Archiv für März, 2018

Varmo & Camino: Karl Ploberger
bringt netten Besuch zu uns

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Garten, Wein

Egal, wenn’s stürmt und kühl ist: Wenn nette Besucher kommen, ist gleich Frühling! Die erste Reisegruppe des heurigen Jahres, geleitet vom Gartenexperten Karl Ploberger, hat uns besucht. Wir durften 54 Garteninteressierten zeigen, warum wir unser Refugium in Varmo so mögen. Ganz grün ist es schon beim Haus, der Gemüsegarten wird nach und nach auf die kommende Saison vorbereitet und im Weingarten beginnt es zu sprießen. Ein ausführlicher, gemeinsamer Gartenrundgang gehört zu so einem Besuch natürlich dazu. Und selbstverständlich dürfen liebe Gäste auch unseren selbsterzeugten Wein probieren. Der ‚Plo’ hat übrigens sehr professionell beim Ausschenken geholfen! Wie fein, dass unser Wein offenbar geschmeckt hat! Für schnell Entschlossene gab es auch noch kleine Palmen, die wir in den letzten Tagen im Garten ausgestochen (es gehen immer zu viele selbst auf!) und in Töpfe gesetzt hatten. Und jeder, der mochte, konnte als Andenken an Varmo noch ein paar Ästchen von unseren Weinreben (vorbereitet nach unserem Rebschnitt vergangene Woche) mitnehmen.

Für eine Jause im Garten war es leider zu kühl, aber unsere Winzerfreunde Paolo und Fabiola Ferrin mit Tochter Sara in Camino al Tagliamento haben uns in ihrem Verkostraum aufgenommen. Wir haben gemeinsam Schinken, Salame, Montasiokäse samt Giselas selbst erzeugter Feigenmarmelade und ihr süßsauer Eingelegtes (Spargel, Oliven, Gurken) vorbereitet. Dass dazu natürlich auch die guten Weine der Ferrins mit Freude probiert wurden, ist ohnehin klar. Und obwohl die Witterung noch so gar nicht gezeigt hat, wie schön es auch im Vorfrühling im Friaul sein kann, war’s doch lustig mitsammen. Bestimmt gelingt es auch durch unsere Bücher, den Reiseteilnehmern Lust auf weitere Friaul-Ausflüge zu machen! Danke an Karl Ploberger und seine Gruppe für den Besuch und an die Ferrins für die gastfreundliche Aufnahme zum Schutz vor Wind und Kälte!

Triest: Schätze aus der Adria

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch

Eine Unzahl spannender Geschichten birgt die Adria, in den Tiefen des Meeres lassen sich Schätze finden, die davon erzählen. Sie tun es derzeit in einer wunderbaren Ausstellung in Triest. Auch wenn der Titel der Schau ‚Nel Mare dell’intimità / Das Meer der intimen Nähe’ etwas sperrig klingt, ist doch eindrucksvoll, was die Unterwasserarchäologie ans Licht gebracht hat. Bis zum 1.Mai ist die Ausstellung in der Ex-Pescheria – Salone degli Incanti noch zu sehen.

Vor den Küsten, in Häfen, in und von Schiffswracks – überall sind Objekte gefunden geworden, die Geschichte zum Leben erwecken. Von der Handels- und Personenschifffahrt erzählt die Ausstellung genauso spannend wie von Kriegsschauplätzen am und im Meer. All das quer durch die Jahrhunderte.

Ob Köpfe von Statuen römischer Kaiser, gefunden nahe der kroatischen Insel Cres, oder eine Büste von Kaiser Franz Josef, entdeckt im Meer bei der Insel Brac, oder das Fragment einer vor Porec entdeckten Amazone – das Wasser hat dem Marmor jeweils heftig, abeer ganz unterschiedlich zugesetzt. Gebrauchsgegenstände wie Teller aus Keramik oder Zinn haben ihren Aufenthalt im Meer zum Teil sehr gut überstanden, kostbare Gläser naturgemäß weniger. Eindrucksvoll die Metallstatuen wie der 21 cm kleine römische Poseidon, der vor Grado gefunden wurde, oder der Torso eines ‚Prinzen’ aus dem 4./5.Jahrhundert, der im Meer vor Brindisi entdeckt wurde, oder der bei Lissa aufgetauchte Kopf einer Göttin aus dem 3.Jahrhundert vor Christus.

Schiffe und ihre Reste sind aus allen Jahrhunderten faszinierend. Besonders aber, wenn es Raritäten sind, wie das Fragment des 1864 untergegangenen Motorschiffes ‚Lombardo’, eines der Schiffe, mit denen 1860 der Freiheitskämpfer Garibaldi im Zuge seiner Einigungskämpfe mit tausend Mann (Zug der Tausend) von Genua nach Sizilien aufbrach. Ein Modell des K.& k. Kriegsschiffes ‚Ferdinand Max’ erinnert an die Seeschlacht bei Lissa, die Admiral Tegetthoff 1866 für Österreich gewann. Das Kriegsschiff ‚Wien’ wurde im Ersten Weltkrieg 1917 in der Bucht von Muggia versenkt. Von den nur 10 Meter langen Klein-U-Booten vom Typ ‚Molch’ wurden im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen 390 Exemplare gebaut, das hier ausgestellte Relikt wurde vor Triest eingesetzt und von den Deutschen vor ihrem Abzug 1944 selbst zerstört. In den 1930er Jahren war die ‚Rex’ ein italienisches Transatlantik-Linienschiff auf der Route Genua – New York, während des Weltkrieges lag es bei Triest vor Anker und wurde durch Bomben der Alliierten versenkt.

