Archiv für Dezember, 2015

Bad Radkersburg: „Friaul im Winter“

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Das waren unsere Lesungen

Schon zum vierten Mal sind wir auf Einladung von Frau KR Renate Remta-Grieshofer mit einer Friaul-Lesung in Bad Radkersburg zu Gast, diesmal im Hotel Fontana ihrer MARE-Gruppe. Und passend zur Jahreszeit erzählen und lesen wir über das winterliche Friaul, das genauso seine Reize hat wie Friaul zur warmen Jahreszeit.

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Das Hotel Fontana ist gut gebucht. Und so füllt sich auch die Cafe-Bar sehr rasch mit Gästen für unseren Vortrag. Wir blicken in höchst interessierte Gesichter, als wir ausführen, dass Weihnachten in Friaul sich doch unterscheidet vom Weihnachten in Österreich: weil nämlich erstens am 25.12. gefeiert wird und nicht schon am Abend des 24.12., und weil zweitens traditionsgemäß wie sonst auch in Italien die Krippe im Vordergrund steht und nicht der Christbaum. In vielen Orten sind zwischen Mitte Dezember und Mitte Jänner Krippen zu bewundern, in Ausstellungen und im Freien, wie z.B. die Krippenschau in der Villa Manin, die Sandkrippe in Lignano oder die Krippe am Hafen Mandracchio in Grado. Christbäume zieren zwar immer mehr die Plätze wie zum Beispiel in Aquileia, in San Vito al Tagliamento oder in Cividale, aber in den Familien wird meist nur ein Baum im Garten mit Lichterketten geschmückt. Mit Ausblicken auf Traditionen des 6.Jänner wie die großen Feuer oder die mittelalterlichen Veranstaltungen in Gemona und Cividale, sowie auch schon auf den Carnevale ergänzen wir unser Programm.

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Gertrude Lackmayer und Josefa Edelsbrunner von der Mare-Gruppe haben alles für den Friaul-Abend bestens vororganisiert. Danke dafür! Und unter den Gästen begrüßen wir Hans Adrowitzer samt Gattin Tina, er ist der Bruder unseres ehemaligen ORF-Kollegen Roland Adrowitzer. Die Welt ist klein! Und Friaul zu jeder Jahreszeit spannend.

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Nicht nur im Friaul: Kakimousse

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles

Im Friaul hängen sie noch auf den kahlen Bäumen wie orangefarbene Christbaumkugeln, in Österreich finden sie sich auf Märkten, in Obstgeschäften, sogar in manchem Supermarkt: die Kaki-Früchte. In der jetzigen Zeit der Kekse sind sie eine kalorienarme, aber köstliche Abwechslung für alle „Süß-Tiger“! Und sie lassen sich in ein wunderbares Kaki-Mousse verarbeiten. In unserem Buch „Unsere Friaul-Rezepte“ ist auch dieses Rezept zu finden:

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Zutaten: 4 reife Kakifrüchte, 6 Amaretti-Kekse, 6 andere trockene Kekse, 1 Ei, 2 Esslöffel Rum, ein Esslöffel Zucker. Zubereitung: Die Kaki ganz kurz in kochendes Wasser legen, die Haut abziehen und die Kerne entfernen. Alle Kekse zerbröseln. Die Kaki, die Kekse, das Ei, den Zucker und den Rum in einen Mixer geben und gut durchmixen. Die Creme auf vier Gläser verteilen und für mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank stellen.

Weinempfehlung:Dazu passt ein süßer Spumante Moscato oder ein Verduzzo.

„Gisela Hopfmüller / Franz Hlavac: Unsere Friaul-Rezepte“,
Styria-Verlag, 24,99 €

Friaul: Das lange Advent-Wochenende
mit vielen Freunden

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Friaul-Tagebuch

Es weihnachtet heftig auch im Friaul. Wir nützen das lange Wochenende samt 2.Adventsonntag zu vorweihnachtlichen Treffen mit lieben Freunden. Schließlich wollen wir möglichst vielen persönlich unsere allerbesten Weihnachtswünsche überbringen. Ein kleiner Stadtspaziergang in Udine muss natürlich auch sein, aber dann geht es am Freitag gleich zu Marco Grassi in die Trattoria „Da Mario“ in Prepotto bei Cividale. Gott sei Dank ist Marco nach seinem schweren Sturz im November wieder auf dem Weg der Besserung. Wir plaudern ein Mittagessen lang mit ihm und drücken ihm weiter alle Daumen für die Genesung.

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Ein kleiner Abstecher zu Lino Casella muss auch sein. Lino lässt uns seinen eben abgefüllten Schioppettino kosten. Sehr fein!

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Auch bei unseren Winzerfreunden Roberto Komjanc und seiner Frau Raffaella in Giasbana bei San Floriano del Collio ist heuer der Weinkeller voller Köstlichkeiten. Da reifen – wie wir verkosten dürfen – Ribolla Gialla, Friulano, zwei Sorten Sauvignon, Malvasia, ein weißer „Gemischter Satz“ (u.a. mit Riesling), Merlot Barrique und Picolit in bester Qualität heran, um nur einige zu nennen. Wir plaudern auch über die Gestaltung des neuen Prospektes für das Weingut. Sohn Mosè überreicht uns einen herrlichen Panettone-Kuchen. Der wird unsere Weihnachtstafel am 25.Dezember daheim in Wien herrlich aufbessern. Dann gibt’s es abendliche Stärkung in der Osteria Korsic in San Floriano bei Adriana Korsic und ihrem Mann Damjan, der in der Küche nicht nur seinen bekannt guten Montasio-Strudel gezaubert hat, sondern auch nicht minder feine Kürbis-Nockerln mit Salsiccia-Sugo.

