Archiv für März, 2021

Frühling 2021 in Friaul : Wunderschön, aber mit vielen Hindernissen

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles

In unserem friulanischen Garten blühen ersten Obstbäume, Veilchen, Narzissen und Kamelien lachen aus vielen Gartenecken, die Rosen treiben wie wild aus. Der Weingarten ist fertig geschnitten, die verbleibenden Triebe entsprechend der Tradition mit Weidenästchen gebunden. Viele der hohen Bäume haben auch einen Schnitt bekommen. 

Eine arbeitsreiche Zeit liegt hinter uns. Nach vier Wochen Aufenthalt in unserem Zweitwohnsitz Varmo (Provinz Udine) sind wir nun wieder in Wien. Jetzt müssen sich unsere Muskeln nach dem „Gartenarbeitsmarathon“ erholen. Aber nach Ostern geht es hoffentlich wieder in „unser“ Friaul – so es die Corona-Situation zulässt. 

Diese Situation ist im Moment schwierig. Bei unserer Einreise vor etwa vier Wochen war Friaul Julisch Venetien noch leichter zugänglich. Es reichte ein negativer Antigen-Test (nicht älter als 48 Stunden) und das Mitführen einer „Selbsterklärung“ über den Grund der Einreise. Da war die Region „gelbe Zone“. Italien teilt seine Regionen je nach Höhe der Infektionszahlen in unterschiedliche Farben ein: Gelb bedeutet normales Sicherheitsrisiko mit einigen Bewegungsfreiheiten innerhalb der Region, offenen Geschäften und zumindest tagsüber bis 18 Uhr geöffneten Restaurants und Bars. Orange bedeutet mittleres bis hohes Sicherheitsrisiko, die Restaurants und Bars sind geschlossen, nur Abholen von Speisen ist möglich, die Geschäfte sind geöffnet. Rot heißt höchstes Sicherheitsrisiko (nun definiert durch einen Rt-Wert von über 1,25 und eine 7-Tage-Inzidenz von über 250), alle Schulen, Geschäfte (außer Lebensmittel, Apotheke, Zeitung), Friseure und Restaurants sowie Bars und auch alle Kultureinrichtungen sind geschlossen. Immer gilt ein generelles Ausgangsverbot von 22 – 5 Uhr.

Weil in den vergangenen zwei Wochen in Friaul Julisch Venetien die Infektionszahlen wieder stark in die Höhe gegangen sind (mit einem Rt-Wert von derzeit über 1,3 und einer Inzidenz von über 500 Infizierten pro 100.000 Einwohnern in 7 Tagen), ist die Region ab Montag, 15.März, „rote Zone“, für mindestens zwei Wochen. Das heißt zum Beispiel auch, nur noch die wichtigsten Einkäufe innerhalb der eigenen Gemeinde sind erlaubt, es darf nicht einmal mehr innerhalb der Gemeinde ein anderer Haushalt besucht werden, nur Spaziergänge von Menschen, die im selben Haushalt leben, sind erlaubt.

Inzwischen hat Italien auch die Einreiseregeln deutlich verschärft. Seit 14.2. muss beim Grenzübertritt ein negativer Antigentest (nicht älter als 48 Stunden) und eine Selbstdeklaration mitgeführt werden, nach 48 Stunden in Italien ist dort bei der örtlichen Gesundheitsbehörde ein weiterer Test durchzuführen, zusätzlich sind 14 Tage Quarantäne Pflicht, danach ist noch ein Test durchzuführen. Die Einreise in orange oder rote Zonen, also derzeit auch nach Friaul, ist nur in Ausnahmefällen (Rückkehr an den Wohnort, Erreichen eines Arbeitsplatzes, gesundheitliche Gründe) erlaubt.  

Rote Zonen sind derzeit: Lombardei, Piemont, Emilia Romagna, Venetien, Friaul Julisch Venetien, Latium, die Marken, Basilikata, Kampanien und die autonomen Provinzen Trient und Bozen. Alle anderen Regionen sind orange Zonen, bis auf Sardinien, das wegen seiner geringen Infektionszahlen weiße Zone bleiben kann. Diese Einteilung gilt vorerst für zwei Wochen, wird aber sicher verlängert. 

Für Ostern hat sich die italienische Regierung zu noch strengeren Maßnahmen entschieden, das ganze Land wird zur roten Zone und zwar von 3. bis 5.April (Karsamstag bis Ostermontag). Da sind sogar Verwandtenbesuche sehr stark eingeschränkt (nur einmal am Tag in der eigenen Gemeinde nur einen anderen Haushalt mit zwei Personen, Kinder ausgenommen).

Zurück zu Grenzregelungen: Wer von Italien nach Österreich einreisen will, braucht einen negativen Test (nicht älter als 48 Stunden) und die Online-Registrierung auf der Homepage des Gesundheitsministeriums (Pre-Travel-Clearance). Das wird an der Grenze kontrolliert. Am österreichischen Wohnort muss man dann 10 Tage in Quarantäne, hat aber die Möglichkeit, nach 5 Tagen einen weiteren Test zu machen. Ist der negativ, endet damit die Quarantäne.

Wir sind nun also in Wien in dieser Quarantäne, haben uns aber für kommenden Donnerstag schon einen Testtermin gebucht.

Aus all dem ist leicht zu erkennen: ein Osterurlaub bei unseren südlichen Nachbarn ist heuer nicht möglich. Kein Wunder also, dass besonders unsere Kärntner Freunde, die wir auf unserer Rückfahrt nach Wien angerufen haben, traurig sagten: Friaul liegt so nah, aber für uns ist es derzeit unerreichbar.