Für diese Ausstellung ist die ganze Halle der Ex-Pescheria als ‚Negativ’ eines auf dem Meeresgrund liegenden Schiffes gestaltet worden, was die Schau um einen außergewöhnlichen Raumeindruck bereichert.

Triest – eine Stadt, die überrascht!
Olivenöl und andere Köstlichkeiten

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Lokal-Empfehlungen in Friaul

Kein Zweifel: Die Stadt Triest überrascht immer wieder, mit ihrer Eleganz und ihrer Vielfalt. Noch bis morgen Dienstag, 6.März 2018, präsentiert sich der Salon des Olivenöls ‚OlioCapitale’ als Erlebniswelt für Gaumen und Nase. Die Genüsse der Triestiner Küche gehören unbedingt dazu. Wenn dann noch Meer und Himmel blitzblau leuchten, ist ein Tag perfekt.

Auf der Suche nach dem besten Olivenöl heißt es kosten, kosten, kosten. Zum Beispiel die Produkte, die bei Wettbewerb der ‚OlioCapitale’ Auszeichnungen bekommen haben. Fruchtig, bitter, pikant – all das muss ein gutes Öl sein, es soll nach Gräsern oder den Blättern von Tomaten duften, nach Kräutern, grünen Mandeln oder Artischoken schmecken. All das in unterschiedlicher Intensität. In der Kategorie der leichten Öle hat heuer das Öl ‚Fruttato Fois’, der ‚Accademia Olearia’ aus Sardinien das Rennen gemacht, bei den mittelstarken Ölen das ‚Luna Vera Nera di Oliena’ der Azienda Sebastiano Fadda, ebenfalls aus Sardinien. Die Kategorie der intensiven Öle hat ein Produzent aus Slowenien gewonnen: Vanja Dujc mit seinem ‚Olio Extravergine d’Oliva Itrana’. Lauter Juryentscheidungen, denen wir uns – nach entsprechender Verkostung – durchaus anschließen können.

Aber auch an den Ständen der anderen Aussteller gibt es viel Feines zu probieren. Besonders stark vertreten die Regionen Apulien, Kalabrien und Sizilien. Aber auch die Toskana und die Marken stehen an Qualität nicht nach. Immer ins Auge stechen die riesigen Zitrusfrüchte, die Cedri, die die Azienda Barbara Pacioni zusätzlich zu ihrem feinen Öl mitbringt. Griechische Olivenölproduzenten sind auch erfolgreich vertreten.

Deutlich bemerkbar in der Welt der Olivenöle macht sich auch die Region Friaul Julisch Venetien. Glauco Petaros / Dolina, die Familie Starec oder die Azienda Parovel, beide aus S.Dorligo della Valle, sind bekannte und geschätzte Größen aus der Gegend von Triest. Tergeste (der alte Name für Triest) ist die einzige Olivenöl-DOP-Zone in Friaul Julisch Venetien, bietet also Olivenöl von ‚denominazione di origine protetta’, von geschützter Herkunft, eine wichtige Qualitätsmarke. Diese Öle müssen mindestens 50% der Oliven-Sorte Bianchera enthalten (eine autochtone, sehr kälteresistente Sorte). Übrigens: Elena Parovel und ihre Familie freuen sich heuer das 120-Jahr-Jubiläum des Betriebes zu feiern.

Bestes Olivenöl ist natürlich eine wichtige Basis für die Triestiner Küche. Die vereint italienische, österreichische (aus Monarchiezeiten) und slawische Elemente. In der ‚Antica Trattoria Suban’ in Triest lässt sich das aufs Feinste ausprobieren. Ein Abend dort gemeinsam mit Bürgermeister Roberto Dipiazza, dem Präsidenten der Camera di Commercio (Handelskammer) von Triest Antonio Paoletti, italienischen Journalistenkollegen, u.a. dem aus der RAI bekannten Journalisten und Fernsehkoch Fabrizio Nonis sowie dem Moderator und Journalisten Giuseppe Cordioli, macht uns das mehr als deutlich. Der Padrone der Trattoria, Mario Suban, liefert die Erläuterungen zu den als Appetizer gereichten ‚krapfen’ gefüllt mit gekochtem Schinken, zur Vorspeise mit den verschiedenen Prosciutto-Arten samt Käsestrudel, dann zu der in einer Mokka-Tasse servierten ‚jota’ (eine Art Krautsuppe mit Bohnen), zur ‚palacinka’ mit Fleischfülle, zum ‚spezzatino’ (eine Art Gulasch) und zu den köstlichen süßen ‚rigo jancsi’ ungarischen Ursprungs. Und Bürgermeister Dipiazza erzählt begeistert, dass österreichische Unternehmer jetzt in Triest viele Millionen investieren, um die Gebäude des ‚Porto Vecchio’, des alten Hafens, zu sanieren und wiederzubeleben.

Wer in Triest Lust bekommt auf einen Fisch-Imbiss so zwischendurch, der geht übrigens ins EATALY direkt am Kai, einem El-Dorado zum Einkaufen und Schlemmen von Spezialitäten. Dort betreiben Livio Amato und seine Frau Cristina die ‚pescheria’, die Fischabteilung. Was nicht nur heißt, dass man dort vorzüglich frischen Fisch einkaufen, sondern auch zwischen vielen fertig zubereiteten Fischgerichten wählen kann, um sie an Ort und Stelle zu essen.

Und was den Triest-Genuss vollends abrunden kann, ist die edle Wohlfühl-Atmosphäre des Hotel Savoia Excelsior mit Blick aufs Meer.



www.oliocapitale.it

www.suban.it

www.eataly.it