Archiv für August, 2014

Kleine Zeitung: Kochbuch-Rezension

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Friaul-Tagebuch, Über uns geschrieben

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Schon beim Anblick der Fotos läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Und beim Lesen der Rezepte würde man sich am liebsten gleich an den Herd stellen. Gisela Hopfmüller, ehemalige ORF-Moderatorin und gebürtige Klagenfurterin, und ihr Mann Franz Hlavac haben seit einigen Jahren im Friaul eine neue Heimat gefunden und dort nicht nur Land und Leute, sondern auch die Küche lieben gelernt. Die besten Rezepte, einerseits selbst ausprobiert, andererseits in friulanischer Gastronomie erspäht und aufgezeichnet, stellen sie jetzt in ihrem dritten Friaul-Buch vor. So bunt wie der Inhalt ist das Cover von „Unsere Friaul Rezepte“, erschienen im Pichler-Verlag. „Wir sind keine Profis in der Küche, deshalb war es uns auch wichtig, Rezepte zu sammeln, die einfach nachzukochen sind“, betont das Paar im Vorwort. Das ist eine der Stärken dieses Kochbuches, dessen Angebote nach Jahreszeiten gegliedert sind. Die Tagliatelle mit Spargelragout kann man im Frühling in der eigenen Küche ebenso unkompliziert zaubern wie ein Pfirsichrisotto im Sommer, einen Bohneneintopf im Herbst oder einen Nusskuchen im Advent. Lediglich beim einen oder anderen Rezept bedarf es einiger Vorbereitung, was die Beschaffung der Zutaten – etwa verschiedene Fischarten oder Kaninchen – angeht. Aber es gibt genügend Alternativen. Das Buch umfasst mehr als 200 Seiten. ULRIKE GREINER

Sommerbesuche in und um Varmo 4

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Friaul-Tagebuch

Der Sommer, der auch in Friaul heuer kein üblicher Sommer ist, hat einen Vorteil: Er fördert die Lust auf Besuchsausflüge und Einladungen. Ein kleiner Überblick: Gloria und Hermann, das Ehepaar aus Rosenheim, trifft Mitte August wieder im Friaul ein –Gloria ist ja Lehrerin und in Bayern beginnen erst jetzt die Schulferien. Die beiden haben ein Reihenhaus in Aprilia Marittima nahe Lignano. „Ihr müßt endlich zu uns kommen!“, laden sie uns ein. Es wird ein angenehmer Abend auf der Terrasse des Hauses in Aprilia, wo viele Touristen aus Deutschland und Österreich einen Zweitwohnsitz haben. Die Häuser der Siedlung sind rund um Swimmingpools gebaut, von denen einer auch mit warmem Thermalwasser befüllt ist, das dort direkt aus der Erde quillt. Eine feine Sache in kühlen Zeiten! Gloria und Hermann haben auch ihre friulanischen Freunde Antonietta und Enzo aus dem nahen Rivignano eingeladen. Die Kürbissuppe und der Kartoffelauflauf munden ausgezeichnet. Und später am Abend kommt noch ein ganz bekannter Gast: Der Jazzpianist Glauco Venier, der sich für ein paar Wochen in der Siedlung eingemietet hat, stößt mit seiner Frau zu uns, Gloria und Hermann kennen natürlich ihre Nachbarn hier auch gut. Glauco Venier gibt im Sommer einige Konzerte in seiner Heimat Friaul. Wir freuen uns ihn, der rund um die Welt mit den Großen des Jazz auftritt, kennenzulernen. Und wir freuen uns auch auf das Konzert, das er am 13.September bei uns in Varmo geben wird.

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„Arrivato Riccardo!“ Dieses SMS hat uns am 10.August erreicht! Marco und Gioia von der Trattoria „Da Mario“ in Prepotto sind Grosseltern geworden, ihr Sohn Giacomo ist nun Vater, denn Schwiegertochter Anna hat einen Stammhalter auf die Welt gebracht. Da müssen wir nun doch gratulieren. Die Trattoria ist mit hellblauen Schleifen und Fähnchen geschmückt: das signalisiert traditionell allen: ein Bub wurde geboren! Mit einer großen Kiste österreichischen Biers fahren wir nach Prepotto, Marco ist ein großer Bierfan, nun als Großvater wird sich daran nichts ändern. Aber auch die anderen werden mit dem kräftigenden Malzgetränk sicher auf das neue Familienmitglied gerne anstoßen! Wir haben ihnen auch unser neues friulanisches Kochbuch mitgebracht, zu dem Gioia ja zwei Rezepte beigesteuert hat.

