Archiv für Dezember, 2014

Buon Natale! Buon Anno!

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch

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Wir wünschen allen unseren Freunden, Bekannten und Lesern ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches Neues Jahr 2015!

Buon Natale e un felice Anno Nuovo a tutti i nostri amici, conoscenti e lettori!

Und wir möchten auch die Weihnachtswünsche weiterleiten, die uns aus dem Friaul per Mail erreicht haben, zum Beispiel von der Familie del Negro vom Al Molino, der Fotografin Mayda Mason, vom Winzer Paolo Rodaro und Lara Boldarino, dem Journalisten Marco di Blas, dem Önologen und Weinjournalisten Claudio Fabbro, der Chefin des Weingutes Grillo Anna Muzzolin, vom Winzer Mauro Marinig vom Agriturismo Tinello San Urbano, von den Winzern Fratelli Stanig, von der Azienda Agricola Bertoia Cesare, von der Enoteca Cormons, vom Movimento Turismo Del Vino, vom Turismo Friuli Venezia Giulia, vom Consorzio Pordenone Turismo und von ENIT Vienna.

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Fridau, Friaul, Colorado:
Ein Christbaum mit Geschichte

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Menschen, Pflanzen, Wein

Ganz international ist heuer unser Weihnachtsbaum: eine Tannenart, die aus Nordamerika stammt, gekauft in Niederösterreich bei einer Gutsverwaltung, deren Besitzerfamilie aus Italien stammt. Wir haben den Baum in Ober-Grafendorf geholt. Während des Sommers, als wir für unser nächstes Buch „Ötscherland“ im Pielachtal recherchiert haben, sind wir dort immer wieder an der Christbaumzucht der Forstverwaltung Fridau vorbeigefahren und haben uns vorgenommen: Wenn wir uns in diesem Jahr wegen des Buches schon so intensiv mit dieser Gegend beschäftigt haben, dann soll heuer auch unser Christbaum von hier kommen. Tacoli-Fridau ist als Name der Forstverwaltung auf den Schildern zu lesen. Das ist uns aufgefallen, denn aus dem Friaul kennen wir ein Weingut namens Tacoli-Asquini – geführt von Paolo Tacoli – in Bicinicco südlich von Udine.

Ob die irgendwie zusammenhängen? Sie hängen zusammen. Als wir vergangene Woche nach Ober-Grafendorf fahren, um einen Christbaum zu erwerben, haben wir Gelegenheit mit Ludovico Tacoli, dem ältesten der vier Söhne des Familienchefs Alexander Tacoli, zu sprechen. Er leitet das Gut Fridau. Auf die Frage nach der Beziehung zu dem friulanischen Tacoli-Weingut sagt er: „Das sind Cousins!“ Die Beziehungen werden offenbar gepflegt. „Wenn wir ein Fest machen, dann kommen sie alle“, sagt Ludovico Tacoli über die in Friaul ansässigen Verwandten.

Weil wir für unser Weihnachtsfest immer gerne einen großen Baum haben, suchen wir so einen in der Pflanzung. „Ich empfehle Ihnen eine Colorado-Tanne, die duftet besonders gut.“Wenn Sie sie in einen Christbaumständer mit Wasser stellen, wird sie auch lange halten. Das ist heuer besonders wichtig, denn es war noch nicht kalt. Die Bäume sind alle noch im Saft. Wenn sie so in ein normales Christbaumkreuz kommen, besteht die Gefahr, dass sie rasch Nadeln verlieren“, erläutert Ludovico Tacoli und scherzt: „Wir Christbaumhändler verkaufen heuer alle Schnittblumen!“ Unsere „Schnittblume“, die Colorado-Tanne, steht inzwischen in der Wohnung. Jeden Tag bekommt sie eine Kanne Wasser in den Ständer gefüllt. Geschmückt wird sie demnächst. Sie duftet wunderbar, Weihnachten hat so für uns schon angefangen.

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Ludovico Tacoli hat uns aber nicht nur manches über Christbäume erzählt, sondern auch über die Familiengeschichte. Die ist überaus spannend. Wir haben auch noch dazu nachgelesen. Ein paar Stichworte: Im 12.Jahrhundert waren die adelige Familie und ihr Heer dabei, als es galt die norditalienische Stadt Modena gegen Kaiser Barbarossa zu verteidigen. Urgroßvater Achille Marchese (Markgraf) Tacoli war im 19.Jahrhundert der letzte Obersthofmeister des Herzogs von Modena und ging mit ihm nach Wien, als Modena an das italienische Königreich fiel. Durch Einheirat in die steirische Adelsfamilie Wurmbrand-Stuppach kommt unter anderem das steirische Schloss Birkenstein in die Familie, das bis heute der Hauptsitz der österreichischen Tacoli ist. Außerdem zählt auch noch das Hotel See-Villa am Millstättersee in Kärnten der Familie. Das zum niederösterreichischen Gut Fridau gehörende Schloss ist nicht mehr im Besitz der Familie Tacoli. Es war durch den Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, steht seit 1950 unter Denkmalschutz und wurde 1974 an das Land Niederösterreich verkauft, das wiederum an eine Privatfirma weiterverkaufte. Heute wartet das Schloss weiter auf eine Restaurierung. Was nicht nur wegen der erhaltenswerten Fresken des Barockmalers Daniel Gran im Prunksaal dringend nötig wäre.

