Herbstbesuch in Varmo und Umgebung

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Lokal-Empfehlungen in Friaul, Weinempfehlungen aus Friaul

Das Allerheiligenwochenende ist wieder einmal Gelegenheit für viele Österreicher einen Abstecher ins Friaul zu machen. Auch bei uns in Varmo begrüßen wir bei strahlendem Wetter nette Gäste: Peter Liehmann aus Braunau am Inn mit einer kleinen Gruppe von Oberösterreichern. Einen Tag lang haben wir sie herumgeführt und ihnen einige Highlights der Gegend gezeigt.

Schon als wir im vergangenen Frühjahr zu einer Friaul-Lesung in Peter Liehmanns „kost.bar“, der schönen Vinothek in Braunau, eingeladen waren, bestand kein Zweifel: Hier gibt es viele Menschen, die an den Schönheiten des Friaul sehr interessiert sind. Dieser Eindruck hat sich auch beim Besuch Liehmanns mit seiner Gruppe in Varmo wieder bestätigt. Ein Vormittags-Spumante (vom Weingut Paolo Ferrin) bei strahlender Sonne in unserem Garten bietet sich als Auftakt für solch einen Tag natürlich an. Der Weingarten mit seinen inzwischen leuchtend gelben Blättern, der Gemüsegarten, in dem noch Melanzani und Paprika zu finden sind, derlei erfreut die Sinne.

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Der nächste Programmpunkt führt uns in eine friulanische Tradition, zur Mühle „Di Bert“ von Umberto und Cristian Zoratto am Ortsrand von Codroipo, die es seit dem 18.Jahrhundert gibt. Cristian zeigt, wie behutsam mit alten Maschinen aus biologischem Getreide und ebensolchem Mais Mehl gemahlen wird. Die Mühlsteine drehen viel langsamer als bei modernen Mühlen, so wird das Mahlgut nicht erwärmt und behält Nährstoffe und Geschmack. Aber die Zorattos haben eine weitere Besonderheit zu bieten: Hier ist der letzte Ort im Friaul, wo noch der „Stoccafisso“, also der getrocknete Kabeljau, mit einem schweren mechanischen Holzhammer auf Granitstein geschlagen wird. So wird der trockene Stockfisch weich und läßt sich zu viel zarteren Speisen, dem berühmten „baccalà“, verarbeiten als der „Supermarkt-Stockfisch“, der unter Hochdruck gepresst wird. Nach Cristians interessanter Führung durch den Betrieb, den er mit seinem Vater Umberto führt, wird von den Gästen noch das berühmt geschmackvolle Mehl eingekauft.

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Weiter geht es zu einer anderen Mühle, nämlich der in Glaunicco / Camino al Tagliamento. Diese Mühle am Flüsschen Varmo ist ja in den 1980er Jahren von der Familie Del Negro zum Ristorante „Al Molino“ umgebaut worden und erfreut seither konstant die Gaumen von Einheimischen und ausländischen Gästen. Nach einem Glas Prosecco im Garten wird drinnen an einem wunderschön vorbereiteten Tisch geschwelgt. Chefin Elda Del Negro hat selbst das Tischgesteck gemacht! In der Küche werkt Schwiegersohn Daniele. Ein zarter Tortino aus Karfiol mit Kürbiscreme, danach Maltagliati (Nudeln) mit Wildsugo, der Hauswein von der Kooperative Delizia in Casarsa – das steigert die Zufriedenheit weiter. Eldas Töchter Romina und Moira haben viel Zeit darauf verwendet, im ersten Stock alles für eine Hochzeit vorzubereiten. Das „Al Molino“ ist ja weitum bekannt für wunderbare Hochzeitsfeiern.

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Wohlgesättigt peilen wir die nächste Station an: Besuch im Weingut „Vigneti Pittaro“, dem 75-Hektar-Betrieb des Pietro Pittaro, eines Grandseigneurs der friulanischen Weinwelt. Wir werden schon erwartet und ein kundiger Führer begleitet die Gruppe erst einmal durch das fantastische Glas- und Weinmuseum. Es ist das eindrucksvolle Ergebnis von 60 Jahren Sammeltätigkeit des Pietro Pittaro. Gläser, Flaschen und alles, was zur Weinproduktion gehört aus vielen Jahrhunderten hat er zusammengetragen. Unglaublich, welche Vielfalt in diesem Museum zu bewundern ist. Die Cantina, also die Weinproduktionsstätte inclusive Barrique-Keller und Halle für die Stahltanks, ist ebenfalls beeindruckend.

