Archiv für Oktober, 2015

Valentin Oman im MMKK

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles

Es ist die erste Valentin-Oman-Retrospektive überhaupt, die derzeit im MMKK (Museum Moderner Kunst Kärnten) zu sehen ist. Anlässlich seines 80.Geburtstages im kommenden Dezember hat Museumschefin Christine Wetzlinger-Grundnig gemeinsam mit Ko-Kurator Michael Karrer einen spannenden Überblick über 55 Schaffensjahre Valentin Omans zusammengestellt. Eine eindrucksvolle Bestätigung der Tatsache, dass Oman zu den bedeutendsten Künstlern Österreichs zählt.

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Groß ist der Andrang am Eröffnungsabend. Viel Prominenz aus Kultur und Politik findet sich ein, an der Spitze Landeshauptmann Peter Kaiser, weiters Landeshauptmannstellvertreterin Gaby Schaunig und Kulturreferent Landesrat Christian Benger. Mit dabei auch ORF-TV-Kulturchef Martin Traxl. Zahlreich vertreten auch Omans Künstlerkollegen, z.B. Manfred Bockelmann, Wolfgang Walkensteiner, Schriftsteller Engelbert Obernosterer, Verleger Lojze Wieser, der Chef der Buchhandlung Heyn Helmut Zechner (im Verlag Heyn ist auch der schöne Katalog zur Ausstellung erschienen), die Kärnten-Repräsentantin von Styriabooks Nicole Richter, Judith und Carolin Walker (in deren Galerie im Schloss Ebenau am Freitag auch eine Oman-Ausstellung eröffnet wird) und Warmbaderhof-Chefin Leonore Lukeschitsch (bei ihr im Hotel Warmbaderhof wird zurzeit ebenfalls eine Oman-Schau gezeigt).

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Direkt zur Ausstellung aus dem Friaul gekommen sind unsere Winzerfreunde Roberto Komjanc mit seiner Frau Raffaella und Sohn Mosè. Bei ihnen werden noch bis Ende November Arbeiten Omans zum Thema „Ara pacis“ gezeigt.

Die Retrospektive im MMKK ist bis zum 6.März 2016 zu sehen.

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Auchentaller in Grado

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch

Sein Werbeplakat für das Seebad Grado aus dem Jahr 1906 ist berühmt geworden. Aber nicht nur das. Josef Maria Auchentaller ist einer der bekannten Künstler der Wiener Secession. Er wurde allerdings nie einer der „Stars“ wie Gustav Klimt, Kolo Moser oder Josef Hoffmann. Denn 1903 übersiedelte er mit seiner Frau nach Grado. Noch bis zum 1.November ist dort die Ausstellung „Wiener Bijoux“ zu sehen mit Jugendstil – Schmuck-Design von Josef Maria Auchentaller.

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Die Scuola della musica an der Piazza Biago Marin ist der Ort der Ausstellung, ganz nahe jenem Gebäude, das Auchentallers Frau Emma in die Pension „Fortino“ verwandelt und mit großem Elan als Unternehmerin geführt hatte. Das „Fortino“, auf dem Platz der ehemaligen napoleonischen Bastion am Meer, eröffnet im Jahr 1904. Groß wird der Anteil der Pension am touristischen Aufschwung Grados nach der Jahrhundertwende. Einige Künstlerkollegen Auchentallers wie z.B. Otto Wagner sind hier ebenso zu Gast wie viele Erholungssuchende des Wiener Bürgertums.

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Während seine Frau die Pension zu großer Beliebtheit führt, widmet sich Auchentaller seiner künstlerischen Arbeit. In Wien gerät er – der vor der Übersiedlung nach Grado als Mitglied der Sezession enorme Erfolge gefeiert hatte – immer mehr in Vergessenheit. Doch wegen seiner verwandtschaftlichen Beziehungen zu den Familien Scheid und Thonet entwirft er zahlreiche Arbeiten für diese Firmen. Georg Adam Scheid, Eigentümer einer florierenden Schmuckfabrik, ist sein Schwiegervater. Die Schau in Grado gibt einen vielfältigen Eindruck, welch kreative Entwürfe Josef Maria Auchentaller für Broschen, Anhänger, Schmuck- und Pillendosen etc. lieferte. Aber auch viele wunderschöne, ausgeführte Schmuckobjekte sind zu sehen, zusammengetragen auch von privaten Sammlern. Als Maler interessieren Auchentaller in seiner Lebensphase in Grado vor allem Portraits und Landschaften. Die Lagune, die Kirchen, die Häuser von Grado hält er ebenso fest wie er seine Frau und seine Kinder portraitiert. Seine Plakatentwürfe atmen weiter den Geist des Jugendstils, nicht nur das erwähnte Grado-Plakat, auch die Entwürfe für verschiedenste Produkte des täglichen Gebrauchs.

