Archiv für März, 2015

Paolo Rodaros Spumante rosè 2012 ist da!

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Friaul-Tagebuch, Küche, Weinempfehlungen aus Friaul

Pinot Nero-Trauben des Jahrgangs 2012, gewachsen auf den Hügeln von Spessa bei Cividale, von Hand gelesen, vinifiziert, dann mit Champagnermethode 24 Monate weiter in der Flasche vergoren…..und nun zu Beginn der Karwoche degorgiert – das ist Paolo Rodaros Spumante Metodo Classico Millesimato Rosè Pas Dosè! Es ist erst der zweite Jahrgang dieses Spumante, der auf den Markt kommt.

Rodaro und seine Lara Boldarino haben uns wie viele Freunde, Kunden und Winzerkollegen eingeladen, um beim Degorgieren dabei zu sein. Gegen 11 Uhr ist die Azienda Rodaro deshalb schon ordentlich bevölkert. Zum Einstand werden die Friulano-Jahrgänge 2014, 2013 und 2012 verkostet. Paolo und Lara begrüßen uns herzlich.

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In Gruppen werden die Gäste nun in die Kellerei geführt, wo degorgiert wird. Für Einsteiger: degorgieren heißt, dass der Hefepropfen in den Flaschen, in denen der Spumante vergoren wurde, entfernt wird. Dazu werden die Flaschen kopfüber in ein Kältebad mit etwa -20 Grad getaucht, dann wird der Kronkorken geöffnet und der Hefe-Eis-Pfopf schießt durch den Druck in der Flasche heraus. Jetzt kommt der Korken rein, der Drahtbügel drüber, fertig! Diese Prozedur bekommen wir vorgeführt, sie wird hier maschinell gemacht. Dazu hat Rodaro Top-Profis aus der berühmten Spumante-Gegend Franciacorta kommen lassen, die mit Maschine und Mannschaft vielen Spumante-Erzeugern zur Hand gehen. Bei seinem Spumante Rosè darf schließlich nichts schiefgehen.

2400 Flaschen vom Rosè pas Dosè und 800 Magnums werden degorgiert und fertig gestellt. Spannend zuzusehen, wie jeder Handgriff sitzt, ist das nicht nur für uns, sondern auch für viele Winzerkollegen Paolos, die er herumführt. Etwa Franco Toros aus dem nahen Cormons.

Wir plaudern gleich auch ein bisschen mit Giovanni Dri, dem für seinen Ramandolo bekannten Weinmacher. Er erzählt, was er an seiner Süßwein-produktion verändert, das macht uns neugierig auf einen nächsten Besuch auch bei ihm.

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Paolo Rodaros Gäste sind natürlich nicht nur zum Zuschauen eingeladen, verkostet wird natürlich auch. Dazu geht es nun auf den nahen Hügel, wo die Villa Romano steht, die Paolo vor vielen Jahren erworben hat und wo er und Lara wohnen. In und um die Villa ist alles für ein großes Fest vorbereitet. Ein paar Worte zu den Gästen, dann öffnet Paolo die erste Flasche seines neuen Spumante rosè. Salute! Alle kosten und wir haben niemanden getroffen, der nicht sehr angetan war. Ein wirklich feines Produkt.

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Das finden nicht nur wir, sondern viele wichtige Repräsentanten der Weinwelt Friauls. Zwei Beispiele: Claudio Fabbro, einer der renommiertesten Weinjournalisten, ist ebenso da wie der bekannte Önologe Gianni Menotti, der vielen Winzern mit seinem Rat zu noch höherer Qualität ihrer Weine verhilft. Und weil natürlich kein ordentliches friulanisches Fest ohne Essen und Musik möglich ist, werden hier nun Köstlichkeiten von Schinken über Käse bis Bohnensuppe gereicht und ein unterhaltsames Duo spielt mit friulanischen Liedern auf. Ein Event zum rundum Wohlfühlen. Auguri, Glückwünsche, an Paolo Rodaro für seinen neuen Spumante Rosè!

