Archiv für Juni, 2014

„Unser Friaul“&“Friaul erleben“ in Althofen

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Das waren unsere Lesungen

Die Stadt Althofen in Kärnten, etwa 30 Kilometer nördlich von Klagenfurt gelegen, ist dem Friaul seit langem verbunden, auch offiziell, denn seit 1993 besteht eine Städtepartnerschaft mit Gradisca d’Isonzo. Althofen selbst hat auch viel Interessantes zu bieten. Es findet sich dort etwa das Auer von Welsbach-Museum, und zwar in einem Gebäude aus dem 12.Jahrhundert oben am Burgberg gleich neben der prächtigen gotischen Kirche (übrigens die einzige in ganz Kärnten, die dem Thomas von Canterbury geweiht ist).

Das Museum ist ein Ort, an dem Technik- und Industriegeschichte lebt: es ist dem Erfinder und Unternehmer Carl Freiherr Auer von Welsbach gewidmet, der vier chemische Elemente entdeckte und ausserdem das Gasglühlicht, die Metallfadenglühlampe und den Cereisen-Zündstein für Feuerzeuge erfand. An diesem spannenden Ort durften wir unsere Friaul-Bücher präsentieren.

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Zusätzliche Stühle müssen an diesem Abend im Vortragssaal des Museums aufgestellt werden, so groß ist das Interesse, was uns genauso freut wie Museumsleiter Prof.Roland Adunka. Selbst der Bürgermeister von Althofen Manfred Mitterdorfer ist gekommen, um zu hören, wie wir über „unser“ Friaul lesen und erzählen. Auch viele andere der Besucher bekunden heftiges Interesse am Friaul und berichten nach der Lesung von eigenen Erfahrungen und auch von Ausflügen auf Basis der Informationen durch unsere Bücher. Buchhändlerin Gertrude Schöffmann stillt mit dem Büchertisch das große Interesse an „Unser Friaul“ und „Friaul erleben“, Bürgermeister Mitterdorfer kündigt gleich an, in den kommenden Tagen weitere Exemplare für die Gemeinde erwerben zu wollen – schöne Gastgeschenke! Immer wieder gibt es nette Überraschungen bei unseren Lesungen, wenn sich nämlich „alte Bekannte“ einfinden, von denen wir aber schon seit langem nichts mehr gehört haben. Diesmal ist es Beate Bulfon, eine Schulkollegin aus Giselas Zeit am Mädchengymnasium in Klagenfurt.

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Wieder einmal sind unsere Winzerfreunde Fabiola und Paolo Ferrin gekommen, um nach der Buchpräsentation ihre Weine zum Degustieren anzubieten. Friaul muss man schließlich auch schmecken können!!! Die Althofener haben sofort ihre Liebe auch zu den Ferrin-Weinen entdeckt. Bestimmt werden die Ferrins in ihrem Betrieb in Camino al Tagliamento in der nächsten Zeit Besuche aus Althofen bekommen!!

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Lokaltipp: „Vecchie Province“ in Mossa

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Friaul-Tagebuch, Lokal-Empfehlungen in Friaul

Wen in der Gegend von Gorizia der Hunger überfällt, findet in Mossa ein feines Angebot: die Trattoria „Vecchie Province“ (Alte Provinzen). Ein scharfes Auge ist nötig, um diese Trattoria zu finden, nur eine gelbe Laterne hängt straßenseitig an dem rosa gestrichenen Haus. Ein hübscher Garten mit Tischen und Bänken im Schatten von Khaki- und Maulbeerbäumen, die Innenräume nicht minder ansprechend, das überzeugt sofort. Das Speisenangebot ist traditionell und modern gleichermaßen, abwechslungsreich und reichhaltig. „Wollen Sie unsere Antipasti zum Degustieren“, fragt Signora Angela. Natürlich. Und so kommen der Reihe nach kleine Portionen von Carpaccio auf Rucola, Speck mit Kartoffeltörtchen, gebratener junger Radicchio mit Käse und gekochter Schinken mit Kren. Auf dieselbe Art kann man sich durch die „Primi“ kosten, ob Gnocchi oder Minestra oder Teigtäschchen, alles vom Feinsten. Wer dann noch Platz im Magen hat für ein „Secondo“ kann zwischen Fisch und Fleisch-Gerichten bester Qualität wählen. Der offene Friulano stammt aus hauseigener Produktion und passt vorzüglich zu all den angebotenen Speisen. Kein Zweifel: Ein Platz zum Wiederkommen!

