Krippen-Wochenende in Ebensee

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Das waren unsere Lesungen, Tipps

Krippen von Neapel bis Ebensee – eine ganz breite geografische Palette spannte sich ein Wochenende lang für uns auf. Wir durften erst am Freitag Abend im Museum in Ebensee auf Einladung von Museumsleiter Franz Gillesberger einen Vortrag über die süditalienische Krippenkunst von Neapel halten. Samstag und Sonntag zeigten uns dann Franz Gillesberger und seine Frau Renate viele Beispiele der Ebenseer Krippen. Wie spannend ist es, Parallelen und Unterschiede zu beobachten zwischen den Krippen in Neapel, die ja von Adel und Bürgertum im 18.Jahrhundert zur Blüte gebracht wurden, und jenen in Ebensee, die seit dem 19.Jahrhundert bestimmt sind von ländlicher Schnitzkunst. Was für ein abwechslungsreiches Wochenende!



 

 

 

 

Villenträume – Traumvillen
Entdeckungen südlich von Udine

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Tipps

Es ist bekannt, dass es in Friaul Julisch Venetien sehr viele prächtige Villen gibt. Einige davon stehen in der Aufmerksamkeit etwas im Schatten. Zu unrecht! Wir haben südlich von Udine die Villen Elodia, Gorgo und Iachia besucht.

Die Villa Elodia in Trivignano Udinese ist ein wunderbares Beispiel der ‚Ville Venete’, wie sie im 18.Jahrhundert beim Adel modern waren. Heute ist sie im Besitz der Familie Orgnani. Was diese Villa von anderen unterscheidet, ist der edle Empfangssalon im 1.Stock, ganz im Stil des Klassizismus, wie er sich im Spätbarock in Anlehnung an Andrea Palladio (1508 – 1580), den wohl wichtigsten Architekten des 16.Jahrhunderts in Oberitalien, entwickelte. Die Säulen, der Terrazzoboden und in der Mitte eine Marmorstatue aus der Werkstatt des Bildhauers Antonio Canova (1757-1822) – all das macht den Raum zu einem überaus eleganten Salon. Der Garten der Villa ist als englischer Park gestaltet und lädt mit seinen Wegen und kleinen Wasserläufen zum romantischen Spaziergängen ein. Kein Wunder, dass die Villa gerne für Hochzeiten genutzt wird!

Von Trivignano in Richtung Süden, am Weg zur Villa Gorgo in San Vito al Torre, führt die Strada Triestina vorbei an einem rosa Gebäude. ‚Albergo Dogana Vecchia’ steht darauf zu lesen, eine Zollstation aus den Zeiten der Monarchie. Denn hier war tatsächlich bis 1918 die alte Grenze zwischen dem Königreich Italien und dem von den Habsburgern verwalteten Gebiet Gorizia und Trieste. Ein Grenzstein ist erhalten, ergänzt mit einer neuen Steintafel, auf der zu lesen steht: Einst hat ein Stein uns getrennt, heute vereint uns die Freundschaft.

Die Villa Gorgo in dem nur wenige Kilometer weiter südlich liegenden Ort San Vito al Torre war einst eine Poststation, die erste oder die letzte auf dem Territorium der Monarchie, je nachdem aus welcher Richtung man es betrachtet. Deshalb ist neben der Villa auch eine ‚Scuderia’, ein Pferdestall, erhalten, mit eleganten Fresken auf der Fassade. Nachgewiesenermaßen haben hier Papst Pius VI., Kaiser Josef II. und auch Kaiser Franz Josef I. Station gemacht. Übrigens: geheiratet werden kann auch hier. Ihre Villen für Veranstaltungen zu öffnen ist für viele Besitzer eine Möglichkeit die Erhaltung der Bauten zu finanzieren.

Das gilt auch für die Villa Iachia in Ruda, einem kleinen Ort noch ein Stück weiter südlich. Zu diesem historischen Ambiente mit Gebäuden aus dem 18.Jahrhundert gehört ein riesiger, wunderbar gepflegter Park mit uralten Bäumen. Mit seinen 14 Hektar ist er der größte private Park des Friaul. Er wird durchzogen von einem 300 Meter langen, geraden Weg, auf dem zu besonderen Anlässen auch Fahrten mit der Kutsche locken. In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts hatte die Familie Iachia hier auch mit einem großen Landwirtschaftsbetrieb begonnen, heute sind aus etlichen ehemaligen Wirtschaftgebäuden edle Ferienunterkünfte geworden.

