Friaul für alle Jahreszeiten

Das war unser Ostern 2019 auf italienisch !

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles

Entdeckungen, Besuche, Ausflüge, Gartenarbeit, österliche Besinnlichkeit, kulinarische Genüsse – so lässt sich Ostern gut erleben. Was für ein bunter Erlebnisreigen sich für uns da aufgespannt hat! Hier ein paar Impressionen davon:

Am Samstag vor dem Palmsonntag wird gearbeitet, aber sehr freudvoll: Wir führen eine Reisegruppe von Regina Rauch-Krainers TLSReisekultur zu einigen unserer friulanischen Lieblingsorte: nach Valvasone, wo das Schloss mit dem wunderbaren, winzigen Theater aus dem 18.Jahrhundert besucht wird und dann in der Pfarrkirche die venezianische Orgel aus dem 16.Jahrhundert (die älteste noch funktionstüchtige Orgel venezianischen Typs in Italien) in einem kleinen Konzert erklingt, nach Casarsa, wo Pier Paolo Pasolini begraben ist und im Centro Studi Pasolini ein Museum an ihn erinnert, nach Camino al Tagliamento, wo es in der Trattoria Da Bepo ein köstliches Mittagessen gibt, nach Codroipo, wo der faszinierende und weltberühmte Orgelbaumeister Gustavo Zanin durch seine Orgelwerkstatt führt. Zwei seiner Enkel geben den Gästen auch noch ein kleines Konzert. Der Tag klingt aus bei einem netten Umtrunk in unserem Garten in Varmo.

Am Palmsonntag versteckt sich der Frühling hinter Regenwolken, aber bei der kleinen Palmprozession vor dem Santuario Madonna di Rosa in San Vito al Tagliamento ist es trocken. Olivenzweige und auch Palmblätter werden gesegnet wie in Österreich die Palmkätzchen bzw. Palmbuschen. Eine besinnliche Messfeier in der Kirche leitet die Osterfeiertage ein. 

Am Montag der Karwoche starten wir mit unseren friulanischen Freunden Daniela und Rosano zu einer kleinen Reise an den Lago d’Iseo, den kleinsten der oberitalienischen Seen, der weniger touristisch überlaufen, aber auch sehr schön ist. Danielas Vater stammte aus dem Ort Paratico und sie hat Verwandte dort. Wir besuchen ihren Cousin Ubaldo, der uns schon 2016 beim Besuch des Projektes „Floating Piers“ des Künstlers Christo unterstützt hatte.  Gemeinsam genießen wir ein herrliches Essen in der Trattoria del Muliner in Clusane und verkosten herrliche Franciacorta-Spumanti der Azienda Bredasole, wo neuerdings auch in Terracotta-Amphoren Grundwein für Spumante erzeugt wird. Kultur und Natur dürfen auch nicht fehlen: Die Erdpyramiden im Ort Zone oberhalb von Marone müssen ebenso besichtigt werden wie die prähistorischen Felsritzungen in Capo di Ponte im Val Camonica, die auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes stehen. Viel gelacht wird in der Trattoria Cancelli im Ort Iseo mit dem ‚Padrone‘ Angelo, der Gisela gleich einstellen will, damit sie ihm bei deutschsprachigen Gästen mit Übersetzungen assistiert.

Zurück in Varmo müssen am Gründonnerstag natürlich Ostereier gefärbt werden – diesmal ganz natürlich in grün und zwiebelbraun. Am Karfreitag heißt es „non si tocca la terra“, man rührt die Erde nicht an, d.h. da wird nicht gegartelt, aber trotzdem muss die Wiese gemäht werden. Ein Baby-Osterhase flüchtet vor dem Rasenmähertraktor und versteckt sich unter den Büschen, im Weingarten hoppeln dafür ausgewachsene Osterhasenexemplare. Und wir genießen, wie im Garten die ersten Rosen blühen!
 