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Trattoria „Vecchie Province“

Via P.Zorutti 18

34070 Mossa (GO)

Tel.Nr.: 0039 0481 808693

(Montag und Dienstag Ruhetag)

Weinmesse in Buttrio: „Corsa dai Caratei“

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Weinempfehlungen aus Friaul

Es ist keine olympische Disziplin, aber man muss athletische Qualitäten haben, will man bestehen in der „Corsa dai Caratei“, dem Fass-Rennen, zum Ausklang der „Fiera Regionale dei Vini“, der Regionalen Weinmesse, in Buttrio. Am vergangenen Sonntag gewann das Team aus Avio in der Provinz Trient/Südtirol.

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Die Zuschauer haben viel Spaß, bei den Teilnehmern rinnt der Schweiss – kein Wunder, gilt es doch 225 Liter- und 500-Liter-Fässer auf einem Parcour und zuletzt eine steile Straße hinaufzurollen. Im Park der Villa Toppo-Florio in Buttrio nahe Udine ist dieses Rennen alljährlich zur Zeit der Weinmesse ein Höhepunkt des Geschehens. Sieben Teams, aus je zwei jungen Damen und zwei jungen Herren bestehend, sind heuer dabei, zwei aus dem Friaul (aus Buttrio und Premariacco), außerdem aus Ghemme bei Novara/Piemont, Avio bei Trient/Südtirol, Vittorio Veneto/Venezien, San Pietro in Cariano bei Verona/Venezien und Furore bei Salerno/Kampanien. In diversen Mannschaftsrennen werden die ersten Punkte gesammelt und es wird so die Startaufstellung für das Hauptrennen ermittelt. Da werden zu zweit Fässer gerollt, es werden Fässer auf Sackrodeln transportiert und als Staffel gerollt, zuletzt inklusive einsammeln von Bekleidungsstücken, sodass der letzte in der Staffel mit Mantel, Gürtel und Lorbeerkranz als Weingott Bacchus seine Runde bestreiten muss. „Es gibt keine Strafe, wenn man unterwegs den Lorbeerkranz verliert, man muss ihn nur beim Starten auf haben“, beruhigt der Moderator, als im Eifer des Gefechtes ein Kranz in der Wiese landet.

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Zum großen Schlussrennen übersiedeln Teams und Zuschauer auf die Strasse, die vom Ort Buttrio hinauf auf den Hügel zur Villa Topo Florio führt. Da hinauf muß dann von den zwei Herren jedes Teams ein 500-Liter-Fass gerollt werden. Da geht auch so manchem der offensichtlich gut trainierten „Fass-Athleten“ die Puste aus. Nachher bei der Preisverleihung gesteht dann einer: „Ich habe meinen Freund nur dazu überreden können mitzumachen, weil ich ihm gesagt habe, es geht ohnehin nur ganz flach dahin!“ Der Getäuschte hat sich zwar tapfer geschlagen, sieht aber gezeichnet aus. Dieses Schlussrennen entscheidet das Team aus dem Süden, aus Furore/Salerno für sich. Aber den Gesamtsieg (unter Einrechnung der Punkte aus den vorhergegangenen Läufen) erobert das Team aus Avio/Trentino. Der Bürgermeister von Buttrio und ein Landesrat überreichen die Hauptpreise zu diesem „Grande Finale“ der Weinmesse von Buttrio. Die ist aber an diesem Sonntag noch bis in die Nacht hinein zu besuchen.

