Piacere!“ Ferruccio Carassale ist ein renommierter Profi-Fotograf aus Bordighera an der ligurischen Küste, der unter anderem für die bekannte italienische Gartenzeitung „Gardenia“ fotografiert. Er kennt Signora Mirella seit langem. „Ich habe schon die Gärten im halben Friaul fotografiert“, erzählt er von seiner Leidenschaft für Gärten und Pflanzen. Signor Claudio und Giordano Turco berichten ihm von unseren Friaul-Büchern, was den Fotografen merkbar sehr interessiert. Rasch sind unsere Kontaktdaten ausgetauscht und wir laden ihn ein, bei einem seiner Friaul-Besuche doch bei uns vorbei zu schauen. „Volentieri“, gerne will er das das nächste Mal machen.

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Wir gehen zurück in den Raum, in dem wir den Begrüßungssekt bekommen haben. Dort gibt es jetzt geistige Nahrung. Roberto Maurizio, ehemaliger Professor für Literatur, Philosophie und Kunst, zieht einen Gedankenbogen von den Veilchen-Zeichnungen des Leonardo da Vinci hin zu dessen berühmtem Bild der Gioconda, also der Mona Lisa. „Leonardo hat das Veilchen studiert, um die Natur zu erforschen und was man von ihr lernen kann, um Neues zu erfinden. Im Mona Lisa-Bild ist ja nicht nur ‚La Gioconda’ zu sehen, sondern im Hintergrund die ganze Welt. Die Perspektive führt in die Tiefe….und die Perspektive ist die Entdeckung, dass der Mensch das Filter ist von allem, was passiert. Leonardo hat den Menschen als Interpreten der Natur entdeckt. Schaue und lerne! Das ist die philosophische Größe seiner Bilder, des Veilchens wie der Gioconda!“

Grazie, Roberto Maurizio! Alle applaudieren. Wir bedanken uns bei Signora Mirella, Signor Claudio und allen anderen, die uns einen bereichernden Sonntag Vormittag beschert haben, und begeben uns nach Hause – bei Regen und heftigem Sturm, der an der Straße sogar einen Telefonmast geknickt hat.