Friaul in Bayreuth: Schon
Richard Wagner liebte Italien

Written by Gisela & Franz. Posted in Aktuelles, Das waren unsere Lesungen, Menschen

Etwa 700 km trennen Friaul Julisch Venetien von Bayreuth, der Richard-Wagner-Stadt mit den berühmten Festspielen im nordbayrischen Franken. Doch auch dort finden sich Fans unserer friulanischen „Zweitheimat“ …. und solche, die es werden wollen. Die Deutsch-italienische Gesellschaft hatte uns eingeladen, Friaul und unser Buch „Friaul für alle Jahreszeiten“ zu präsentieren. Gerne sind wir nach Bayreuth gefahren und sind gleich mehrfach beim ersten Stadtrundgang Statuen von Wagner und seinem Hund Russ begegnet. Im Iwalewa-Haus im Herzen der Stadt erlebten dann mehr als 90 Gäste einen Friaul-Abend, der alle Stückerln spielte. Wir haben die Region, das „piccolo universo“ zwischen den Bergen und dem Meer, nach Bayreuth und in die Herzen der Zuhörer geholt.

Herman Schirmer, stellvertretendender Vorsitzender der Deutsch-italienischen Gesellschaft, ist ja oft in Friaul, weil er und seine Frau Elfi die Gegend so mögen und auch weil er für seine Landsleute immer wieder enogastronomische Köstlichkeiten mit nach Bayreuth nimmt. Deshalb wurde unser Friaul-Vortrag auch von Weinen unserer Winzerfreunde Ferrin, vom köstlichen Prosciutto Valentino Zanins, beide aus Camino al Tagliamento, und auch von Baccala begleitet, den Christian Zoratto in Codroipo auf traditionelle Weise weichhämmert. Catia Lomer, die Vorsitzende der Gesellschaft, und Elmar Schmid, auch er ist Stellvertretender Vorsitzender wir Schirmer, kümmerten sich auch um die Gäste, die sich allesamt gerne virtuell in den Süden entführen ließen. Schließlich liebte ja auch Richard Wagner Italien. So durfte auch Musik nicht fehlen, allerdings keine wagnerische, sondern italienische, wofür Ciprian Odoi am Klavier und die Sängerin Iris Meyer sorgten.

Solcherart auf Bayreuth und Musik eingestimmt schlüpften wir am Tag nach der Präsentation in die Rolle von Touristen. Herman Schirmer und seine Elfi zeigten uns das wunderbare Markgräfliche Opernhaus, eines der wenigen erhaltenen Barocktheater aus dem 18.Jahrhundert, weiters die Klaviermanufaktur Steingraeber und nicht weit entfernt das Brauhaus Mann (eine wirklich noch ganz urtümliche Gastwirtschaft).

Natürlich musste auch ein Blick auf und in das Festspielhaus am Grünen Hügel geworfen werden mit seiner riesigen Bühne und dem seltsam angeordneten Orchestergraben, ganz im Zeichen der Optimierung der Akustik. Wagners Wohnhaus in Bayreuth, die Villa Wahnfried, ist – egal ob man nun Wagner-Fan ist oder nicht – ein hochinformatives Museum, zu dem auch das Haus Siegfried Wagners gehört, in dem die Beziehungen der Familie Wagner zum Nationalsozialismus penibel aufgearbeitet sind. Im Park der Villa Wahnfried sind Richard Wagner und seine Frau Cosima (eine Tochter von Franz Liszt) begraben. Die Steinplatte, die die Gruft abschließt, ist unbeschriftet. Doch auf einem kleinen Steinschild gleich daneben steht zu lesen, dass hier auch Wagners Hund, ein Neufundländer namens Russ, begraben ist.

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