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Die „Fiera“ ganz im Zeichen der autochtonen, also nur im Friaul heimischen Weine gibt es seit 1932, heuer haben 83 Winzer insgesamt 284 Weine zum Verkosten angeboten. Dazu gibt es in der Zeit der Fiera/Messe (also von Freitag bis Sonntag) viele geführte Degustationen und Vorträge. Der großer Degustationssaal im ersten Stock der Villa Topo Florio ist dicht gefüllt, trotz der Hitze. Entlang der Theke wird eifrig ausgeschänkt. Es fällt uns eine „Sauvignon-Ecke“ auf. Nun ist ja der Sauvignon eine internationale, und keine autochtone Sorte. Aber mit diesem Spezial-Angebot soll schon auf die „Fiera di Buttrio 2015“ hingewiesen werden, bei der es einen internationalen Sauvignon-Wettbewerb geben wird, organisiert gemeinsam mit Frankreich. „Der Sauvignon vom Weingut Zof aus Corno di Rosazzo ist besonders gut“, empfiehlt uns Alberta Bulfon, die Tochter des Winzers Emilio Bulfon, die wir mitten im Getümmel begrüßen. Und wir stoßen auch auf Winzerin Hilde Petrussa und ihren Mann.

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In einem der Nebenräume findet sich ein Stand, wo Interessierte gezeigt bekommen, wie Reb-Setzlinge veredelt werden. Die Kooperative „Vitis Rauscedo“ aus San Giorgio della Richinvelda ist einer der größten Produzenten von Rebsetzlingen und liefert in die ganze Welt. Wir kommen mit Signora Antonella Lovisa und Signor Beppino ins Gespräch. In unserem Weingarten sind ja im Zuge der Austriebsphase einige Stöcke plötzlich eingegangen. Die Zeit des Aussetzens der Barbatelle (normalerweise im März) ist nun aber schon lang vorbei und die Rebschulen überhaupt schon ausverkauft. Müssen wir also bis zum kommenden Jahr warten, um neue Reben zu setzen? Signora Antonella weiß Rat: „Wir haben noch etliche schon größere Reben in Töpfen, die kann man auch jetzt noch pflanzen!“ Rasch sind die Telefonnummern ausgetauscht und wir hoffen auf Neuzugänge im Weingarten in den nächsten Tagen.

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Jetzt wird noch das Erdgeschoß der Villa Topo Florio durchforscht. Da treffen wir auf einen Stand eines interessanten Projektes namens „Morus Morar“. Eine Sozialkooperative namens „Il Mosaico“ hat es gemeinsam mit der Gemeinde Moraro auf die Beine gestellt. Indem Bedürftigen Arbeit gegeben wird, entsteht ausgezeichneter Wein, ein Friulano, der in Nase und Gaumen alle seine Vorzüge zeigt. Eine feine Sache!

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Jetzt haben wir genug vom dichten Gedränge und fahren den kurzen Weg weiter hinauf auf den Hügel zum Castello di Buttrio. Dort erzeugt ja Alessandra Felluga, eine Tochter des berühmten „Winzer-Grandseigneur“ Marco Felluga, nicht nur ausgezeichnete Weine, sie hat das Schloss auch liebevoll renoviert und ein kleines, aber feines Hotel entstehen lassen. Wir lassen uns im angenehmen Schatten vor der zugehörigen Locanda nieder, plaudern gemütlich mit Signora Alessandra und ihrem Mann und genießen ihren Friulano zum Ausklang unseres Buttrio-Nachmittags.

Buttrio: Der Wein lockt

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Tipps, Weinempfehlungen

Das berühmte und älteste Weinfest Italiens, findet heuer zum 82. Mal statt. Die Villa Toppo-Florio in Buttrio (knapp 15 km von Udine entfernt in Richtung Gorizia) ist vom 13. bis 15. Juni Schauplatz der Fiera Regionale dei Vini. Das elegante Gebäude, von einem schönen Park umgeben, stammt aus dem 18. Jahrhundert und gibt der Veranstaltung eine besondere Stimmung. In der Eingangshalle lassen sich Bons erwerben und dann kann man sich schon im ersten Stock dieser Leistungsschau friulanischer Weinmacherkunst widmen, was das Zeug, besser der Gaumen (aus)hält. Im Mittelpunkt stehen die autochthonen Sorten. Zu geführten Degustationen kann der Weinfreund sich anmelden. Die von einer Jury schon vorab ausgewählten Weine können auch vom Publikum bewertet werden. Immer ist interessant, ob sich so ein Publikumsvotum mit dem der Jury deckt. Die Erkenntnisse fließen jedenfalls in den Weinführer „Vini Buoni d’Italia“ ein.

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