Forellenzucht ‚Le Gru‘ in Camino al Tagliamento

Written by Franz Hlavac. Posted in Aktuelles

Reines, sauerstoffreiches Wasser – so präsentiert sich das Flüsschen Varmo, das auch unseren  gleichnamigen friulanischen Wohnort durchfließt, klar wie alle den Grundwasserquellen (Risorgive) der Gegend entspringenden Gewässer. Ideale Voraussetzungen also für das Züchten von Forellen. Die Azienda Agricola ‚Le Gru‘ in Camino al Tagliamento tut das seit 1966. „Kommt doch, ich zeige Euch alles!“, hatte uns Ugo Ongaretto, der eines der Häupter dieses Betriebes ist, eingeladen. Also machen wir uns mit viel Neugierde auf nach Camino in den Ortsteil Comugnis.  

Forellen mit weißem Fleisch und auch Lachsforellen werden hier gezüchtet. Detailverkauf gibt es nicht, die Fische werden an Betriebe geliefert, die sie verarbeiten oder an Restaurants und auch an Sportfischereien in ganz Italien.

Das Leben der Forellen beginnt in Becken in einer Halle. „Die Forelleneier kaufen wir ein, ab dann wachsen die Fische erst hier herinnen. Gefüttert wird zu exakten Uhrzeiten, entsprechend dem Alter. Hunger hätten die immer“, schmunzelt Ugo. Ab einer bestimmten Größe kommen sie in die riesigen Becken im Freien. Hohe Metallstangen halten die über die Anlagen gespannten Netze, die verhindern, dass hungrige Möwen oder Reiher sich bedienen. Große, runde Sprüher reichern das Wasser zusätzlich mit Sauerstoff an, das ausschließlich natürliche Futter für die Fische wird automatisch verteilt. Wir wandern mit Ugo von Becken zu Becken, von denen, wo sich Forellen von ein paar Dekagramm tummeln bis zu denen, wo riesige Exemplare von mehr als 1,5 kg schwimmen

Arbeiter haben durch solch ein Becken eben ein Netz gezogen und so große Forellen an eine Schmalseite getrieben. Ein Fischtransporter fährt vor. Ein Metallkäfig wird in die scheinbar brodelnde Fischmenge heruntergelassen, voller Fische hebt sich der Käfig dann bis zu einem schrägen Kanal, über den die Forellen in die Behälter des LKW rutschen. Da bleiben sie im Wasser für die Zeit des Transports bis zum Empfänger. „Dieser LKW fährt jetzt ins Veneto zu einem Sport-Fischer-Verein“, berichtet Ugo. Besonders viele der hier gezüchteten Forellen kommen aber in den nur etwa 12 Kilometer entfernten Ort Sterpo. Die dortige Azienda Società Agricola Sterpo (wo ebenfalls Forellen gezüchtet werden) verarbeitet die Fische, d.h. zerlegt sie, verpackt sie frisch, tiefgefroren oder geräuchert, als Sugo oder Patè und liefert an Geschäfte oder andere Kunden aus. 

Die Forelle gehört zum Friaul wie der Prosciutto crudo, der Rohschinken. Wer sich mit der Kulinarik der Region befasst, der weiß das. Besonders beliebt sind die geräucherten Forellen-Filets. Und so kann es auch nicht ausbleiben, dass Ugo Ongarettos Rundgang mit uns in einer gemütlichen Jause samt dieser Forellen-Filets mündet. Es sind noch einige seiner Freunde gekommen, zum Beispiel Giulio Colomba, der wie Ugo zum Urgestein der Slow Food-Bewegung in Friaul gehört. Beide haben auch lange Jahre für den Weinführer „Gambero Rosso“ Weine getestet.

Udo findet nach wie vor Geheimtipps: „Probiert diesen Friulano! Er ist ausgezeichnet! Dabei füllt dieser Weinbaubetrieb von Edi Zuiani in Ipplis nichts in Flaschen, dieser Wein wird nur in Damigiane (Glasballons) verkauft!“  Doch auch Yunmani Bergamasco vom Weinbaubetrieb Obiz in Cividale und sein Weintechniker Francesco Visintin haben Wein zum Verkosten mitgebracht. Schließlich muss eine köstlich schmeckende Räucher-Forelle auch in Köstlichem schwimmen! 

Azienda Agricola Le Gru, 33030 Camino al Tagliamento (UD), Località Comugnis 2. Tel.: +39 0432 919039  

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