Archiv für Februar, 2016

Olio Capitale in Triest von 5.bis 8.3.

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Küche

Kosten – entdecken – genießen: In drei Wochen steht Triest ganz im Zeichen der wichtigsten Olivenöl-Messe Italiens: Die Olio Capitale, von 5.bis 8.März 2016, direkt am Meer am Areal der Stazione Marittima, ist ein El Dorado für alle Liebhaber des „Extra vergine“.

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Mehr als 300 Produzenten aus ganz Italien, aber auch aus Kroatien und Griechenland werden erwartet. Verkostkurse, Kochkurse, Vorträge erweitern das Ausstellungsprogramm, ebenso ein Wettbewerb, bei dem das beste Öl des Mittelmeerraumes gekürt wird.

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Zu den besten zählt das in Friaul Julisch Venetien produzierte Olivenöl, das in den Zonen bei Gorizia und oberhalb von Trieste im Karst erzeugt wird. Zwar war 1929 die Olivenöltradition in dieser Region beendet worden, weil in einem besonders starken Frost die Bäume fast alle eingegangen waren. Aber seit den 1970er Jahren wurden und werden wieder Olivenhaine angepflanzt. Mit großem Erfolg wurde die Qualität der Öle immer weiter gesteigert, zur Begeisterung vieler Konsumenten im In- und Ausland.

https://www.oliocapitale.it

Varmo: Der Riesen-Korkenzieher

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch

Sie sind Künstler mit dem Werkstoff Holz: Die Brüder Luciano und Franco De Giusti, unsere Nachbarn in Varmo. Sie haben alle mit einem ganz besonderen Beweis ihrer Handwerkskunst überrascht: Ein Riesen-Korkenzieher aus Holz, drei Meter hoch und beweglich wie ein echter Korkenzieher!

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Etwa ein Jahr lang haben Luciano und Franco in Stunden, in denen in ihrer bekannten Tischlerei ein bisschen Leerlauf war, an diesem Meisterwerk gearbeitet. Vor vielen Jahren war auf ihrem Grundstück eine riesige Ulme in einem Sturm umgefallen und die Schönheit des dicken Stammes hat sie inspiriert.

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Entwürfe wurden gezeichnet, um die Proportionen eines echten „cavatappi“, eines Korkenziehers, umzulegen auf das Riesending, in Karton wurden Teile in der richtigen Größe ausgeschnitten, ehe in vielen Arbeitsstunden der Korkenzieher entstand. Mit Holzschrauben sind die einzelnen Teile aneinander so befestigt, dass er zu Transportzwecken auch auseinander genommen werden kann. Für die Größe der Basis hat Luciano sich sehr spezielle Informationen beschafft: „In der Kirche in Codroipo steht ein großes Weihwasserbecken, dessen Maße mir passend vorkamen. So habe ich nach einer Messe den Maßstab gezückt und es abgemessen“, erzählt er und hofft, dass ihn dabei niemand beobachtet und für verrückt gehalten hat. Diese Basis des Korkenziehers hat nun unten auch kleine Räder, damit das große, schwere Stück auch bewegt werden kann.

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„Es wäre sicher etwas Besonderes für einen Winzer, der sich den Riesenkorkenzieher aufstellen will“, meinen Luciano und Franco. Jetzt freuen sie sich erst einmal selbst an ihrem ganz besonderen Meisterwerk. Und es freuen sich Besucher wie wir, die zum Bestaunen vorbeikommen. Dass dabei mit einem Glas Prosecco angestoßen werden muss, ist verständlich. Complimenti! Kompliment an Luciano und Franco für dieses ganz ausgefallene Stück Handwerkskunst!

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Der Zitronengarten am Faaker See

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Küche

Als wir unlängst über die bei einem fliegenden sizilianischen Händler im Friaul gekauften Cedri geschrieben haben samt zugehörigem Rezept für einen Cedro-Salat, schickte Michael Ceron einen Kommentar: „Die wachsen auch in Kärnten, in Bio und in 280 Sorten“. Was natürlich neugierig macht! So haben wir nun Cerons „Zitrusgarten“ in Faak am See besucht und dort ordentlich südliches Flair getankt.

Auch an einem grauen, winterlichen Regentag ist Österreichs 1.Biogärtnerei eine feine Sache. Michael Ceron führt durch das 400 m2 große Glashaus, in dem viele Sorten von Zitronen, Limetten und Cedri wachsen, die meisten im Boden und nicht in Töpfen. „Sie brauchen einige Jahre, bis sie wirklich gut eingewurzelt sind, aber dann wachsen sie besser als im Topf“, erklärt Ceron, „und sie werden hier geschmackvoller und viel saftiger als normalerweise“. Ceron zerdrückt zum Beweis eine Rote Zitrone, eine natürliche Kreuzung zwischen Zitrone und Süßorange. Und der Saft schmeckt auch wirklich köstlich.

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Längliche Limetten, die wie kleine Gurken aussehen fallen ebenso auf wie verschiedenste Sorten von Cedri, den Zitronatzitronen. „Die haben hier bei uns viel mehr Fruchtfleisch als sonst“, meint Ceron. Die schönen panaschierten, hellgrün gestreiften Zitronen verlieren ihre Streifen, wenn sie reif sind. Die berühmten schönen „Citrus medica Digitata“, bekannt als Buddhas Hand, lassen sich klein geschnitten als wunderbares Gewürz verwenden. Da hängt die Hongkong Kumquat Fortunella hindsii, die kleinste Zitrusfrucht, nicht größer als ein Daumennagel. Nicht weit entfernt eine riesige Grapefruitund die Melarosa Zitrone mit ihren abgeflachten Früchten. Viel lässt sich hier im Bio-Zitrusgarten lernen.

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Michael Ceron erzählt auch nicht ohne Stolz, dass viele prominente Köche im In- und Ausland seine Bio-Zitrusfrüchte begeistert verwenden, zuletzt auch in der bekannten deutschen TV-Sendung „Kerners Kochshow“ mit Johann Lafer, Alexander Hermann, Cornelia Poletto und anderen Großmeistern der Kochkunst. Die Liste der Restaurants und Geschäfte, in denen Cerona Zitrusfrüchte und Produkte wie Bio-Zitroneneistee vertreten sind, ist lang. Zitrusfrüchte-Fans können hier aber auch verschiedenste Pflanzen erwerben. „Wir müssen noch rasch einige Verkosten“, schlägt Ceron noch vor, eine Grapefruit mit lachsrotem Fruchtfleisch und ausgesprochen zartem Geschmack, und auch die Limette aurantifolia „La Valetta“. Mit der wird sicher jeder Caipirinha etwas Besonderes! So wie die unglaubliche Vielfalt an Zitruspflanzen und –früchten in diesem Bio-Zitrusgarten ein besonderes Erlebnis ist. Ein Stück sonniger Süden selbst an dunklen Wintertagen!

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