Friaul: Ärzte-Senioren entdecken Cividale

Written by Franz Hlavac. Posted in Friaul-Tagebuch, Küche, Weinempfehlungen

Einen interessanten, „Magen- und Herz-erfrischenden Tag“ im Friaul durften wir einer Gruppe von Ärzte-Senioren vermitteln. Ein kulturell spannender Besuch in der Langobardenstadt Cividale, ein Mittagessen in der Trattoria Da Mario in Prepotto und eine Weindegustation bei Hilde Petrussa in Albana di Prepotto – so ein Herbsttag verfliegt im Nu.

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Bereits im Vorjahr begrüßten wir Mitglieder des Vereins Niederösterreichische Ärzte-Senioren bei uns im Friaul. Obmann MR Dr.Gerhard Weintögl und seine Gattin Lore haben so einen Ausflug nun schon ein zweites Mal angeregt und vorbereitet. Heuer waren die Ärzte-Senioren und ihre Freunde neugierig, Cividale näher kennenzulernen.

Und so begleiteten wir sie als Reiseführer zunächst in den Tempietto Longobardo, jenes wichtigste erhaltene Monument der Langobardenzeit in Italien. Die Langobarden (Langbärte), ein elbgermanischer Stamm, ist im Jahr 568 ins Friaul gezogen und hat hier ein Herzogtum errichtet. Cividale, das von Julius Caesar um etwa 50 vor Christus gegründete Forum Julii (das auch Friaul den Namen gab) war über 200 Jahre lang Sitz langobardischer Herzöge und auch teilweise des Königs, dessen Reich bis ins Piemont und nach Mittelitalien reichte. 776 hat dann Karl der Große dem Langobardenreich ein Ende bereitet. Der Tempietto Longobardo in Cividale ist jedenfalls das kunsthistorisch bedeutendste erhaltene Zeugnis dieser Langobardenzeit in Italien; ebenso wichtig der nach einem Langobardenkönig benannte Ratchis-Altar und das nach dem Patriarchen Calixtus benannte Taufbecken, beides im Museo Cristiano in Cividale. Lauter hervorragende Beispiele der Kunst der Langobardenzeit.

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Der riesige Dom von Cividale aus dem 16.Jahrhundert als erste Kirche in Friaul im toskanisch beeinflussten Renaissance-Stil, die Teufelsbrücke „Ponte del Diavolo“ über dem Fluss Natisone als ein Wahrzeichen von Cividale, die Altstadt mit ihren mittelalterlichen Bauten, aber auch Palazzi aus der Zeit der Venezianer (ab 1420), der Habsburger (ab 1797) und des Königreichs Italien (ab 1866) – all das zu bestaunen macht gemeinsam mit einer sehr interessierten Gruppe viel Freude.

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Der so über den Vormittag langsam aufgebaute Hunger wurde in der Trattoria „Da Mario“ in Prepotto hervorragend bekämpft. „Padrone“ Marco Grassi, seine Frau Gioia und Schwiegertochter Anna haben alle schwelgen lassen: Toc in braide (weiche Polenta mit Käsecreme), Kürbisgnocchi mit geräuchertem Ricotta, Orzotto mit Salsicca und Schioppettino, dann die Spezialität des Hauses „Maialata“ (ein mit Niedertemperatur gegarter Schweinebraten auf rohem Fenchel), und als Dessert ein Strudel – einfach köstlich. Dazu waren Sauvignon und Schioppettino von Valerio Marinig eine prächtige Weinbegleitung.

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Mit derart guter Unterlage versehen ließ sich dann auch die Weindegustation bei Hilde Petrussa in Albana di Prepotto ordentlich genießen: Hilde Petrussa und ihr Mann sind ja erst nach ihrer Pensionierung zu Winzern geworden, vor etwa 20 Jahren, aber inzwischen spielen sie mit der großartigen Qualität ihrer Weine in der obersten friulanischen Liga mit. Vigna Petrussa ist eine Top-Marke: der Friulano, der Richenza (eine Cuvee aus Friulano, Malvasia Istriana, Rhein-Riesling und Picolit), der Refosco und vor allem der Schioppettino sowie der Süßwein Picolit sammeln regelmäßig Auszeichnungen ein und mundeten auch diesmal vorzüglich. Einen feinen Friaul-Tag durften wir da als Reisebegleiter gestalten! Hat wieder Spaß gemacht!

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