Friaul in Kötschach-Mauthen:
Netzwerken für Alpe-Adria

Geschrieben von Franz Hlavac. Geposted in Aktuelles, Das waren unsere Lesungen

Sie sind weit über Kärnten hinaus bekannt für ihr Engagement im Alpe-Adria-Raum: Iris und Andreas Lanner, die Herausgeber des Magazins „Meine Freizeit“, haben in Kötschach-Mauthen wieder einmal einen erfolgreichen Abend organisiert, bei dem wir unser Buch „Friaul für alle Jahreszeiten“ vorstellen durften. Mit dabei war das friulanische Winzerehepaar Paolo und Fabiola Ferrin aus Camino al Tagliamento / Friaul sowie Peter Burian, der auf seinem Weingut Col di Stella bei Vittorio Veneto feinen Prosecco erzeugt. Ort der genussreichen Handlung war das Hotel Restaurant Erlenhof der Familie Guggenberger.

Zahlreich vertreten waren Mitglieder der regionalen Lions-, Rotary- und Soroptimisten-Clubs, die sich einerseits engagieren, um die Unwetter-Opfer des Gailtals finanziell zu unterstützen, die aber andererseits auch vielfältige Kontakte in die Nachbarregionen Friaul und Venetien pflegen. Bei ihnen stieß unser Buch auf viel Interesse, weil darin – wie wir gesagt bekamen – Kultur- Natur und Enogastronomie gleichermaßen ihren wohlrecherchierten, Interesse weckenden Platz haben.

Neben diesen unseren friulanischen ‚Text-Delikatessen‘ sorgten auch einige Produzenten aus dem Gailtal für reiche Genüsse: Etwa die ausgezeichneten Brote und Kräcker vom „Slow Food Stiefelbäck“ Matitz, die Fisch-Vorspeisen vom „Fischrat Karl Zankl“, die Nudelgerichte des Erlenhof-Hausherrn Franz Guggenberger, das Dessertbuffet von Konditormeister Erich Semmelrock, das Bier der Biermanufaktur Loncium und die Edelbrände von Harald Kristler aus dem Lesachtal. Und sowohl die Ferrins mit ihren friulanischen Weinen als auch Peter Burian mit seinen venetischen Prosecco-Varianten haben viele neue Freunde gefunden. Und der frisch gefallene Gailtaler Schnee durfte das Seine zur Kühlung der Weine beitragen. So wurde eine Menge von der Vielfalt sichtbar, die die Alpe-Adria-Region zu bieten hat.

Damit aber nicht genug der Lanner’schen Aktivitäten: Die ‚Meine Freizeit‘-Herausgeber hatten am Tag danach auch eine Diskussionsrunde zum Thema „Tourismusfaktor Kulinarik – regionale Produkte aus Kärnten und Slow Food als Erfolgsgarantie“ in den Warmbaderhof in Warmbad Villach geladen. Da durften wir kulinarischen Erfahrungen aus dem Friaul, die sich ja auch in unserem Buch finden, in eine Expertenrunde einbringen. Es diskutierten auch der Kärntner Agrar-Landesrat Martin Gruber, der Geschäftsführer der Tourismusregion Villach Georg Overs, der auf Ernährungsfragen spezialisierte Präventivmediziner Dr.Georg Lexer, Landwirtschaftskammer Vizepräsident und Geschäftsführer der Bäuerlichen Direktvermarkter Anton Heritzer, der Sous Chef des Warmbaderhofes, der Obmann der Kärntner Wirtshauskultur Ludwig Graber und der Naturpark-Manager Mag. Robert Heuberger. Die inhaltlichen Schwerpunkte dieser Diskussion, aber auch ein Bericht vom Alpe-Adria-Abend mit unserer Buchpräsentation in Kötschach-Mauthen werden in der nächsten Ausgabe des Magazins „Meine Freizeit“ nachzulesen sein.

Friaul in Bayreuth: Schon
Richard Wagner liebte Italien

Geschrieben von Gisela & Franz. Geposted in Aktuelles, Das waren unsere Lesungen, Menschen

Etwa 700 km trennen Friaul Julisch Venetien von Bayreuth, der Richard-Wagner-Stadt mit den berühmten Festspielen im nordbayrischen Franken. Doch auch dort finden sich Fans unserer friulanischen „Zweitheimat“ …. und solche, die es werden wollen. Die Deutsch-italienische Gesellschaft hatte uns eingeladen, Friaul und unser Buch „Friaul für alle Jahreszeiten“ zu präsentieren. Gerne sind wir nach Bayreuth gefahren und sind gleich mehrfach beim ersten Stadtrundgang Statuen von Wagner und seinem Hund Russ begegnet. Im Iwalewa-Haus im Herzen der Stadt erlebten dann mehr als 90 Gäste einen Friaul-Abend, der alle Stückerln spielte. Wir haben die Region, das „piccolo universo“ zwischen den Bergen und dem Meer, nach Bayreuth und in die Herzen der Zuhörer geholt.

Herman Schirmer, stellvertretendender Vorsitzender der Deutsch-italienischen Gesellschaft, ist ja oft in Friaul, weil er und seine Frau Elfi die Gegend so mögen und auch weil er für seine Landsleute immer wieder enogastronomische Köstlichkeiten mit nach Bayreuth nimmt. Deshalb wurde unser Friaul-Vortrag auch von Weinen unserer Winzerfreunde Ferrin, vom köstlichen Prosciutto Valentino Zanins, beide aus Camino al Tagliamento, und auch von Baccala begleitet, den Christian Zoratto in Codroipo auf traditionelle Weise weichhämmert. Catia Lomer, die Vorsitzende der Gesellschaft, und Elmar Schmid, auch er ist Stellvertretender Vorsitzender wir Schirmer, kümmerten sich auch um die Gäste, die sich allesamt gerne virtuell in den Süden entführen ließen. Schließlich liebte ja auch Richard Wagner Italien. So durfte auch Musik nicht fehlen, allerdings keine wagnerische, sondern italienische, wofür Ciprian Odoi am Klavier und die Sängerin Iris Meyer sorgten.

Solcherart auf Bayreuth und Musik eingestimmt schlüpften wir am Tag nach der Präsentation in die Rolle von Touristen. Herman Schirmer und seine Elfi zeigten uns das wunderbare Markgräfliche Opernhaus, eines der wenigen erhaltenen Barocktheater aus dem 18.Jahrhundert, weiters die Klaviermanufaktur Steingraeber und nicht weit entfernt das Brauhaus Mann (eine wirklich noch ganz urtümliche Gastwirtschaft).

Natürlich musste auch ein Blick auf und in das Festspielhaus am Grünen Hügel geworfen werden mit seiner riesigen Bühne und dem seltsam angeordneten Orchestergraben, ganz im Zeichen der Optimierung der Akustik. Wagners Wohnhaus in Bayreuth, die Villa Wahnfried, ist – egal ob man nun Wagner-Fan ist oder nicht – ein hochinformatives Museum, zu dem auch das Haus Siegfried Wagners gehört, in dem die Beziehungen der Familie Wagner zum Nationalsozialismus penibel aufgearbeitet sind. Im Park der Villa Wahnfried sind Richard Wagner und seine Frau Cosima (eine Tochter von Franz Liszt) begraben. Die Steinplatte, die die Gruft abschließt, ist unbeschriftet. Doch auf einem kleinen Steinschild gleich daneben steht zu lesen, dass hier auch Wagners Hund, ein Neufundländer namens Russ, begraben ist.