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„Taccoli“, das ist auf italienisch die Dohle. Deshalb findet sich dieser schwarze Vogel im Familienwappen, das sowohl die Homepage der Guts- und Forstverwaltung Fridau ziert als auch die des friulanischen Weingutes Tacoli-Asquini. Und so haben wir im Zuge unserer Beschäftigung mit dem „Ötscherland“ völlig unvermutet eine Beziehung zum Friaul entdeckt.

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Guts- und Forstverwaltung Fridau, A-3200 Ober-Grafendorf, Tel.+43 2747 2311, Email:office@tacoli.com

https://www.tacoli.com

Azienda Agricola Tacoli Asquini, Via XXI Aprile 17, I – 33050 Cuccana di Bicinicco (Ud), Tel.: 0039 0432 990058, Email: vinitacoliasquini@gmail.com

https://www.tacoliasquini.it

Locanda Vil di Var: Diplom
bei Koch-WM für Roberto Marchesan

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Küche, Lokal-Empfehlungen in Friaul

„ Wisst Ihr es schon? Roberto hat eine tolle Auszeichnung bekommen!“ Andreina, Padrona der Locanda Vil di Var, ist die Freude über diesen Erfolg ihres Geschäftspartners deutlich anzumerken.

Seit Roberto Marchesan bei uns in Varmo in der Locanda Vil di Var aufkocht, wissen wir es ja: Roberto ist ein Meister seines Faches. Jetzt hat er es aber auch – ganz international – schwarz auf weiß: Bei der Weltmeisterschaft der Köche, dem Culinary World Cup 2014, in Luxemburg Ende November wurde er mit einem Ehren-Diplom ausgezeichnet. Bei diesem Wettbewerb auf international höchstem Niveau nahmen Köche aus 30 Nationen teil und kochten vor den gestrengen Augen der Juroren ihre kulinarischen Kreationen. Weil bei dieser Koch-WM Villeroy & Boch ein Hauptsponsor ist, trägt der Wettbewerb auch den Namen dieser Firma für feines Speise- und Kochequipment. Und statt eines Pokals bekam Roberto zusätzlich zum Diplom einen Porzellanbecher, den er uns auch stolz gezeigt hat.

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Mit diesem Diplom sind auch die schweren Tage leichter ad acta gelegt, in denen Mitte November nach schweren Gewittern Varmos Straßen zu Flüssen wurden und auch die Locanda von den Fluten beschädigt wurde. Aber Andreina, ihr Mann Gianni und Roberto haben sich nicht unterkriegen lassen und nach fünf Tagen wieder aufgesperrt. Kompliment!

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Wir gratulieren Roberto und der Locanda Vil di Var sehr herzlich zu dem Erfolg bei der Koch-WM! Und wir freuen uns, dass sich in unserem neuen Friaul-Kochbuch auch ein Rezept von Roberto Marchesan findet: eine Trilogie vom Tunfisch. Dieses Rezept sei hier gleich nochmals festgehalten:

Trilogie vom Tunfisch: Zutaten (für vier Personen) 600 g frischer Tunfisch 100 g Mohn 100 g Kokosraspel 100 g fein gehackte Mandeln 1 Paprika (rot oder gelb) 2 Karotten 1 kleiner Zucchino 1 Schalotte Olivenöl Salz, Pfeffer

Zubereitung: Den Tunfisch in 12 gleiche Teile schneiden (3 pro Person). Ganz leicht salzen, mit Olivenöl bestreichen und je vier Stück in Mohn, Mandeln und den Kokosraspeln wälzen. Das Gemüse kleinwürfelig schneiden und gemeinsam mit der gehackten Schalotte in einer Pfanne etwa 3 Minuten durchbraten, salzen, pfeffern. Die panierten Tunfischstücke in einer beschichteten Pfanne mit wenig Öl auf jeder Seite etwa 1 Minute auf kleiner Flamme braten. Der Tunfisch soll innen noch rosa sein. In der Mitte eines Tellers das Gemüse postieren, je ein Tunfischstück mit Mohn, Mandeln und Kokos rundherum legen, nach Geschmack garnieren.

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Übrigens: „Unsere Friaul-Rezepte“ sind ein beliebtes Weihnachtsgeschenk für alle Italien-Fans, die gerne kochen und/oder gerne essen: Gisela Hopfmüller / Franz Hlavac „Unsere Friaul-Rezepte“ Pichler Verlag 24.99 €