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Danach gibt’s noch einen Abstecher zum Weingut Rodaro. Auch dorthin bringen wir „Unsere Friaul-Rezepte“. Marketingchefin Lara Boldarino holt gleich Paolo Rodaros Tante Dina und die freut sich sehr ihr Rezept und ein Bild von sich mit Paolo in dem Buch zu finden. Mit dem feinen Friulano von Paolo Rodaro wird darauf angestoßen. Und wenn wir schon dabei sind, unseren Freunden das neue Buch zu bringen, dann wird auch Elda Del Negro und ihre Familie im Ristorante „Al Molino“ in Glaunicco besucht. Die Familie del Negro und drei für das Ristorante typische Rezepte sind ja auch im Buch vertreten.

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Die Freude bei Mayda Mason, die uns in Varmo mit ihrer kleinen Tochter Kyla besucht, ist nicht geringer. Die junge Fotografin aus Latisana hat ja einen großen Teil der Fotos für „Unsere Friaul-Rezepte“ gemacht. Sie kann stolz sein auf ihre Arbeit, es gibt überall viel Lob auch für die Bilder der verschiedenen Speisen. Wir sitzen vor dem Haus und plaudern, da kommt auch Gianluigi Marsoni mit Giuseppe „Bepi“ Della Mora vorbei. Als wir den unlängst besucht haben und seine Werkstatt der Pappmachè-Tiere und Strohpuppen bewundert haben (siehe unter „Santa Marizza: Bepi, der Kreative“), haben wir ja eine Gegeneinladung ausgesprochen. Und so gibt es nun gemeinsam einen netten Aperitiv.

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Unsere Freunde Daniela & Rosano sprechen uns auch für das Buch viel Anerkennung aus. Und wir danken wieder einmal ihnen, die viel dazu beigetragen haben. Sie laden uns ein: „Festeggiamo il tuo compleanno, Gisela? Feiern wir Deinen Geburtstag?“ Erst ein Umtrunk bei ihnen zu Hause mit wundervollen Geschenken: Zwei Keramik-Eulen, die mit Kerze stimmungsvolle Lichtspender sein werden. Und einige uralte Werkzeuge, die unsere Sammlung von Gegenständen „della vita contadina“ (des bäuerlichen Lebens) hervorragend ergänzen werden. Dann fahren wir gemeinsam nach Marano Lagunare und genießen in der Taverna „Al Pescatore“ wieder einmal Olgas Fisch-Küche. Auch Olga ist im Kochbuch mit zwei Rezepten vertreten und sie freut sich, das Buch nun zu bekommen. Ein wirklich feiner Abend! Grazie!

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Villa Codelli: Kunst und Wein

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Lokal-Empfehlungen in Friaul

„Kommen Sie doch zu einem der Konzerte, die wir veranstalten!“ Als wir Carlotta Turco Codellli und ihren Mann Andrea Rauni bei der Weinverkostung „Calici di stelle“ in Grado unlängst kennengelernt haben, haben sie uns zu einem Besuch in der Villa Codelli eingeladen. Weil wir mehr über die Familie erfahren wollen, haben wir diese Einladung gerne angenommen.

Am Fuß der Hügel in Mossa bei Gorizia, umgeben von Weinbergen, steht die Villa Codelli, die aus dem 16.Jahrhundert stammt und im 18.Jahrhundert von Baron Agostino Codelli erworben wurde. Die Codelli sind eine weitverzweigte Adelsfamillie und der in Mossa ansässige Zweig zählte zu den wichtigsten „nobili“ von Gorizia. Heute wird das Anwesen „Villa Codelli“ von Baronesse Luisa Codelli und ihrem Mann Ing.Carlantonio Turco geführt – Carlottas Eltern – geführt und umfasst nicht nur 13 Hektar Weingärten, sondern auch einen Agriturismo mit Gästezimmern und einer Osteria. Als Ort für Hochzeiten ist die Villa offenbar sehr beliebt, nicht nur, weil das Ambiente auch eine kleine Kirche im Park neben der Villa einschließt.