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Und die anschließende Weinverkostung läßt die Herzen der oberösterreichischen Weinfreunde höher schlagen: Pittaros Spumante-Varianten, alle in klassischer Champagner-Methode erzeugt, sind Spitzenklasse, der Friulano und der Merlot Agresto überzeugen auch und als süße Besonderheit sticht noch der „Valzer in rosa“ aus Moscato-rosa-Trauben hervor. Einiges an Flaschen wird erworben. Dann ist Zeit, uns von der Gruppe zu verabschieden. Wir haben einen schönen, typischen Tag im Friaul mit einander verbracht. Auf bald!

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Giselas Geburtstagsfest bei Ferrin

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Weinempfehlungen aus Friaul

Was für ein Ferragosto! Ein 15.August mit einem Super-Geburtstagsfest für Gisela! Ort des Geschehens: Das Weingut Ferrin in Camino al Tagliamento / Friaul. 80 Gäste sind gekommen: 40 Freunde aus Österreich und 40 friulanische Freunde. Ein großartiger Nachmittag und Abend!!!

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Fabiola und Paolo Ferrin sind es gewohnt, Feste auszurichten. Aber diesmal haben sie sich selbst übertroffen. Wunderschön hergerichtete Tische gleich beim Weingarten, ein tolles Buffet, die köstlichen Ferrin-Weine – von der ersten Sekunde an herrscht großartige Stimmung. Dazu trägt auch die Porchetta, das Spanferkel, von Valentino Zanin bei, sowie der frische Mozzarella, den Dario Liani an Ort und Stelle erzeugt, und ebenso der eingelegte Spargel und anderes Gemüse von Gianluigi und Annamaria Marsoni.

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Geburtstagskind Gisela ist gerührt, wieviele gekommen sind. Auch Schwester Annelie ist aus Böblingen bei Stuttgart ist angereist, sowie Franz’ Schwester Barbara mit Mann Herbert, Franz’ Neffe Peter mit Freundin Nicole. Einige der vielen Freunde aus Österreich seien hier genannt: Valentin & Elisabeth Oman, Georg Glasner & Gabriele Unterlerchner, Uschi Loigge & Horst Ogris, Hubert, Herma & Maria Slama, Bettina Roither-Epp & Helmut Epp, Robert Stoppacher & Bettina, Dagmar Krenmayr & Federico, Erich & Gabi Hempfling, Christa & Peter Henke, Walter & Marianne Trunk, Michael Menzel & Uli. Die zwei Holländer mit Zweitwohnsitz in Pertegada Ad Smets und Sjaak Verweij haben Schwester & Mann zum Feiern mitgebracht.

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Aber unser Bürgermeister von Varmo Sergio Michelin kann auch Wolfgang und Carina Buchner begrüßen, die er vor zwei Jahren ja in Varmo verheiratet hat. Weitere Ex-ORF-Kollegen: Gerhard & Elisabeth Vogl, Gerhard und Maxi Hörr, Mariella Enayat.

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Styriabooks-Chefin Gerda Schaffelhofer mit Styria-Kärnten-Repräsentantin Nicole Richter ist auch mit dabei und lernt bei dieser Gelegenheit die Fotografin Mayda Mason aus Latisana kennen, die ja für unser „Friaul-Kochbuch“ die meisten Speisenfotos gemacht hat.