Der Vormittag des Karsamstags ist unseren Olivenbäumen gewidmet: Sie müssen geschnitten werden, damit sie sich kräftigen und uns wieder eine schöne Olivenernte bescheren. Unsere Oliven in Salzlake sind schließlich nicht nur bei uns selbst beliebt. Am frühen Abend ist bei uns schon Tradition, unsere Freunde Paolo und Fabiola Ferrin sowie Daniela und Rosano zur kärntnerischen Osterjause einzuladen. Die beginnt im Garten mit Bredasole-Spumante und geht weiter mit Schinken, Würsten, Reindling und Eierkren. Eierpecken funktioniert übrigens nicht nur mit Hühnereiern, sondern auch mit Wachteleiern! So wie schon die ganze Karwoche strahlt am Ostersonntag die Sonne vom Himmel. Unser Osterspaziergang durch den Ort Varmo und dann in den Nachbarort Santa Marizza wird begleitet von vielerlei Blühendem – eine Freude für die Augen. Zum Osteressen laden uns Daniela und Rosano in die Trattoria Da Bepo nach Bugnins ein. Dort herrscht großer Andrang und ‚Padrone‘ Valentino Bert und sein Team haben alle Hände voll zu tun, um mehr als 270 Gäste zu verwöhnen. Bleibt auf der Rückfahrt am Ostermontag nach Wien nur noch, sich an die vielen schönen Momente unserer Osterwoche 2019 zu erinnern!

“Patria del Friuli”: In memoriam Bepi Moro

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles

Wenn Nicht-Friulaner wie wir eingeladen werden, bei einer Feier anlässlich der Gründung Friauls einen verstorbenen Friulaner zu ehren, dann ist das schon eine besondere Auszeichnung. In Memoriam Bepi Moro durften wir eine Präsentation gestalten mit Fotos, die wir im Laufe der Jahre über diesen so erstaunlichen Bürger von Varmo gemacht haben.

Anfang des Jahres ist Bepi Moro (oder korrekterweise Della Mora) im 93.Lebensjahrgestorben. Seine Kreativität, die so viele Werke hervorbrachte zum Schmunzeln und zum Nachdenken, war enorm. An der kleinen Brücke an der Straße von Varmo nach Santa Marizza, seinem Wohnort, hat er sie aufgestellt, wechselnd mit den Jahreszeiten.  Dass im Zuge einer Feier zum Gründungstag Friauls (3.April 1077) diesem Gemeindebürger gedacht wurde, war mehr als gerecht. Paolo Bortolussi, dem Organisator der Feier im Rathaus und stets in Sachen Friaul Engagierten, konnte denn auch viele Besucher begrüssen, Bürgermeister Sergio Michelin und Vizebürgermeister Davide De Candido inklusive. Der Chor aus Camino al Tagliamento, verstärkt durch Sängerinnen aus Varmo, sorgte für die musikalische Umrahmung.

Ein einfühlsamer Text, verfasst von Prof. Paolo Berlasso, skizzierte nicht nur die Intentionen des Bepi Moro, seine Mitmenschen ein wenig aufzurütteln oder auf Besonderheiten des Lebens hinzuweisen, die von Bepi so phantasievoll gestalteten Szenen rückte Berlasso in die Nähe der naiven Kunst und analysierte sehr klug die Parallelen, das ein wenig Mystische und Märchenhafte da wie dort.

Wir haben viele dieser Szenerien über die Jahre fotografiert, durften Bepi persönlich kennenlernen und von ihm lernen. Darüber erzählten wir in unserer Präsentation, etwa als er uns 2016 bat, ein besonderes Jubiläum zu fotografieren: er war 90 geworden, seine Frau Elde 80, 60 Jahre Ehe galt es zu feiern und – so sagte Bepi heiter: ‚Und mein Auto ist heuer 40“. Also gab es insgesamt 270 Jahre zu feiern. Und so machten wir Fotos von ihm, mit seiner Frau und dem Auto samt einem Schild, das die Jubiläen auflistete. 

Oder als er die Straße, in der er wohnte, von der Via alla fontana in die Via le bambole umfunktionierte durch eine Serie von Puppen, gebaut aus alten Schirmen und Köpfen von Schaufensterpuppen. Das und mehr haben wir erzählt und damit bei den vielen Gästen im Gemeinderatssaal Rührung und Heiterkeit zugleich ausgelöst. Wie schön! Ein Gedenken an Bepi, begleitet auch von Lachen!

Bürgermeister Michelin dankte in seinem Schlusswort allen Beteiligten. Wir bekamen von ihm als Danke einen schönen Wimpel mit dem Wappen der Gemeinde Varmo. Und dass solch ein Abend mit einem Umtrunk enden muss, ist natürlich klar.

Cordovado, Varmo, Camino: Besuch von Karl Plobergers Gartenfreunden

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles

Schon zum zweiten Mal kommt Karl Ploberger auf einer seiner Gartenreisen zu uns ins Friaul. Der herrschaftliche Parkgarten der Villa Freschi – Piccolomini in Cordovado, unser Garten in Varmo und Gaumenfreunden im Weingut Ferrin bilden die sonntäglichen Fixpunkte. 