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Weekend „delle Palme“ im Friaul

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Garten

Ein Palmsonntag-Wochenende mit viel Sonne und viel Abwechslung, so wünscht man sich’s. Rundum in den Gärten blühen Narzissen, also muss der Samstag-Vormittag unbedingt mit einem Abstecher zur Villa Manin bei Codroipo angereichert werden. Denn im Park der Villa wird die Wiese durch tausende gelbe Narzissen, die wir Österreicher Märzenbecher nennen, zu einem Spektakel. Ein kleiner Spaziergang dort tut nicht nur den Augen ausgesprochen gut. In der Villa Manin ist derzeit eine Ausstellung über die Russische Avantgarde vom Beginn des 20.Jahrhunderts zu sehen, Bilder aus dem Staatlichen Museum von Saloniki in Griechenland, die erstmals in Italien gezeigt werden. Diese Schau sehen wir uns ein anderes Mal an, die läuft ja bis Ende Juni.

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Am Rückweg nach Varmo machen wir halt beim Gärtner Ruggiero in S.Marizza. Dort treffen wir zufällig unsere Bekannten Federica Ravizza und Salvatore Errante Parrino. Und wie immer finden wir etwas, was wir gerne im Garten haben wollen, diesmal eine cremefarbene Rose und eine weiße Hortensie. Natürlich blühen die noch nicht, aber bestimmt in ein paar Wochen bei uns.

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Mittags kommt Besuch: Erich und Gabi Hempfling und sechs Freunde schauen bei uns vorbei. Aperitiv gibt’s im Garten, dann spazieren wir um die Ecke in die Locanda Vil di Var zu Andreina, Gianni und Küchenchef Roberto und lassen uns mit köstlichen Meeresfrüchten verwöhnen. Dann müssen alle acht Österreicher weiter – zu ihren jeweiligen Osterferien-Zielen.

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Wo gehen wir heuer zur Palmweihe am Sonntag hin? Wir überlegen abends und einigen uns auf einen Ausflug nach Valvasone und Spilimbergo. Also geht es am Palmsonntag, dem „domenica delle palme“ morgens los, hinüber über den Tagliamento und ein bisschen hinauf nach Norden nach Valvasone. Unterwegs begegnen wir jener riesigen Schafherde, die vor drei Tagen auch auf Wiesen in Varmo gegrast hat. Ziegen und Esel sind auch mit dabei, ganz fern im Hintergrund leuchten noch schneebedeckte Bergspitzen. Ein malerisches Bild.

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Der Ort Valvasone steht auf der Liste der 100 schönsten Dörfer Italiens, viele mittelalterliche Teile haben sich erhalten, das Schloss etwa, aber auch viele Häuser im Zentrum. Die kleine Kirche San Pietro e Paolo birgt schöne Fresken des 14. und 15.Jahrhunderts. Hier findet die Palmweihe statt. Olivenzweige werden geweiht. Vor der Kirche sind Schachteln mit den Ästchen aufgestellt, jeder kann sich welche nehmen. Kinder kommen mit Olivenzweigen, die sie mit bunten Maschen geschmückt haben. Ein Herr spricht uns an: „Woher seid Ihr?“ „Aus Österreich!“ „Ah“, meint der Herr freudig, „il mio bisnonno era di Graz. Mein Urgroßvater stammte aus Graz“. Jetzt wollen wir was wissen.

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„Warum haben einige Kinder ihre Zweige mit Maschen dekoriert?“ „Das sind die, die heuer ihre Erstkommunion feiern werden. Die, die das schon vergangenes Jahr gemacht haben, sind die beim Priester und dem Altar mit den weißen Gewändern“, erläutert der Herr. Ganz voll ist die kleine Kirche nun schon und auch davor stehen viele mit den Zweigen. Der Priester weiht sie. Dann geht es in einer kleinen Prozession hinüber zur Pfarrkirche, wo die Messe gefeiert wird. Der neugotische Bau birgt ja eine Besonderheit: die einzige erhaltene venezianische Orgel aus dem 16.Jahrhundert. Sie wird sehr gepflegt und funktioniert noch perfekt. Heute allerdings begleitet der Organist nur auf der kleinen modernen Orgel den Chor.

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Wir fahren weiter nach Spilimbergo. Hier hat die Palmsonntagsmesse in dem fantastischen romanischen Dom aus dem 13.Jahrhundert später begonnen als in Valvasone, also bekommen wir auch hier noch etwas davon mit. Die feierliche Stimmung nimmt einen auch hier gefangen. Die berühmten Fresken in der Absis hinter dem Altar sind in der beleuchteten Kirche besonders gut zu sehen. Vor der Kirche sind bei den Bäumen drei Holzkreuze aufgestellt, die Golgatha symbolisieren sollen. Geweihte Olivenzweige liegen auch hier in großer Menge für die Gläubigen. Nach dem Ende der Messe spazieren wir zum nahen Castello, das im Mittelalter gebaut wurde, um die Ebene des Tagliamento zu überwachen.