Mit uns feiern auch viele friulanische Freunde: Daniela & Rosano sowie Clivia & Giorgio, Samara mit Ivan und ihren drei Söhnen Samuele, Matteo und Tommaso (Franz’ Patenkind), Samanta (wie Samara eine Tochter von Daniela & Rosano), Ivans Eltern Malia & Vanni, der wieder einmal mit seiner Ziehharmonika die Stimmung weiter steigert. Unsere Winzerfreunde Roberto und Raffaella Komjanc sind da, und ihr Sohn Mosè erfüllt Gisela einen Wunsch: er spielt auf der Trompete. Aber nicht nur das, auch ein Gisela gewidmetes Gedicht trägt er vor, inklusive nachgebasteltem ORF-Mikrofon. Er bekommt zurecht für seinen Auftritt viel Applaus! Nachdem auch Wolfgang Buchner einen Text auf italienisch vorgetragen hat – natürlich auch mit Applaus bedacht – gibt es für Gisela noch eine offizielle Gratulation vom Bürgermeister Michelin. Federica Ravizza, Malerin und Schriftstellerin, ist mit ihrem Mann Dodo Errante Parrino gekommen und hat ein Bild für Gisela gemalt. Ebenso sind dabei Franca Maldini, die Witwe des berühmten friulanischen Schriftstellers Sergio Maldini, sowie Marco Di Blas, der Österreich-Korrespondent der Tageszeitung Messaggero. Vom anderen Ende Friauls stoßen zum Fest Marco Grassi / Trattoria Da Mario / Prepotto sowie die Winzer Hilde Petrussa mit ihrem Mann und Paolo Rodaro mit seiner Lara. Corrado Liani, in dessen B&B in Camino einige Gäste übernachten, ist genauso mit von der Partie wie Graziella und Bepo Danussi und unsere Nachbarn in Varmo Adriana Teghil & Ezio sowie Luciano De Giusti. Und so wird gesungen, geschmaust, geplaudert, die Ferrin-Weine werden genossen. Die Kinder spielen rundum und lassen sich mit viel Spaß anblasen von dem riesigen Ventilator, den Paolo Ferrin zwecks Erzeugung von ein bisschen Wind zur Linderung der Schwüle aufgestellt hat.

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Am Abend dann wird das Leben noch süßer: Gerda Schaffelhofer hat eine riesige Geburtstagstorte mitgebracht, mit einem Portrait von Gisela drauf. Das Geburtstagskind darf die Torte nun anschneiden und alle probieren! Köstlich! Am Ende sind alle begeistert bei einem fantastischen, stimmungsvollen, fröhlichen, friulanischen Fest dabeigewesen zu sein.

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Genau so sollen Geburtstagsfeiern sein, genau so! Danke an alle, die das möglich gemacht haben und die dabei waren! Esattamente così devono essere feste di compleanno, esattamente così! Grazie mille a tutti che hanno fatto possibile questa festa meravigliosa e che hanno partecipato!

Tipp: Sauvignon & Due Donne von Grillo

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Weinempfehlungen aus Friaul

„Anna, deine zwei Sauvignon-Weine sind einfach super!“ Jedes Mal, wenn wir uns Anna Muzzolinis feine Tropfen genehmigen, möchten wir ihr großes Lob zurufen. Seit 1999 führt sie das Weingut Iole Grillo in Prepotto bei Cividale / Friaul , das ihr Vater Sergio Muzzolini aufgebaut hat. Weil er Namensverwechslungen mit einem unerfreulichen Zeitgenossen der italienischen Geschichte vermeiden wollte, nannte er das Weingut nach seiner Frau Iole Grillo.

Natürlich sind auch Anna Muzzolinis andere Weine absolut genussvoll zu trinken, aber unsere weißen Favoriten sind im Moment der klassische Sauvignon 2014 und der Sauvignon 2013 „IL“, der 10 Monate im 500-Liter-Holzfass reift. Beide sind im Geschmack auf der grasigen Seite angesiedelt, der klassische frisch mit zarten Noten von Paprika und Salbei, der „IL“ noch fruchtiger, mit kräftigerer Struktur, ohne jedoch die „grüne“ Charakteristik zu verlieren, die Sauvignon-Liebhaber wie wir so schätzen.

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Vergangenes Jahr hat uns Anna erstmals auch ihre rote Spezialität zu kosten gegeben. Wir mochten ihn auf Anhieb, den roten „Due Donne“. Er ist das Produkt einer Zusammenarbeit von Anna und ihrer toskanischen Freundin Susanna Grassi von der Azienda I Fabbri. 50% Sangiovese grosso di Lamole aus dem Herzen des Chianti verbinden sich mit 50% Schioppettino di Prepotto zu einer gehaltvollen Cuveè. Beide autochtone Rebsorten mit großem Körper, die toskanische ebenso wie die friulanische, reifen erst getrennt 18 Monate und dann noch gemeinsam weitere 6 Monate in großen Holzfässern. Das Ergebnis, also der „Due Donne“, ist von Harmonie zwischen Frische und Tanninen geprägt und erfreut nicht nur uns mit elegantem Aroma von roten Früchten. Complimenti!