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Im Ersten Weltkrieg wird das „Fortino“ von italienischen Behörden beschlagnahmt, doch 1919 bekommen die Auchentallers es zurück. 1942 wurde die Pension „Fortino“ geschlossen. Während des Zweiten Weltkrieg hatten die Engländer auf dem „Fortino“ eine Radarstation errichtet, bei ihrem Rückzug sprengten sie den obersten Stock. Emma Auchentaller starb 1945, Josef Maria Auchentaller im Jahr 1949. Heute finden sich in dem wieder hergestellten Gebäude Privatwohnungen.

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Wer wie wir mehr darüber wissen will: Zur Ausstellung in Grado gibt es einen wunderschönen, zweisprachigen Katalog (italienisch & deutsch). Außerdem hat der Kärntner Autor Egyd Gstättner auf Basis des Lebens der Familie Auchentaller in Grado den Roman „Das Geisterschiff“ geschrieben. Und in dem Buch „Nächstes Jahr im Küstenland“ hat Christine Casapicola den Auchentallers in Grado auch ein Kapitel gewidmet.

Ötscherland-Abend in der
Neuen Mittelschule Mariazell

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Das waren unsere Lesungen

Mariazell ist ein Teil des Ötscherlandes, auch wenn es in der Steiermark liegt, zum Unterschied vom Großteil der Ötscher-Region, die zu Niederösterreich gehört. Der berühmteste Marienwallfahrtsort Österreichs als Ort einer Präsentation unseres Ötscherland-Buches, das ist auch etwas ganz Besonderes – eine tolle Veranstaltung als Zusammenarbeit der Neuen Mittelschule (NMS) Mariazell und der Buchhandlung Leykam Bruck an der Mur.

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„Mir gefällt es immer besser hier“, hatte in den 1970er Jahren Franz’ Grossmutter auf einer Postkarte an die Familie geschrieben – nach zahlreichen Sommeraufenthalten in Mitterbach mit vielen Ausflügen nach Mariazell. Uns geht es genauso so. Unsere Buchpräsentation in Mariazell hat das nur weiter bestätigt. Soooo viele nette Menschen haben wir kennen gelernt, z.B. Werner Simi, Lehrer an der NMS Mariazell, der gemeinsam mit etlichen Lehrer-Kolleginnen die Veranstaltung organisiert hat; Anna Lechner, Direktorin an der NMS Mariazell, war eine bezaubernde und kundige Gastgeberin. Viele Interessierte sind gekommen, darunter auch der Vizebürgermeister von Mariazell Josef Kuss und der Bürgermeister von Mitterbach Alfred Hinterecker. Das Publikum hat wirklich mitgelebt bei unserer Lesung, auch wenn wir über die allen wohlbekannte Mariazeller Gegend aus unserem Erleben gelesen und erzählt haben. „Wir haben einiges Neue erfahren“, läßt uns Direktorin Lechner nachher fröhlich wissen. „Und auch was wir kennen, haben Sie auf so interessante, individuelle Weise geschildert, dass wir gleich Lust gekriegt haben, vieles neu zu entdecken“. Ein Lob, das uns ehrlich besonders freut!

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Engagierte Schülerinnen haben maßgeblich zu einem köstlichen Buffet beigetragen und dieses dann nach der Lesung gleich auch wunderbar betreut. Filialleiter Reinhold Rollinger von der Leykam-Buchhandlung in Bruck an der Mur freute sich auch, rasch hatte er die mitgebrachten Bücher verkauft. Mit viel Freude haben wir zahlreiche Widmungen geschrieben. Und mit Vizebürgermeister Kuss über Mariazell geplaudert sowie mit Bürgermeister Hinterecker über „sein“ Mitterbach.

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In Mitterbach ist ja derzeit auch eine kleine Ausstellung als Teil der Landesausstellung „Ötscher:Reich“ zu sehen. Im Mittelpunkt: die im 18.Jahrhundert zugewanderten Holzknechte, die vor dem josephinischen Toleranzpatent von 1781, das Religionsfreiheit brachte, durchwegs Geheimprotestanten waren. Von solcher Geschichte zeugt in Mitterbach auch noch eine kleine Kirche, das erste Toleranzbethaus Niederösterreichs, 1785 entstanden. Entsprechend den Regeln durften die Toleranzkirchen damals ja keinen Turm und nur einen abseits der Hauptstraße gelegenen Eingang haben. Heute gibt es einen Turm, der aber erst 1849 gebaut wurde. Ab 1907 – nach der Eröffnung der Mariezellerbahn – nahm die ganze Gegend durch Sommerfrischler deutlichen Aufschwung. Heuer wird der Tourismus durch die Landesausstellung „Ötscher:Reich“ zusätzlich belebt. Auch wir haben Mariazell und Mitterbach wieder einmal sehr genossen!

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