Cordovado, Varmo, Camino: Besuch von Karl Plobergers Gartenfreunden

Written by Franz Hlavac. Posted in Aktuelles

Schon zum zweiten Mal kommt Karl Ploberger auf einer seiner Gartenreisen zu uns ins Friaul. Der herrschaftliche Parkgarten der Villa Freschi – Piccolomini in Cordovado, unser Garten in Varmo und Gaumenfreunden im Weingut Ferrin bilden die sonntäglichen Fixpunkte. 

Strahlend und warm wie ein Frühsommertag zeigt sich dieser Sonntag von Beginn an von seiner besten Seite. Ganz im Westen des Friaul, zur Provinz Pordenone gehörend, liegt Cordovado, das nicht zu unrecht auf der Liste der ‚Borghi piu belli d‘Italia“, der schönsten Orte Italiens, steht. Zwei mittelalterliche Tortürme, eine fast vollständig erhaltene Festungsmauer, die das Gelände des ehemaligen Kastells einfasst, darin eine kleine Kirche und Gebäude aus dem 13. und 14.Jahrhundert, dazu im Zentrum ein venezianischer Palazzo – so präsentiert sich Cordovado. Es ist entstanden, wo einst ein römisches Castrum eine Furt der Via Augusta über den Tagliamento bewachte. Kunst und Kultur verschiedenster Jahrhunderte verdichten sich hier auf engstem Raum. Die Bischöfe der nahen Diözese Concordia hatten hier 300 Jahre lang einen Sommersitz. Die Grafen Attimis erneuerten den Palazzo im 17.Jahrhundert, im 19.Jahrhundert machten ihn die Grafen Freschi di Cucanea zu einem Kulturzentrum. Und die Verbindung zum berühmten sienesischen Adelsgeschlecht Piccolomini entstand in der 1.Hälfte des 20.Jahrhunderts, als Gräfin Nicoletta Freschi den Grafen Lorenzo Piccolomini ehelichte. 10 Kinder entstammen dieser Ehe, 8 davon leben noch und sind die heutigen Besitzer des Castello di Cordovado inklusive der zentralen Villa und der Nebengebäude. Contessa Benedetta Piccolomini, ihr Mann Piero und ihre Tochter Orietta führen die Gartenfreunde durch die Villa und den Park (Gisela übersetzt bei der Führung vom Italienischen ins Deutsche). Den Parkgarten hatte Anfang des 19.Jahrhunderts Graf Carlo Sigismondo Freschi anlegen lassen, auf sieben Hügeln (entsprechend den Hügeln Roms), mit vielen verschiedenen Gartenräumen ‚alla italiana‘, aber auch im Stile englischer Parkgärten. Benedetta Piccolomini ist nun diejenige in der Familie, deren Engagement sich besonders auf den Garten konzentriert mit seinen vielen, teil ganz seltenen Rosen. Sie war es auch, die 2015 die Idee hatte, ein Rosenlabyrinth anlegen zu lassen. Auf etwa 900 Quadratmetern ist aus 2000 Damaszener-Rosen dieses Labyrinth entstanden, das zur Zeit der Rosenblüte ein faszinierender Erholungs- und Meditationsraum ist. Auch wenn nun, Ende März, die Rosen noch nicht blühen, zieht die Anlage die Besucher trotzdem in ihren Bann. 

Es geht gegen Mittag, als wir dann mit Karl Plobergers Reisegruppe bei uns in Varmo eintreffen. Als Aperitiv gibt es unseren eigenen Wein zum Probieren, unsere selbstgemachte Feigenmarmelade (mit friulanischem Montasio-Käse) und die bei uns gewachsenen, selbst in Salzlake eingelegten Oliven. Bürgermeister Sergio Michelin, der den Reisebus mit den Gästen zu uns hat kommen sehen, schaut vorbei und begrüßt die Gartenfreunde in seiner Gemeinde. Für Karl Ploberger bringt er extra einen Wimpel mit dem Ortswappen als Andenken mit. Einige der Gartenreisenden waren auch vergangenes Jahr schon dabei, das Ehepaar Schachinger hat uns wunderschöne Fotos vom Besuch vor einem Jahr mitgebracht und Frau Lenzenwöger einen kunstvollen Scherenschnitt von einer Rose. Ein großes Danke dafür! Wir führen durch unseren Garten, wo derzeit zum Beispiel die Wildorange ‚Poncirrus trifoliata‘ ihre hübschen weißen Blüten zeigt, und wir erzählen von unseren Friaul-Büchern, dem zuletzt erschienenen „Friaul für alle Jahreszeiten“ (Verlag Joh.Heyn) und auch dem Mitte April neu erscheinenden „111 Orte in Friaul und Julisch Venetien, die man gesehen haben muss“ (Verlag Emons). Wir haben diverse Pflanzen, wie sie bei uns wachsen, in Töpfchen für unsere Gäste vorbereitet, so können sie ein bisschen friulanisches Grün mit nach Österreich nehmen.
 

Zunächst geht es aber noch auf eine friulanische Jause und eine Weinkost zum Weingut Ferrin ins nahe Camino al Tagliamento. Paolo Ferrin, seine Gattin Fabiola und ihre Tochter Sara umsorgen die Gäste mit Schinken, Salami, Käse und ihren ausgezeichneten Weinen, sodass auch dieser Ausklang der Plobergerschen Gartenreise rundum Genuss und Zufriedenheit auslöst. Die Verabschiedung lautet natürlich: Auf bald im Friaul!!!!

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