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Azienda agricola Grillo Iole

Via Albana 60 33040 Prepotto (Ud)

Tel.: +39 0432 713201

Email: info@vinigrillo.it
www.vinigrillo.it

Azienda agricola „I Fabbri“

Via Casole 52 Località Lamole 50022 Greve in Chianti (Fi)

Tel.: +39 339 4122622

Email: info@agricolaifabbri.it
www.agricolaifabbri.it

Paolo Rodaros Spumante rosè 2012 ist da!

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Friaul-Tagebuch, Küche, Weinempfehlungen aus Friaul

Pinot Nero-Trauben des Jahrgangs 2012, gewachsen auf den Hügeln von Spessa bei Cividale, von Hand gelesen, vinifiziert, dann mit Champagnermethode 24 Monate weiter in der Flasche vergoren…..und nun zu Beginn der Karwoche degorgiert – das ist Paolo Rodaros Spumante Metodo Classico Millesimato Rosè Pas Dosè! Es ist erst der zweite Jahrgang dieses Spumante, der auf den Markt kommt.

Rodaro und seine Lara Boldarino haben uns wie viele Freunde, Kunden und Winzerkollegen eingeladen, um beim Degorgieren dabei zu sein. Gegen 11 Uhr ist die Azienda Rodaro deshalb schon ordentlich bevölkert. Zum Einstand werden die Friulano-Jahrgänge 2014, 2013 und 2012 verkostet. Paolo und Lara begrüßen uns herzlich.

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In Gruppen werden die Gäste nun in die Kellerei geführt, wo degorgiert wird. Für Einsteiger: degorgieren heißt, dass der Hefepropfen in den Flaschen, in denen der Spumante vergoren wurde, entfernt wird. Dazu werden die Flaschen kopfüber in ein Kältebad mit etwa -20 Grad getaucht, dann wird der Kronkorken geöffnet und der Hefe-Eis-Pfopf schießt durch den Druck in der Flasche heraus. Jetzt kommt der Korken rein, der Drahtbügel drüber, fertig! Diese Prozedur bekommen wir vorgeführt, sie wird hier maschinell gemacht. Dazu hat Rodaro Top-Profis aus der berühmten Spumante-Gegend Franciacorta kommen lassen, die mit Maschine und Mannschaft vielen Spumante-Erzeugern zur Hand gehen. Bei seinem Spumante Rosè darf schließlich nichts schiefgehen.

2400 Flaschen vom Rosè pas Dosè und 800 Magnums werden degorgiert und fertig gestellt. Spannend zuzusehen, wie jeder Handgriff sitzt, ist das nicht nur für uns, sondern auch für viele Winzerkollegen Paolos, die er herumführt. Etwa Franco Toros aus dem nahen Cormons.

Wir plaudern gleich auch ein bisschen mit Giovanni Dri, dem für seinen Ramandolo bekannten Weinmacher. Er erzählt, was er an seiner Süßwein-produktion verändert, das macht uns neugierig auf einen nächsten Besuch auch bei ihm.

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Paolo Rodaros Gäste sind natürlich nicht nur zum Zuschauen eingeladen, verkostet wird natürlich auch. Dazu geht es nun auf den nahen Hügel, wo die Villa Romano steht, die Paolo vor vielen Jahren erworben hat und wo er und Lara wohnen. In und um die Villa ist alles für ein großes Fest vorbereitet. Ein paar Worte zu den Gästen, dann öffnet Paolo die erste Flasche seines neuen Spumante rosè. Salute! Alle kosten und wir haben niemanden getroffen, der nicht sehr angetan war. Ein wirklich feines Produkt.

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Das finden nicht nur wir, sondern viele wichtige Repräsentanten der Weinwelt Friauls. Zwei Beispiele: Claudio Fabbro, einer der renommiertesten Weinjournalisten, ist ebenso da wie der bekannte Önologe Gianni Menotti, der vielen Winzern mit seinem Rat zu noch höherer Qualität ihrer Weine verhilft. Und weil natürlich kein ordentliches friulanisches Fest ohne Essen und Musik möglich ist, werden hier nun Köstlichkeiten von Schinken über Käse bis Bohnensuppe gereicht und ein unterhaltsames Duo spielt mit friulanischen Liedern auf. Ein Event zum rundum Wohlfühlen. Auguri, Glückwünsche, an Paolo Rodaro für seinen neuen Spumante Rosè!

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