Strahlend und warm wie ein Frühsommertag zeigt sich dieser Sonntag von Beginn an von seiner besten Seite. Ganz im Westen des Friaul, zur Provinz Pordenone gehörend, liegt Cordovado, das nicht zu unrecht auf der Liste der ‚Borghi piu belli d‘Italia“, der schönsten Orte Italiens, steht. Zwei mittelalterliche Tortürme, eine fast vollständig erhaltene Festungsmauer, die das Gelände des ehemaligen Kastells einfasst, darin eine kleine Kirche und Gebäude aus dem 13. und 14.Jahrhundert, dazu im Zentrum ein venezianischer Palazzo – so präsentiert sich Cordovado. Es ist entstanden, wo einst ein römisches Castrum eine Furt der Via Augusta über den Tagliamento bewachte. Kunst und Kultur verschiedenster Jahrhunderte verdichten sich hier auf engstem Raum. Die Bischöfe der nahen Diözese Concordia hatten hier 300 Jahre lang einen Sommersitz. Die Grafen Attimis erneuerten den Palazzo im 17.Jahrhundert, im 19.Jahrhundert machten ihn die Grafen Freschi di Cucanea zu einem Kulturzentrum. Und die Verbindung zum berühmten sienesischen Adelsgeschlecht Piccolomini entstand in der 1.Hälfte des 20.Jahrhunderts, als Gräfin Nicoletta Freschi den Grafen Lorenzo Piccolomini ehelichte. 10 Kinder entstammen dieser Ehe, 8 davon leben noch und sind die heutigen Besitzer des Castello di Cordovado inklusive der zentralen Villa und der Nebengebäude. Contessa Benedetta Piccolomini, ihr Mann Piero und ihre Tochter Orietta führen die Gartenfreunde durch die Villa und den Park (Gisela übersetzt bei der Führung vom Italienischen ins Deutsche). Den Parkgarten hatte Anfang des 19.Jahrhunderts Graf Carlo Sigismondo Freschi anlegen lassen, auf sieben Hügeln (entsprechend den Hügeln Roms), mit vielen verschiedenen Gartenräumen ‚alla italiana‘, aber auch im Stile englischer Parkgärten. Benedetta Piccolomini ist nun diejenige in der Familie, deren Engagement sich besonders auf den Garten konzentriert mit seinen vielen, teil ganz seltenen Rosen. Sie war es auch, die 2015 die Idee hatte, ein Rosenlabyrinth anlegen zu lassen. Auf etwa 900 Quadratmetern ist aus 2000 Damaszener-Rosen dieses Labyrinth entstanden, das zur Zeit der Rosenblüte ein faszinierender Erholungs- und Meditationsraum ist. Auch wenn nun, Ende März, die Rosen noch nicht blühen, zieht die Anlage die Besucher trotzdem in ihren Bann. 

Es geht gegen Mittag, als wir dann mit Karl Plobergers Reisegruppe bei uns in Varmo eintreffen. Als Aperitiv gibt es unseren eigenen Wein zum Probieren, unsere selbstgemachte Feigenmarmelade (mit friulanischem Montasio-Käse) und die bei uns gewachsenen, selbst in Salzlake eingelegten Oliven. Bürgermeister Sergio Michelin, der den Reisebus mit den Gästen zu uns hat kommen sehen, schaut vorbei und begrüßt die Gartenfreunde in seiner Gemeinde. Für Karl Ploberger bringt er extra einen Wimpel mit dem Ortswappen als Andenken mit. Einige der Gartenreisenden waren auch vergangenes Jahr schon dabei, das Ehepaar Schachinger hat uns wunderschöne Fotos vom Besuch vor einem Jahr mitgebracht und Frau Lenzenwöger einen kunstvollen Scherenschnitt von einer Rose. Ein großes Danke dafür! Wir führen durch unseren Garten, wo derzeit zum Beispiel die Wildorange ‚Poncirrus trifoliata‘ ihre hübschen weißen Blüten zeigt, und wir erzählen von unseren Friaul-Büchern, dem zuletzt erschienenen „Friaul für alle Jahreszeiten“ (Verlag Joh.Heyn) und auch dem Mitte April neu erscheinenden „111 Orte in Friaul und Julisch Venetien, die man gesehen haben muss“ (Verlag Emons). Wir haben diverse Pflanzen, wie sie bei uns wachsen, in Töpfchen für unsere Gäste vorbereitet, so können sie ein bisschen friulanisches Grün mit nach Österreich nehmen.
 

