Archiv für März, 2015

Ötscherland – Erleben mit allen Sinnen

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles

Ende März wird unser neues Buch „Ötscherland. Erleben mit allen Sinnen“ erscheinen. In dieser Woche hat der Druck begonnen. Die ersten Präsentationen und Lesungen sind schon fixiert.

Ötscherland-Umschlag

Samstag, 11.April, 11 h: Erstpräsentation „Ötscherland“, Rathaus, Rathausplatz 1, 3270 Scheibbs Begrüßung durch Niederösterreichs Landeshauptmann Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka und Bürgermeisterin Christine Dünwald.

Scheibbs

Donnerstag, 23.April, 19 h: Wiener Erstpräsentation „Ötscherland“, RadioCafè im ORF-RadioKulturhaus, Argentinierstr. 30a, 1041 Wien.

Donnerstag, 30.April, 19 h: Präsentation „Ötscherland“, Buchhandlung Hintermayer, Neubaugasse 29, 1070 Wien.

Dienstag, 5.Mai, 18.30 h: Präsentation „Ötscherland“, Buchhandlung Heyn, Kramergasse 2-4, 9020 Klagenfurt

Mittwoch, 6.Mai, 19.30 h: Steinschaler Nachhaltige Kamingespräche „Ötscherland“, Wildkräuterhotel Steinschalerhof, 3203 Rabenstein, Warth 20

Corso Franz Josef in Gorizia?

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch

Eine heftige Diskussion bewegt derzeit Gorizia: Soll der Corso Italia, eine Hauptverkehrsader der Stadt, in Corso Franz Josef I. umbenannt werden? Der Vorschlag kommt von Paolo Petiziol, dem Gründer und Präsidenten des Kulturvereins Mitteleuropa. Die Tageszeitung „Messaggero“ hat dazu ihre Leser befragt. Aber auch sonst erregt das Thema die Gemüter.

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„Was haltet Ihr davon?“, fragt Marco Di Blas, Journalist des Messaggero, uns am Telefon. „Na ja, ein Zeichen der Nostalgie wäre es, den Corso nach Kaiser Franz Josef zu benennen, aber gerade im heurigen Jahr, wo des Eintritts Italiens in den Ersten Weltkrieg am 23.Mai 1915 gedacht wird, ist der Gedanke besonders problematisch. Wieviel Leid hat dieser von Kaiser Franz Josef nach dem Attentat von Sarajewo begonnene Krieg auch über die Region gebracht! Statt in die Vergangenheit zu schauen sollte man doch eher in die Zukunft blicken, und eher den Namen eines Wissenschafters oder Kulturschaffenden wählen, wenn man einen neuen Namen für den Corso will“, finden wir.

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In seinem Blog schreibt der Journalist Marco Di Blas, wie viele Namen der Corso seit dem Ersten Weltkrieg schon hatte: Bis zu dessen Ende, als Gorizia zur Habsburgermonarchie gehörte, war er schon einmal nach Kaiser Franz Josef benannt, dann nach dem König von Italien Vittorio Emanuele III., dann nach Ettore Muti, dem Chef der nationalen faschistischen Partei, während der jugoslawischen Besetzung wurde er zum Corso Tito und gleich danach zum Corso Roosevelt. Am Ende wurde er Corso Italia benannt.

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Von 1509 bis 1918, also fast 400 Jahre lang, gehörte Gorizia zur Habsburgermonarchie, es wurde das Nizza Österreichs genannt. Bis heute hängen gar nicht so wenige Gorizianer nostalgisch an dieser Zeit. „Ich glaube, es ist Zeit für dieses Zeichen der Öffnung, ein Zeichen der Brüderschaft. Ich weiß, es ist auch eine Provokation, aber ich glaube es wäre richtig, dem Corso wieder den Namen Franz Josefs zu geben“, sagt Petiziol, dessen Mitteleuropa-Verein viele Jahre lang erst in Giassico bei Cormons und dann in Gorizia Franz-Josef-Gedenkfeste veranstaltet hat.

In einer ersten Leserumfrage des „Messaggero“, hatten sich noch 86% für den Namenswechsel ausgesprochen, zuletzt allerdings – nachdem die Debatte in den letzten Tagen hochgekocht ist – sind nur noch 51% dafür, 46% sind dagegen.

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Und was denkt unser Journalisten-Freund Marco Di Blas? „Mir scheint so ein Namenswechsel eine Idiotie! Ich bin überzeugt von der Notwendigkeit sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen, mit der Verbindung zum Habsburger Reich, mit dem Vielvölker-Charakter der Grafschaft Gorizia und Gradisca. Aber damit hat der Vorschlag nichts zu tun, mir scheint er nur eine Provokation und eine Gelegenheit Rom und die italienische Politik anzugreifen.“

Der Bürgermeister von Gorizia Ettore Romoli reagiert auch distanziert: “Es ist wichtig sich mit dem auseinanderzusetzen, was Realität ist, Licht und Schatten der Habsburgermonarchie. Aber ich glaube, dass von da bis zur Umbenennung einer Straße ein Stück Weg liegt.“ Die Gemeinde bereitet jedenfalls eine Ausstellung vor, die den fast 400 Jahren der Habsburgerregentschaft in Gorizia gewidmet sein wird. Im Herbst soll die Ausstellung eröffnet werden.

Blog von Marco Di Blas:

https://diblas-udine.blogautore.repubblica.it