Wien: Großer Andrang
beim Friauler Weintag

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Weinempfehlungen aus Friaul

Geradezu gestürmt wurde der diesjährige Tag des Friauler Weines im Wiener Museumsquartier. 27 Winzer aus Friaul Julisch Venetien sowie einige Aussteller anderer Produkte der Region kamen zu der von Wolfgang Obermaier organisierten Veranstaltung und wir konnten unsere Friaul-Bücher präsentieren. Wie immer eine ganz tolle Veranstaltung! Schließt man vom Gedränge in der Ovalhalle des Museumsquartiers, dann steigt von Jahr zu Jahr die Beliebtheit des Friaul-Wein-Tages. Und es ist wohl auch ein Indiz dafür, wie gerne viele Wiener in diese nordöstlichste Region Italiens fahren und wie gerne sie sich mit der dortigen Enogastronomie beschäftigen. Und weil es Wolfgang Obermaier immer wieder gelingt, neue Winzer nach Wien zu holen, birgt die Veranstaltung stets erfreuliche Überraschungen. Bekannte Winzergrößen wie die Weingüter Komjanc Alessio /San Floriano del Collio, Zorzettig / Cividale, Colli di Poiannis/Prepotto, Grillo/Prepotto, Vigna Petrussa/Prepotto, Valerio Marinig/Prepotto, Stroppolattini/Cividale, Castello Santanna/Cividale, Foffani/Trivignano Udinese, Parovel/San Dorligo della Valle oder I Magredi/San Giorgio della Richinvelda, um nur einige zu nennen, überzeugten erwartungsgemäß mit ihren Weinen. Doch auch weniger bekannte Produzenten wie zum Beispiel Elisabetta Bracco / Cormons oder Mitja Miklus und Martina Stakul von der Azienda Draga-Miklus / San Floriano del Collio konnten durchaus Freunde gewinnen. Feine Ergänzungen boten der Prosciutto-Produzent La Glacere / San Daniele del Friuli, die Distilleria Aquileia / Aquileia und die Balsameria Midolini / Manzano. Außerdem mit dabei der Koch und Kochbuch-Autor Gerd Wolfgang Sievers, der am Wiener Vorgartenmarkt auch ein sehr Italien-orientiertes Delikatessengeschäft betreibt. Und dass in diesem Ambiente unsere Friaul-Bücher, besonders das jüngste „Friaul für alle Jahreszeiten“ auf viel Interesse stießen, war eine überaus erfreuliche Abrundung. Organisator Wolfgang Obermaier, vor den Vorhang!

Trüffel-Fest in Muzzana

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Küche

Die Einheimischen wissen es, sonst aber wenige: In Muzzana del Turgnano, mitten im friulanischen Küstengebiet nahe Marano Lagunare, nur vier Kilometer vom Meer entfernt, wachsen weiße Trüffel (Tuber magnum pico). Immer Ende November findet deshalb auch ein Trüffel-Fest statt, auf friulanisch ‚Trìfule in Fieste‘. Heute wurde es eröffnet. Wir waren dabei und haben Duft und Geschmack dieser phantastischen Knolle genossen!

Die Vereinigung ‚Muzzana Amatori Tartufi’ pflegt das Wissen um den kostbaren Pilz, der etwas südlich des Ortszentrums in einem Wald zu finden ist. Dieser ‚Silva lupanica‘ ist ein Rest jenes Urwalds, der sich in der Antike über große Teile der friulanischen Ebene erstreckte, vom Fluss Livenza im Westen bis zum Isonzo im Osten. Davon ist, vor allem wegen der Abholzungen des 19.und 20.Jahrhunderts, wenig übriggeblieben, gerade einmal diese 300 Hektar Laubwald hier bei Muzzana. Der größere Teil mit 163 Hektar heißt ‚Bosco Baredi / Selva di Arvonchi’ und ist öffentlich zugänglich. Der zweite, ‚Coda di Manin’ genannt, ist in Privatbesitz. In beiden Wäldern wachsen Eichen, Hainbuchen, Ahorn, Eschen, Ulmen, Erlen, auch ein paar wilde Apfel- und Kirschbäume. Und es wachsen dort auch Trüffel. Nur die Bewohner von Muzzana dürfen im Selva di Arvonchi auf die Suche danach gehen, begleitet von Trüffelhunden der Rasse Lagotto Romagnolo, ‚Wasserhund der Romagna‘.

Zum Trüffel-Fest konnten die Präsidentin der ‚Muzzana Amatori Tartufi‘ Anna Maria Viola und Vizepräsident Giovanni Del Giuglio viele Trüffelfreunde begrüßen. Doch auch die Consiglieri Regionali (Landtagsabgeordnete) Mauro Bordin und Franco Iacop sowie der Vizebürgermeister von Muzzana Massimiliano Paravano nahmen an der Eröffnung teil.

Dass sich daran auch ein feines Trüffel-Essen in dem großen Festzelt anschloss, ist logisch und sehr genussvoll: Frische weiße Trüffel über Polenta gerieben und auch über Tagliatelle, dann noch ein Tartar mit Trüffel-Creme schmeicheln dem Gaumen außerordentlich. Die Stände entlang der Straßen des Ortszentrums erfreuen sich ebenso regen Zuspruchs, sowohl die mit Trüffelprodukten aus anderen Trüffelgegenden Italiens wie den Marken, Umbrien und der Toskana, aber auch jene mit verschiedensten regionalen Erzeugnissen wie zum Beispiel mit Honig aus Muzzana, Käse aus Karnien, Pitina und anderen Fleischspezialitäten aus Spilimbergo, eingelegten Zwiebeln aus Cavasso Nuovo oder Olivello Spinoso/Sanddorn-Marmeladen aus Mortegliano. Das Fest ist auch noch Sonntag, 25.11. zu besuchen, dann heißt es wieder warten auf die Trüffelsaison 2019.