Friaul in Klein-Engersdorf bei Wien

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Weinempfehlungen aus Friaul

Ganz nahe bei Wien in Klein-Engersdorf (Gemeinde Bisamberg) haben Harald und Eva Reigl aus einem alten Presshaus ein hübsches Ambiente für Weinfreunde geschaffen: Reigls Cantina Piccola. Dort haben unsere friulanischen Winzerfreunde Roberto Komjanc und seine Frau Raffaella (Azienda Alessio Komjanc) ihre vorzüglichen Weine präsentiert. Wir durften mit unseren Büchern mit dabei sein und den Abend ebenfalls genießen. Ihrem kleinen, niederösterreichischen Weinkeller haben die Reigls den italienischen Namen ‚Cantina piccola‘ (Kleiner Keller) gegeben, weil sie Friaul Julisch Venetien und die dortigen Weine sehr mögen und auch ausschenken, zusätzlich zu den Weinen der Klein-Engersdorfer Gegend. Bei ihren Streifzügen durch Friaul Julisch Venetien und bei den traditionellen Friaul-Weintagen im Wiener Museumsquartier sind Harald und Eva Reigl auch auf das Weingut Alessio Komjanc gestoßen und haben die Vorzüge der Komjanc’schen Weine entdeckt. Diese Vorzüge haben sich auch beim Degustationsabend in der Cantina Piccola sofort wieder präsentiert. Roberto und Raffaella hatten eine schöne Auswahl ihrer Weine mitgebracht: Ribolla Gialla Spumante, Ribolla Gialla als stiller Wein, Friulano, Malvasia, Chardonnay, Pinot Grigio, Sauvignon (alle Jahrgang 2017), den Bratje 2015 (eine Cuveè aus 50% Welschriesling, 25% Chardonnay, 12,5% Tocai und 12,5% Pinot Bianco), sowie einen im großen Holzfass ausgebauten Pinot Nero 2016, Cabernet Franc 2016 und den süßen Picolit 2016 – einer besser als der andere. Jeder der Gäste fand problemlos seine Lieblingsweine. Kein Zweifel, die mit vielen Preisen ausgezeichneten Komjanc-Weine haben wieder viele neue Freunde gefunden. Wir hatten bei diesem Abend auch Gelegenheit, auf unsere Friaul-Bücher hinzuweisen. In unserem zuletzt erschienenen „Friaul für alle Jahreszeiten“ (Verlag Johannes Heyn) haben wir in einem Kapitel ja auch eine Übersicht über die Rebsorten zusammengestellt, die in Friaul Julisch Venetien angebaut werden, die autochtonen, also nur in der Region wachsenden, ebenso wie die internationalen Sorten. Was jedem Freund der dortigen Weine ein guter Leitfaden sein kann, seine Favoriten zu finden.

Krippen-Wochenende in Ebensee

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Das waren unsere Lesungen, Tipps