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Der Samstag Nachmittag führt uns nach Camino al Tagliamento zu unseren Winzerfreunden Paolo und Fabiola Ferrin. Tochter Sara setzt sich auch mit uns in den Verkostraum, der ja gleichzeitig Ausstellungsraum ist. Fabiola ist sehr aktiv im Organisieren von Kunst- und Kultur-Events. Auch bei Ferrin sind bekanntlich nicht nur Weißweine wie der Friulano vom Feinsten, sondern auch die Roten, wie der Merlot, der Refosco oder der Rosso Majon, der aus vorgetrockneten Trauben gepresste Refosco – ein wunderbarer Wein besonders für unsere Adventabende am Kamin. Übrigens: eben hat Paolo den Friulano „Hesperus“ 2015 in Flaschen gefüllt! Sonntag Abend kocht Fabiola auch noch für uns und unsere Freunde Daniela und Rosano auf. Sie hat wunderbare Guancette (Schweinswangerln) vom Fleischhauer Valentino Zanon geschmort. Ein überaus gemütlicher Abend. Übrigens der Abend unseres 18.Hochzeitstages!

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Aber zurück zum Samstag Abend davor: Da müssen nicht Krampus und Nikolaus gefeiert werden (die gibt’s nämlich hier in der friulanischen Ebene nicht), sondern die Volljährigkeit Giselas Paten“kindes“ Michael Businaro. Am 16.Dezember wird er 18 Jahre alt. Und so treffen wir uns abends mit Michael, seinem Vater Flavio und seinen Großeltern Daniela und Rosano im Ristorante Al Molino in Glaunicco, wo uns Chefin Elda Del Negro wie immer ganz herzlich begrüßt. Franz entdeckt gleich an der Theke ein Krampusbuch, das Elda für ihre Enkel aus Tarvis mitgebracht hat, dort gibt es ja den Krampusbrauch. An einem gemütlichen Tisch gleich neben dem offenen Kamin wird dann geschmaust und die Unterhaltung kreist um die Geschehnisse in den Familien und insgesamt auf der Welt. Elda rundet den Abend mit ihrem selbstgemachten Mirto-Likör (gemacht aus den kleinen Früchten des Myrthen-Strauches) ab, und wir bekommen noch eine Flasche für Weihnachten mit. Danke!

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Montag ist dann Einkaufstag. Da werden bei Valentino Zanin nicht nur das Fleisch für den Weihnachtsbraten und andere Köstlichkeiten eingekauft, es wird auch herzlichst „Buon Natale e Buon Anno“ gewünscht, ebenso bei Loris Molinari, wo sein ausgezeichneter Radicchio di Treviso erworben wird. Und auch der Familie Della Negra in Mortegliano, die so besondere Eis- und Sorbetto-Spezialitäten erzeugt, bringen wir unsere Weihnachtswünsche. Dienstag fahren wir dann voll gepackt mit friulanischen „Auguri per Natale!“ und Genüssen zurück nach Wien.

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Unsere zweite Heimat Friaul und das Beisammensein mit den Freunden hat uns wieder einmal in das allerbeste „Feeling“ gepackt! Weihnachten kann kommen!

Villa Manin: Joan Miró & Krippen

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch

Vielfältige vorweihnachtliche Friaul-Entdeckungen bieten sich an diesem verlängerten Wochenende an: In der Villa Manin in Passariano bei Cordoipo ist eine fantastische Ausstellung des spanischen Künstlers Joan Miró zu sehen (bis 3.April 2016). Er ist einer der bedeutendsten Maler des 20.Jahrhunderts, ein eindrucksvoller Repräsentant der Klassischen Moderne. Die Schau konzentriert sich auf sein Schaffen zwischen den 1950er Jahren und seinem Tod 1983. Weitab von der Gegenständlichkeit beeindrucken seine Bilder mit der Kraft ihrer Farben und Symbole. Seine Keramiken setzen diese Vitalität fort. Bei seinen Skulpturen arbeitet Miró immer wieder mit der Umdeutung von Fundgegenständen. Fotos prominenter Fotografen von Miró und seiner Arbeit machen die Ausstellung in der Villa Manin noch reichhaltiger.

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Übrigens: dieses kulturelle Highlight wird von einem önologischen und kulinarischen Angebot erweitert. Wer im Tourismusbüro in der Villa seine Eintrittskarte zur Miró-Schau abstempeln lässt, kann damit auch eine Gratis-Degustation von drei Weinen bei einem Winzer genießen. Und zahlreiche Restaurants quer durch Friaul bieten von Mirò inspirierte Speisen an. Die Liste der beteiligten Winzer und der Restaurants finden sich entweder auf einem in der Villa erhältlichen Prospekt oder im Internet auf

https://www.turismofvg.it/Enogastronomia/stappa-l-arte (auch auf deutsch).

Vorweihnachtlich geht es zu in einer Exedra, also in einem der mit Säulen bestückten, gebogenen Nebengebäude der Villa Manin: Auch heuer werden hier wieder viele Krippen ausgestellt, künstlerische wie gebastelte, klassische und stilisierte, aus eine Vielzahl an Werkstoffen.

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Diese Ausstellung ist Teil des „Giro Presepi“, der diesjährigen „Krippen-Runde“, die Krippen-Interessierte quer durch die Region Friaul in viele Orte führt, wo Krippen von Dezember bis Jänner Ortsbild und Gebäude zieren. Von Lignano und Grado bis Polcenigo, von Moggio Udinese bis Venzone, von Triest und Gorizia bis Aviano – in dutzenden Orten sind Krippen zu bestaunen. Details sind in einem ausführlichen Prospekt zu finden oder auch auf

www.girofvg.com/giro-presepi-in-friuli-venezia-giulia-2015-2016.

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