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Die Familie Codelli bemüht sich auch um die Pflege der Kultur, weshalb im Sommer Konzerte veranstaltet werden. So steht Sonntag Abend „Una serata all’opera“ auf dem Programm, zu dem wir unseren Besuch angemeldet haben. Wir kommen etwas früher, denn wir wollen auch noch einen Imbiss in der Osteria nehmen. Andrea Rauni erwartet uns bereits und zeigt uns das malerische Anwesen. „Quanto è bello! Complimenti! Wie schön es ist! Kompliment!“

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Ein „Cin cin“ mit Signora Carlotta und Signor Andrea folgt, der feine Ribolla gialla des Hauses ist eine mehr als angenehme Einstimmung auf den Abend. Wir plaudern ein wenig, auch Töchterchen Ilaria begrüßt uns. Und die Pinscherdame Kelly schließt gleich mit uns Freundschaft.

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Die Abendstimmung an den Tischen vor der Osteria ist ebenso genussvoll wie die Polenta mit Käsecreme, der Speck und die Nudeln mit Salsiccia.

Dann spazieren wir die paar Schritte hinüber zum „Foliatoio“, in dem einst der Wein gepresst wurde. Heute ist daraus ein riesiger eindrucksvoller Raum für Veranstaltungen geworden. Wir lernen kurz Carlotta Codellis Eltern, Baronessa Luisa Codelli und Ing. Carlantonio Turco kennen. „Mein Vater macht den Wein“, erläutert die Tochter beim Vorstellen. Im Folatoio haben sich mehr als 100 Personen versammelt, die nun dem Konzert lauschen. Der Bariton Giorgio Caoduro sind Arien aus Opern von Mozart und Rossini, begleitet von der Pianistin Alessandra Sagelli. Diese brilliert auch allein mit einer Mozart-Sonate. Kein Wunder, dass diese beiden Musiker trotz ihrer jungen Jahre schon jede Menge Preise bekommen und internationale Auftritte absolviert haben. Das Publikum ist begeistert und erklatscht etliche Zugaben. „Grazie della bella serata“, verabschieden wir uns von der Familie Codelli und versprechen bald wieder zu kommen.

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Alpenfest in Tarvis & abends „Da Toni“ in Gradiscutta

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Küche, Lokal-Empfehlungen in Friaul, Rezepte

Auch wenn Mitte August kaum vorbei ist: Die Luft fühlt sich nach Herbst an, nicht nur wegen der Temperaturen. Ferragosto, das heißt aber jedenfalls: Es wird überall gefeiert. In Tarvis zum Beispiel ein „Alpenfest“. Der Ort ist voller Ständen, wo es von typischen Produkten der Gegend wie etwa die karnischen Samtschuhe bis zu modernistischem Kitsch alles zu kaufen gibt. Aber auch Händler aus Kärnten und Slowenien sind da. Am Hauptplatz vor der Kirche dreht sich ein Schwein am Grillspieß, Besucher stillen Durst und Hunger unter den Zelten, es herrscht typisches Volksfesttreiben. Wir machen einen Sprung bei Gianni Stefani und Vanessa im Ristorante „Tschurwald“ vorbei und genehmigen uns eine Portion „Paciocchi tarvisiani“, Tarviser Nockerln. Deren Rezept hat Gianni ja für unser neues Kochbuch beigesteuert. Das bringen wir ihm auch mit, quasi noch lauwarm aus der Druckerei. Danke, Gianni!

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Abends in Varmo weist das Abendlicht in seiner Klarheit auch schon Richtung Herbst. Ein Regenbogen steht über den Feldern, als wir zum „Da Toni“ hinüber nach Gradiscutta fahren, um dem „Padrone“ Aldo Morasutti auch das neue Kochbuch zu bringen. Zwei Rezepte darin stammen von diesem edelsten Ristorante der Gegend. Küchenchef Roberto Cozzarolo und sein Team haben an diesem Abend alle Hände voll zu tun. Am Nebentisch wird die berühmte gebratene Ente serviert, an einem anderen Spanferkel. Und die Lammkoteletts auf unseren Tellern sind so wunderbar zart und geschmackvoll, dass es eine wirkliche Freude ist. Welch ein Genuss jeder Besuch im „Da Toni“ ist!

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