Krippen von Neapel bis Ebensee – eine ganz breite geografische Palette spannte sich ein Wochenende lang für uns auf. Wir durften erst am Freitag Abend im Museum in Ebensee auf Einladung von Museumsleiter Franz Gillesberger einen Vortrag über die süditalienische Krippenkunst von Neapel halten. Samstag und Sonntag zeigten uns dann Franz Gillesberger und seine Frau Renate viele Beispiele der Ebenseer Krippen. Wie spannend ist es, Parallelen und Unterschiede zu beobachten zwischen den Krippen in Neapel, die ja von Adel und Bürgertum im 18.Jahrhundert zur Blüte gebracht wurden, und jenen in Ebensee, die seit dem 19.Jahrhundert bestimmt sind von ländlicher Schnitzkunst. Was für ein abwechslungsreiches Wochenende! Es war schon unser zweiter Krippen-Vortrag in Ebensee, 2018 konnten wir ja über die Krippen in Friaul referieren. Mehr als 80 Gäste drängten sich im Vortragssaal und waren neugierig auf Neapels Krippen. Die 20 – 35 cm großen Figuren mit den kunstvollen Terrakotta-Köpfen samt Glasaugen, aufwendig bekleidet mit Seidenstoffen, in Szenerien aus Kork, sind ja eine ganz andere Krippenwelt als die eher kleinformatigen, geschnitzten Ebenseer Krippenfiguren, die in realistischen Landschaften aus Moos, Wurzeln, Holz etc.stehen. Also gab’s denn auch viel Staunen unter unseren Zuhörern. Und nach unserem Vortrag viel positives Feedback für uns. Die anschließende Verkostung von Weinen unserer friulanischen Winzerfreunde Ferrin fand auch großen Anklang. Und viele der Gäste freuten sich genauso, wieder ein neues Friaul-Buch von uns („Friaul für alle Jahreszeiten“, Verlag Joh.Heyn) mit nach Hause nehmen zu können. Samstag und Sonntag durften wir dann mit Franz und Renate Gillesberger auf Entdeckungsfahrt gehen und in die Kunst der Krippengestaltung eintauchen, für die die Ebenseer so berühmt sind. Was für wunderbare, liebevoll gebaute Krippenlandschaften wir wieder zu sehen bekamen! Jede einzelne wird mit so viel Engagement und Liebe jedes Jahr neu gebaut! Voller Bewunderung standen wir vor den riesigen Krippen, die – obwohl sich natürlich einzelne Szenen wiederholen – viel Individualität ihrer Erbauer und Besitzer zeigen. Viele verschiedene Schnitzer von Krippenfiguren gab und gibt es in Ebensee. Und gar mancher, der uns mit Stolz seine Krippe zeigte, baut nicht nur Landschaften, um Figuren von den Schnitzmeistern hineinzustellen, sondern übt sich auch selbst im Schnitzen. Die einzelnen Figuren entlocken einem in jedem Fall Bewunderung, doch immer wieder auch ein Schmunzeln, so lebensnah zeigen manche die Vielfalt des täglichen, bäuerlichen Lebens. Die meisten Häuser in den Krippenlandschaften sind echten Häusern in der Gegend nachgebaut. Auch die Altstadt-Zeile von Ebensee findet sich wieder, mit jenem ehemaligen Gasthaus ‚Rosenstüberl‘, das heute das angenehme kleine Hotel ‚Schlafmeile Traunsee‘ ist. Natürlich waren nicht nur wir auf „Kripperl-Roas“ (Krippen-Reise), wie das von Haus zu Haus gehen zum Betrachten der Krippen genannt wird. Viele Menschen nützen ja die Gelegenheit von 25.Dezember bis zum 2.Februar (Lichtmess) Ebenseer Krippen bewundern zu gehen. Ein Prospekt, wo und bei wem man wann „Krippö schau’n“ gehen kann, liegt überall im Ort auf, genauso sind auf der Homepage www.ebensee.com die Informationen zu erhalten. Im Museum sind natürlich auch besonders schöne Krippen aufgebaut – ebenfalls bis zum 2.Februar. Wer will, kann sich auch einer sehr interessanten Führung anvertrauen. www.museumebensee.at Ein Besuch in Ebensee kann natürlich nicht stattfinden, ohne auch ein Auge auf die wunderbaren Glöcklerkappen zu werfen. Sie werden beim Glöcklerlauf am 5.Jänner, der letzten Rauhnacht, getragen. So sollen ja bekanntlich die bösen Rauhnachtgeister vertrieben werden. Ein Brauch, der jedes Jahr tausende Besucher in die Gegend führt. Die riesigen, von innen mit Kerzen beleuchteten Glöcklerkappen werden von Männern viele Kilometer weit laufend auf dem Kopf getragen. Bei Max Höllmoser, der die Glöcklergruppe Alt Kohlstatt in Ebensee führt, sind viele dieser bunten Kunstwerke gelagert und man kann sie dort aus der Nähe bestaunen. Heuer sind übrigens viele Reparaturarbeiten an den ja nur mit buntem Papier bespannten Holzkonstruktionen nötig, denn während des Glöcklerlaufes fiel diesmal jede Menge nasser Schnee und hat die Kappen beschädigt. Unser Wochenendbesuch endete mit einem Abstecher nach Attnang-Puchheim. In der Wallfahrtskirche Maria Puchheim findet sich – man glaubt es kaum – eine alte neapolitanische Krippe. Die Schlossherrin Gräfin von Chambord schenkte im Jahr 1877 diese Krippe den für die Kirche verantwortlichen Redemptoristen. Die Figuren der Krippe, bestimmt zum Teil noch aus dem 18.Jahrhundert, haben höchst qualitätsvoll geformte Terrakottaköpfe. Doch die Bekleidung der Figuren wurde leider 1988 großteils mit ganz modernen Stoffen erneuert. So ging der historische Reiz der Krippe verloren. Schade! Aber es hat sich trotzdem mit unserem Besuch bei dieser neapolitanischen Krippe der Erlebniskreis dieses Wochenendes hervorragend geschlossen! Ein großes Danke an Franz und Renate Gillesberger!!!