Zunächst geht es aber noch auf eine friulanische Jause und eine Weinkost zum Weingut Ferrin ins nahe Camino al Tagliamento. Paolo Ferrin, seine Gattin Fabiola und ihre Tochter Sara umsorgen die Gäste mit Schinken, Salami, Käse und ihren ausgezeichneten Weinen, sodass auch dieser Ausklang der Plobergerschen Gartenreise rundum Genuss und Zufriedenheit auslöst. Die Verabschiedung lautet natürlich: Auf bald im Friaul!!!!

Buchmesse Leipzig 2019 Ein Erfolg für uns und Friaul

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles

Im Österreich-Cafè auf der Leipziger Buchmesse herrscht immer großes Gedränge. Das hat nicht nur mit dem guten Kaffee zu tun, sondern auch mit den österreichischen Autoren, die dort ihre Bücher vorstellen. Dank unseres Verlages Johannes Heyn durften wir dort unser Buch „Friaul für alle Jahreszeiten“ präsentieren, wo auch Erika Pluhar und Eva Rossmann auftraten.

Über Friaul erzählen, im Dialog mit dem kundigen Moderator Roman Kollmann, einige Stückchen aus dem Buch vorlesen – das kam sehr gut an. Immer mehr Zuhörer sammelten sich da im Österreich-Cafè. Ganz wichtig vor diesem Publikum: grundsätzlich diese nordöstlichste Region Italiens zu beschreiben und zu erklären, wo sie liegt. Denn das ist in den mitteldeutschen Landen ziemlich unbekannt. Was wir bei unseren Entdeckungsspaziergängen außerhalb der Messe in diversen Buchhandlungen merkten, denn dort fand sich in den Regalen mit Italien-Büchern kein einziges über Friaul. Also ist in Deutschland da wirklich Pionierarbeit angesagt! Von uns und von den Verlagen, bei denen unsere Friaul-Bücher erscheinen. Susanne Gudowius-Zechner und Fabian Duer vertraten den Johannes-Heyn-Verlag in Leipzig und registrierten nach unserer Präsentation viel Interesse.

Unser Engagement, Reiselustige in Sachen Friaul Julisch Venetien auf den Geschmack zu bringen, hat ab 18.April gleich die nächste Neuigkeit zu bieten: Da gibt es für uns eine wichtige Premiere, die erste Zusammenarbeit mit einem deutschen Verlag: Bei Emons erscheint unser Buch „111 Orte in Friaul und Julisch Venetien, die man gesehen haben muss“. Wir freuen uns sehr, für diese überaus renommmierte Reihe des Emons-Verlages arbeiten zu dürfen. Und stolz konnten wir dem Emons-Verlagschef Hejo Emons auf der Leipziger Buchmesse berichten, dass für Mai und Juni schon mehr als ein Dutzend Lesungen quer durch Österreich fixiert sind und viele noch dazukommen werden. Was ihn und auch die Verantwortliche für die Veranstaltungen Svenja Schulze sehr zu hören freute. Und Hejo Emons hat zugesagt, dass es von diesen „111 Orten….“ auch eine Ausgabe in italienischer Sprache geben wird, die dann in etwa einem Jahr erscheinen soll. Das wird unsere vielen italienischen Freunde begeistern, die uns bis jetzt schon immer gefragt haben, wann eines unserer Bücher auch auf italienisch erhältlich sein wird.

Aber auch für andere interessante Begegnungen und Gespräche bot die Leipziger Buchmesse den Rahmen. Mit Eva Rossmann und ihrem Mann Ernest Hauer erinnerten wir uns daran, als wir alle noch innenpolitische Journalisten waren – vor vielen Jahren. Mit Gerhard Ruiss, dem unermüdlichen Kämpfer in Sachen Urheberrecht, galt es die neuen EU-Urheberrechtsregeln zu bereden. Und weil man als Autor ja immer mit Verlegern über mögliche Projekte der Zukunft reden soll, gab es unter anderem auch ein Treffen mit Lojze Wieser / Wieser Verlag.

An den vier Tagen der Leipziger Buchmesse drängten sich insgesamt an die 300.000 Buch-Fans durch die fünf großen Hallen. Auch viele ganz junge Menschen waren darunter. Und die interessierten sich nicht nur für die Manga- und Comic-Halle (in der wir uns wirklich in einer anderen Welt und fast als ‚alte Knacker‘ fühlten). Allerdings war dort die Dichte der Fans der japanischen Comics, die als „Cosplayer“ per Verkleidung in die Charaktere der Manga-Figuren schlüpfen, besonders groß.

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