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Ein Spaziergang durch den Ort Spilimbergo ist immer schön und mündet auch diesmal in einer Enoteca für einen Prosecco. Ein spätes Mittagessen gibt’s dann daheim im Garten.

Ostergrün in der Friaul-Küche

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Küche

Es muss nicht immer Spinat sein! Die jungen Triebe vom wilden Hopfen, dem luppolo, friulanisch urtizzòns, kommen derzeit auf die vorösterlichen Teller im Friaul:

In prosciutto gewickelt, in der frittata (Omelette) oder im risotto.

Luppolo wächst auch in Österreich und Deutschland! Augen auf an Waldrändern und Zäunen! Nur wird er da wenig beachtet.

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Kochanleitungen finden sich im Kochbuch „Unsere Friaul-Rezepte“ !!!

Zum Beispiel: Luppolo mit prosciutto

Zutaten (für vier Personen): 4 Büschel der Triebe des wilden Hopfens, ca. 150 g Prosciutto crudo (Rohschinken, z.B. San Daniele-Schinken), Salz, Saft einer halben Zitrone, Grana zum Drüberhobeln, gehackte Petersilie.Zubereitung: Die Luppolo-Büschel mit Küchengarn zusammenbinden und in Salzwasser mit Zitronensaft etwa 5 Minuten kochen. Herausnehmen und abtropfen lassen. Das Küchengarn entfernen. Den Luppolo in Prosciuttoscheiben einwickeln. Auf jeden Teller ein Luppolobüschel legen und entweder gehackte Petersilie drüberstreuen oder Grana drüberhobeln und sofort servieren.

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Variante: Man kann den in Prosciutto gewickelten Luppolo noch für ein paar Minuten bei Oberhitze ins Rohr legen (das macht den Schinken knusprig), ehe er auf den Teller und der Grana darüberkommt.

Ein Tag Vinitaly 2015

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Wein, Weinempfehlungen

Natürlich ist ein Tag auf der Vinitaly, der größten Weinmesse Italiens, viel zu kurz, aber trotzdem haben wir einiges für uns Neues und Interessantes entdeckt – und wir haben friulanische Freunde getroffen.

Unsere Winzerfreunde Komjanc, Emilio Bulfon und Tochter Alberta, Paolo Rodaro, Lino Casella, Anna Muzzolin vom Weingut Grillo, Hilde Petrussa – sie alle und viele Friulaner mehr waren auf der Vinitaly vertreten und haben neue Fans und viele Kontakte erworben. Bei Raffaella und Roberto Komjanc haben wir Ribolla gialla, zwei Sorten Friulano und den Malvasia 2014 probiert, die ja noch nicht abgefüllt sind. Und wir haben erstmals den Ribolla gialla spumante von Giovanni Blason aus Gradisca d’Isonzo gekostet, der fein fruchtig ist mit viel prickelnder Kohlensäure.

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Aber auch aus anderen Regionen Italiens haben wir einiges verkostet und Favoriten gefunden. Hier sind sie:

Aus der Franciacorta (die lombardische Weinbauregion, die für ihre Top-Spumanti berühmt ist):

Ca’ del Bosco: Spumante Cuvèe Prestige Brut (75% Chardonnay, 25% Pinot Nero)

Solive: Spumante Satèn (100% Chardonnay) und Spumante rosè (100% Pinot Nero)

Vezzoli: Spumante rosè brut (100% Pinot Nero) und Spumante brut millesimato (100% Chardonnay)

Lantieri: Spumante Brut rosè DOCG (40% Pinot Nero, 60% Chardonnay) und Spumante Satèn DOCG (100% Chardonnay)

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Aus dem Veneto:

Montelvini: Asolo Prosecco Superiore Brut und Asolo Prosecco Superiore millesimato

S.Osvaldo/Loncon (gehört zu Montelvini): Prosecco DOCG Superiore Conegliano Valdobbiadene

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Aus der Toscana:

Fattoria Felsina: Rancia Chianti Classico Riserva 2010 (100% Sangiovese) und Fontalloro 2010 (100% Sangiovese)

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Aus dem Piemont:

Curto Marco / La Morra: Barolo Arborina DOCG La Foia (100% Nebbiolo) und Barbera d’Alba DOC (100% Barbera)