Villa Elodia, Via Roma 74, 33050 Triignano Udinese, Tel.: +39 338 7578606, Email: info@villaelodia.it, www.villaelodia.it

Villa Gorgo, Via Julia 30, 33050 San Vito al Torre, Tel.: +39 0432 998245, Email: villagorgo@villagorgo.com, www.villagorgo.com

Villa Iachia, Via Aquileia 2, 33050 Ruda, Tel.: +39 0431 99250, Email: info@villaiachia.it, www.villaiachia.it

Friaul: ‚Musica in Villa’
Spass am Sommerabend

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Tipps

Nach der Hitze des Tages abends Festspiele im Kleinen: 15 Gemeinden der friulanischen Ebene veranstalten gemeinsam das Kulturprojekt ‚Musica in Villa’ mit 16 Sommerkonzerten von Klassik bis Jazz. In Canussio di Varmo zum Beispiel wurden Teile aus Gian Battista Pergolesis Oper ‚La serva padrona’ zu einem höchst unterhaltsamen, modernisierten Bühnengeschehen zusammengefügt.

Ort des Geschehens war die Villa Beltrame, ein stilvoller Rahmen für ‚Musica in Villa’. Stilvoll schon die Begrüßung durch Francesca Scaini (einer über ihre Heimat Friaul hinaus bekannte Sopranistin, die an diesem Abend allerdings nicht als Sängerin, sondern als Regisseurin fungierte) und durch die Kulturassessorin von Varmo Michela De Candido und Gemeinderätin Lisa Pestrin. Das kleine Orchester ‚Ensemble Serenissima’ unter der Leitung von Mario Zanette, die Sänger Stefania Cerruti und Giorgio de Fornasari sowie der Schauspieler Federico Scridel brauchten nicht lange, um mit Pergolesis Musik und den in die Gegenwart geholten Szenen das Publikum zu amüsieren.

Der Bürgermeister von Varmo Sergio Michelin freute sich über den gelungenen Abend genauso wie die vielen anderen Gäste. Komödiantische Präsenz und musikalisches Können rund um das ewig spannende Thema ‚Mann und Frau’ mündeten in viel Applaus. Und in großem Dank an Hausherrn Claudio Beltrame, der den überaus gut besuchten Abend möglich gemacht hatte und nach der Aufführung auch Erfrischungen anbot.

Acht Konzerttermine in verschiedenen Villen, Parks und Kirchen gibt es noch. Sie sind zu finden auf

https://www.picmediofriuli.it/files/Comunicato%20Stampa%20MUSICA%20IN%20VILLA%202017.pdf

Camino al Tagliamento:
Oman-Ausstellung bei Ferrin

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Friaul-Tagebuch, Tipps

Der erste sommerliche Abend in diesem Jahr! Welch ein großartiger Rahmen für die Eröffnung der Oman-Ausstellung im Weingut Ferrin in Camino al Tagliamento! Valentin Oman und seine Gattin Elisabeth sind natürlich persönlich ins Friaul gekommen. Viele Kunstinteressierte und Journalisten konnten Omans Bilder und den festlichen Rahmen genießen.

Als Vertreter der örtlichen Politik begrüßten Fabiola und Paolo Ferrin den Vizebürgermeister von Cordoipo Ezio Bozzini, die Kultur-Assessorin von Camino Cristina Pilutti und die Kultur-Assessorin von Varmo Michela De Candido.

a1 a2 a4 a3 a7 a8

„Ecce Homo“ heißt die Schau, ganz entsprechend dem großen Thema, das Valentin Oman seit je in den Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit stellt: Den Menschen, auf der Suche nach sich selbst, zerrissen zwischen Fragilität und Kraft, zwischen Schönheit und Bedrohung. Oman läßt schematisierte Figuren entstehen, die nicht zu unterscheiden scheinen zwischen innen und außen, die sich aufzulösen scheinen und trotzdem blockhaft wirken. Rationalität und zugleich Emotionalität transportieren sich auch durch intensive Farbe, bei den Bildern der Ferrin-Ausstellung zum Beispiel durch leuchtendes Rot.

a0 a6 a5 a18 a19 a20

Eine Menge interessierter Fragen zu seiner künstlerischen Arbeit wurden von Valentin Oman beantwortet. Unter den Ausstellungsbesuchern auch Journalisten, aus dem Friaul und auch aus Kärnten: Der Kulturredakteur der Kleinen Zeitung Erwin Hirtenfelder, das Medien-Ehepaar Iris und Andreas Lanner aus Hermagor, der Österreich-Korrespondent der friulanischen Tageszeitung Messaggero Marco Di Blas, der Chefredakteur und Herausgeber der Zeitschrift La Panarie Vittorio Zanon. Die beiden holländischen PR-Experten Ad Smets und Szaak Verweij, die ja in Pertegada bei Latisana einen Zweitwohnsitz haben, werden in ihrem Blog ihren Landsleuten in den Niederlanden zweifellos auch den Künstler Oman näherbringen.

a12 a14 a10 a13 a21 a22

Und wie es bei Ferrin der Brauch ist, münden Kulturveranstaltungen immer in ein wunderbares Fest, mit den allseits geschätzten Ferrin-Weinen. Doch natürlich war auch für die hungrigen gesorgt, mit gegrillter Truthahnbrust ebenso wie einer köstlichen Pancetta. Und weil es bis in den späten Abend im Freien wunderbar warm war, konnten alle zusätzlich den Vollmond genießen.

a15 a24 a25 a26 a27 a28 a17 a29 a30